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Kandidatin Yvonne Feri über ihre Pläne für das Aargauer Gesundheitswesen
Aus Regionaljournal Aargau Solothurn vom 06.11.2019.
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Zweiter Wahlgang Regierungsrat «Qualität im Gesundheitswesen kostet etwas.»

Am 24. November stellen sich Jean-Pierre Gallati (SVP) und Yvonne Feri (SP) zur Wahl in die Aargauer Regierung. Gallati hat im ersten Wahlgang rund 35 Prozent der Stimmen geholt, Feri rund 25 Prozent.

Es ist ein Duell zwischen links und rechts um das Aargauer Gesundheitsdepartement. Denn voraussichtlich übernimmt das neu gewählte Regierungsmitglied dieses Departement, welches von der glücklosen ehemaligen SVP-Regierungsrätin Franziska Roth im Sommer verlassen wurde.

Deshalb stehen auch im Wahlkampf Fragen rund um das Gesundheitswesen im Zentrum. Feri legt dabei den Fokus auf die Qualität.

Yvonne Feri

Yvonne Feri

Regierungsratskandidatin SP Aargau

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Yvonne Feri ist 53-jährig und kommt aus Wettingen. Sie ist seit 2011 Nationalrätin, ihre politischen Kernthemen sind Gleichstellung, Gesundheit, soziale Sicherheit, Kinderschutz, Ökologie und Armut. Von 2006 bis 2016 übte Feri bereits ein Exekutivamt aus: Sie war als Gemeinderätin von Wettingen verantwortlich für das Ressort Soziales und Familie. Anfang Jahr unterlag Yvonne Feri bei der parteiinternen Ausmarchung Cédric Wehrmuth – Feri wollte ebenfalls für den Ständerat kandidieren, die SP nominierte aber ihren Konkurrenten.

SRF: Sie haben über zehn Jahre lang das Gesundheitsressort im Gemeinderat von Wettingen geführt, wurden damals auch für Ihre Arbeit kritisiert. Warum wollen Sie sich das alles noch einmal antun?

Yvonne Feri: Von «sich antun» kann keine Rede sein. Eine Person, die über zehn Jahre lang in einer Führungsposition steht, die wird kritisiert, das ist in der Wirtschaft so und auch in der Politik. Es gibt immer Hochs und Tiefs. Der Wechsel vom Nationalrat in den Regierungsrat ist eine Herausforderung und ich liebe Herausforderungen.

Wo sehen Sie denn die grössten «Baustellen» im Gesundheitswesen?

Wir müssen dafür sorgen, dass die Bevölkerung im Aargau weiterhin eine flächendeckende Gesundheitsversorgung hat. Wir müssen aber auch dafür sorgen, dass es kein Überangebot gibt.

Sie sind also kein Fan davon, dass man beispielsweise Regionalspitäler schliesst. Auf der anderen Seite aber ist klar, dass die Krankenkassenprämien ansteigen und man wirklich Kosten senken muss?

Kostensenkungen sind ein Problem, denn wir wollen ja die Qualität für die Patientinnen und Patienten in den Vordergrund stellen. Aus meiner Sicht müsste man in die Prävention investieren. Patientinnen und Patienten, die eben gar nicht zu Patienten werden und gesund bleiben, das wäre das kostengünstigste Gesundheitswesen. Es braucht gut informierte Bürgerinnen und Bürger, die medizinische Leistungen kritisch hinterfragen.

Wir wollen die Qualität in den Vordergrund stellen.

Bei den Regionalspitälern geht es nicht um Schliessungen, sondern es braucht neue Modelle. Wie man es vor vielen Jahren in Brugg schon gemacht hat: Aus dem Spital wurde ein medizinisches Zentrum.

Also die Regionalspitäler zu etwas besser ausgebauten Hausarzt-Praxen umfunktionieren?

Das könnte ein Beispiel sein. Und da könnten dann auch die Apotheken mitmachen und die Spitex. Vielleicht braucht es in einem Regionalspital zum Beispiel Pflegebetten, die dann von der Spitex betreut werden.

Sie fordern in Ihrem Programm einen «Lohndeckel für Chefärzte». Das klingt nach einem populistischen Vorschlag?

Mir ist wichtig, dass das ganze medizinische Personal einen anständigen Lohn erhält. Die unteren Chargen müsste man wohl etwas anheben, die oberen müssten etwas abgeben.

Das gesamte Medizinpersonal braucht anständige Löhne.

Das ist zumindest eine Analyse wert. Ich kann jetzt auch keine konkreten Zahlen nennen, aber mir ist wichtig, dass diese Leute im Beruf bleiben und die Qualität stimmt.

Auch die Pflegekosten für ältere Menschen steigen an, darunter leiden die Gemeinden. Ein Vorschlag aus bürgerlichen Kreisen ist die Ausschreibung von Spitex-Leistungen, damit private Firmen mitbieten können.

Man muss mit der öffentlichen Spitex gute Leistungsvereinbarungen aushandeln. Die öffentliche Spitex muss alle Leistungen erbringen, eine private Spitex nicht. Es braucht also bessere Leistungsvereinbarungen. Da könnte der Kanton auch mit dem kantonalen Spitexverband eine Mustervereinbarung aushandeln, die den Gemeinden dann hilft. Die Qualität steht im Mittelpunkt. Klar muss man auf die Finanzen schauen, aber nicht nur.

Sie stehen in einem Duell mit Jean-Pierre Gallati, der sogar von der grünen Ex-Gesundheitsdirektorin gelobt wird. Wie stehen Ihre Wahlchancen, dazu noch in einem bürgerlich dominierten Kanton Aargau?

Ich würde mich sehr freuen, wenn ich diesen Job machen dürfte. Es zählen ja noch andere Argumente: Ich bringe Exekutiverfahrung mit, ich bin seit Jahren in diesen Themen, ich habe als Gemeinderätin bewiesen, dass ich teamfähig bin und eine Kollegialbehörde schätze und respektiere.

Das Gespräch führte Maurice Velati.

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