Zum Inhalt springen
Inhalt

Wahlen15 Freiburg Fribourg: Christian Levrat zittert um seinen Ständeratssitz

Ihren Fraktionschef im Nationalrat hat die SP bereits verloren, denn Andy Tschümperlin hat die Wiederwahl nicht geschafft. Der SP-Parteipräsident könnte der nächste Abgewählte sein. Denn die SVP bläst zum Angriff.

Es muss ein grosser Ärger für Christian Levrat sein. Eine Taktikänderung der SVP bringt ihn in Bedrängnis. Im ersten Wahlgang griff die SVP nicht ihn, sondern den Ständeratssitz der CVP an. Doch für den zweiten Wahlgang hat die Partei ihren Kandidaten ausgewechselt.

Jean-François Rime
Legende: Jean-François Rime (SVP) hat ein bürgerliches Ticket lanciert, allerdings ohne Beat Vonlanthen zu fragen. SRF

Nun will Jean-François Rime, der langjährige SVP-Nationalrat und Präsident des Schweizerischen Gewerbeverbandes, den SP-Parteipräsidenten zu Fall bringen. Weil Christian Levrat nicht auf Anhieb wiedergewählt wurde, wittert der Unternehmer aus Bulle seine Chance.

Kein Wunder, ist die Stimmung bei der Freiburger SVP euphorisch. Nichts scheint unmöglich. Die bürgerlichen Parteien haben fast 70% Wähleranteil erreicht. Und Rime, der bereits zweimal erfolgslos für den Ständerat kandidiert hat, tut alles, dass es im dritten Anlauf klappt. Viel Geld aus der eigenen Tasche hat er in eine Inseratenkampagne gesteckt. Er scheut sich nicht, den CVP Kandidaten ungefragt ins eigene Boot zu holen: «Bürgerlich wählen: Rime – Vonlanthen in den Ständerat» steht in grossen Buchstaben im Inserat, daneben das SVP Logo.

Vonlanthen auf dem Inserat der SVP

Beat Vonlanthen
Legende: Beat Vonlanthen (CVP) ist der einzige deutschsprachige Kandidat im Rennen um die Freiburger Ständeratssitze. SRF

Rime benutzt Beat Vonlanthen als Schachfigur. Dieser traute seinen Augen nicht als er sich bei der Morgenlektüre auf einem Inserat der SVP wiederfand. Doch er distanziert sich auch nicht davon.

Vonlanthen ist in der Zwickmühle. Im ersten Wahlgang machte er sich stark für Christian Levrat. Freiburg solle politisch ausgewogen im Ständerat vertreten sein. Das brachte Vonlanthen im ersten Wahlgang viele SP-Stimmen. Einige davon dürften nun wegen der Umarmung der SVP verloren gehen. Das heisst, auch Vonlanthen zittert um seine Wahl. Er hofft deshalb auf Stimmen aus allen politischen Lagern.

Vonlanthen ist der einzige deutschsprachige Kandidat

Sollte Rimes Taktik aufgehen und tatsächlich viele Freiburgern ein bürgerliches Ticket in die Urne werfen, dann wird es eng werden für Christian Levrat. Die SP Freiburg ist zu schwach, um alleine seinen Sitz zu retten. In Zeitungsinseraten zitiert der SP-Parteipräsident deshalb Lobeshymnen von CVP-Politikern, die seine Arbeit in Bundesbern loben.

Diese Zauberformel spricht für ihn und Beat Vonlanthen. Ob das für das Stimmvolk auch so ist, scheint im Vorfeld des zweiten Wahlganges weniger klar. Die SP Schweiz hat bereits ihren Fraktionspräsidenten Andy Tschümperlin verloren. Nun auch noch den Parteipräsidenten zu verlieren, wäre sehr hart. Christian Levrat zeigt Zweckoptimismus. Mit seiner Nicht-Wahl würde auch der Kanton Freiburg einen seiner einflussreichsten Politiker in Bundesbern verlieren. Levrats politische Karriere wäre zumindest vorläufig zu Ende.

Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 17:30 Uhr

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

37 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Heinz imBoden (Berggeist)
    Die SP ist ein totaler fanatischer EU Verein, der die MEI will und links bis zum Anschlag verblendet ist? Viele Schweizer/Innen lassen sich nicht mehr für dumm verkaufen, da sonst unsere Gesellschaft immer mehr auseinander driftet machen viele CH-Bürger diese Politik nicht mehr mit. Auch besteht die SP nur noch aus Parteichef Levrat, JUSOS, EU-Turbos und Armee-Gegnern? Die Mehrheit der CH wollen sich nicht mehr mit Mitte / Links-Ideologien und eines "EU-Beitritts um jeden Preis" abfinden.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Tobias Hofer (Tobias Hofer)
    Ein weiterer Sitzgewinn für die SVP würde mich zugegebenermasse zwar nicht stören und dennoch hätte es vielleicht den etwas fahlen beigeschmack der nicht ganz feinen Art, wenn die Taktik von Rime tatsächlich aufgienge. Im Falle eines solchen Ausgangs wäre all dies allerdings nur noch nebensächlich, wenn man dessen Wirkung auf dem Nebenschauplatz betrachtet: Keiner hat es verdient gerissener Taktiererei zum Opfer zu fallen - und keinem würde es so gut bekommen wie "Le Tricheur", Christian Levrat!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von marlene Zelger (Marlene Zelger)
    Hoffentlich gelingt es der SVP, den Ständeratssitz von Levrat zu erobern. Denn dann müsste Herr Levrat selber erfahren, wie "schön" es ist, auch abgewählt zu werden.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen