Mindestens 30 Nationalrats-Listen im Kanton Zürich

Das Rennen um die 35 Zürcher Sitze im Nationalrat ist lanciert. Die Parteien und Interessenverbände haben ihre Listen eingereicht. Neben den etablierten Parteien kandidieren auch wieder einige Kleingruppierungen und Juxkandidaten.

Ein Hand hält verschiedene Wahllisten, auf dem Tisch liegen andere bereits sortiert.

Bildlegende: Im Oktober wählt der Kanton Zürich seine 35 Nationalräte und Nationalrätinnen. Keystone

Donnerstagnachmittag war Abgabetermin: Alle Parteien und Gruppierungen mussten ihre Listen für den Nationalrat beim Kanton einreichen. Bekannt sind bis jetzt 30 Listen, gleich viel wie bei den letzten Wahlen 2011. Der Kanton prüft nun alle Listen. Diese müssen 400 gültige Unterschriften haben, damit sie offiziell als Nationalratsliste gelten.

Die Etablierten, die Jungparteien und die Kleinparteien

Alle acht Parteien, die bisher im Nationalrat vertreten sind, sind wieder dabei: die SVP, FDP, SP, CVP, die Grünen, die GLP, BDP und EVP. Ausser der BDP treten alle diese Parteien noch mit mindestens einer weiteren Liste an, nämlich jener ihrer Jungparteien.

Ins Rennen um einen Sitz im Nationalrat steigen aber auch verschiedene Kleinparteien wie die Schweizer Demokraten, die Alternative Liste, die Partei der Arbeit oder die Piraten-Partei.

Die Hauptlisten und die Unterlisten

Die Grünliberalen versuchen es gleich mit drei Listen. So gibt es neben der GLP-Hauptliste auch die Liste der Jungen GLP und eine Unternehmer-Liste. Die meisten der Unternehmerinnen und Unternehmer auf dieser Liste sind aber auch Mitglieder der GLP.

Gleich mit vier Listen will die EDU antreten: Mit der «normalen» EDU-Liste, der Jungen EDU-Liste, einer Senioren-Liste - und einer Liste mit dem Namen «Stopp Islamismus». Darauf ist allerdings nur ein einziger Kandidat, ein EDU-Politiker aus Bassersdorf.

Die Speziellen, die Exoten und die Juxparteien

Der prominenteste Verein in dieser Kategorie ist der Verein Ecopop. Bekannt geworden ist der Verein mit seiner Initiative «Stopp der Überbevölkerung». Die Initiative, welche die Zuwanderung einschränken wollte, scheiterte 2014 an der Urne. Nun will der Verein den Sprung in den Nationalrat schaffen.

Eine andere Politik machen die Vertreter der Liste «Kunst und Politik». Auf dieser Liste treten verschiedene Kulturschaffende an, wie beispielsweise die Autorin Ruth Schweikert. Zum zweiten Mal tritt ausserdem die Tierpartei an, die vor vier Jahren 1600 Stimmen an der Urne holte.

Definitiv eine Jux-Kandidatur ist die Liste der «Anti-Powerpoint-Partei»-Partei. Dahinter steckt ein Kommunikationsberater aus Bonstetten, der so Werbung für seine Firma machen will. Er war bereits 2011 angetreten - und hatte 141 Stimmen geholt.