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Wahlen15 Zürich Nun doch: Grüne schlagen Girod als Ständeratskandidaten vor

Auch die Grünen steigen ein ins Rennen um einen der zwei frei werdenden Zürcher Ständeratssitze. Der Vorstand der Kantonalpartei hat am Freitag Bastien Girod als Kandidaten präsentiert.

Bastien Girod an der Medienkonferenz der Grünen Partei.
Legende: Der Blick aufs «Stöckli»: Bastien Girod tritt doch an als Ständeratskandidat. Keystone

Anfang Jahr hatte sich der 34-jährige Girod noch selber aus dem Rennen genommen. Der Zeitpunkt für eine Ständerats-Kandidatur sei wegen der Geburt seiner Tochter und seiner Arbeit an der ETH Zürich ungünstig, sagte er damals.

Nun habe er mit der ETH eine Lösung gefunden, wie er neben der Arbeit und intensivem Wahlkampf auch Zeit finde für seine Vaterpflichten. Und nach der Rücktrittsankündigung von GLP-Ständerätin Verena Diener Anfang Februar sei für ihn klar geworden, dass nun «der optimale Zeitpunkt» für eine Kandidatur sei. Sogleich hat er auf Twitter ein «Team Girod» präsentiert:

Girod arbeitet als Umweltnaturwissenschaftler an der ETH Zürich. Er forscht zum Einfluss von (Umwelt-)Politik auf die Transformation der Wirtschaft. Derzeit schreibt er an seiner Habilitation. In den Nationalrat wurde er 2007 gewählt, vier Jahre später schaffte er die Wiederwahl mit dem besten Resultat auf der Liste der Zürcher Grünen. Seit 2012 ist Girod ebenfalls Vizepräsident der Grünen Schweiz.

Wieder keine Frau - oder vielleicht doch?

Der Kantonalvorstand hat sich mit 14:1 Stimmen für Bastien Girod als Ständeratskandidaten entschieden. Und damit gegen die grüne Gemeinderätin Katharina Prelicz-Huber. Diese zeigt sich enttäuscht: «Natürlich macht mir das keine Freude. Aber ich nehme zur Kenntnis, dass man jemand grün-grünes will.» Also einen Energie- und Umweltpolitiker - und keine Sozialpolitikerin.

Kantonalpräsidentin Marionna Schlatter begründet diesen Entscheid gegenüber Radio SRF: «Es ist wichtig, dass wir die grünen Themen im Wahlkampf hervorheben.» Gerade in Abgrenzung zum Kandidaten der Grünliberalen Martin Bäumle.

Ob Katharina Prelicz-Huber diesen Entscheid des Parteivorstands akzeptiert, ist noch offen. Sie behalte sich die Möglichkeit einer wilden Kandidatur ohne Unterstützung des Vorstands als Möglichkeit vor: «Im Moment ist das noch offen. Je nachdem, wie viele Frauen auf der Nationalratsliste der Grünen stehen werden und wie die Resultate bei den Kantonalratswahlen ausfallen.»

Denn beim Blick auf das Geschlechterverhältnis der Kandidierenden sieht Katharina Prelicz-Huber Mängel bei den Grünen. Zurzeit sind sämtliche Nationalratssitze von Männern besetzt. Und nun hat der Vorstand also auch für die kleine Kammer einen Mann nominiert. Eine Mitgliederversammlung wird am 12. Mai definitv über die Nomination entscheiden.

Volles und männliches Wahlkarussell

Für die Wahlen vom 18. Oktober haben neben den Grünen bereits vier weitere Parteien ihre Ständeratskandidaturen präsentiert. Die SP will mit Nationalrat Daniel Jositsch ins Rennen steigen, die FDP mit Nationalrat Ruedi Noser, die SVP mit Kantonsrat Hans-Ueli Vogt und die Grünliberalen mit Nationalrat Martin Bäumle.

Mit der Nicht-Nominierung von Katharina Prelicz-Huber sind bisher ausschliesslich Männer als Kandidaten präsentiert worden (siehe Box rechts).

Falls sich auch die CVP für eine Kandidatur entscheidet, dürfte mit Nationalrätin Barbara Schmid-Federer dann doch noch eine Frau ins Rennen einsteigen.

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9 Kommentare

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  • Kommentar von M.Fröhli, Frauenfeld
    Girod ist wirklich grün, ich hoffe dass dieser schwätzer nicht in den Ständerat kommt er weiss auch alles besser nur weil er in der ETH studiert hat.
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    1. Antwort von E. Waeden, Kt. Zürich
      Girod ist wirklich ein "echter" Grüner aus Überzeugung & absolut kein Schwätzer! Was er vorbringt hat Hand & Fuss. Und "trotz" ETH ist er sehr bescheiden geblieben & hat eben, weil er ein Grüner mit Herzblut ist, die Bodenhaftung nicht verloren. Ein guter Mann. Wünsche ihm viel Erfolg bei den Wahlen.
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  • Kommentar von Rolf Bolliger, Orpund
    Ob man der "Grüne" Girod nun mag oder nicht mag, er ist eigentlich ein sympathischer Haudegen. Er ist ein harter Umwelt-Ideologe, der immer wieder aneckt und trotzdem seine MEINUNG durchzieht! Eine ehrenhafte Veranlagung, die eigentlich jeder Politiker oder Politkandidat haben müsste! Trotz seiner Hartnäckigkeit, bekommt er nicht bei jeder Gelegenheiten Hunderte hasserfüllte, persönlich verunglimpfende Kommentare von Kampfschreibern, wie es SVP'ler durch die bekannten Ideologen erleben!.
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    1. Antwort von Roli Schmid, Basel
      hmmm, vielleicht liegt es daran, dass Girod hauptsächlich FÜR und nicht GEGEN etwas kämpft. Wer hasst, der wird gehasst.
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    2. Antwort von M.Strehler, Zürich
      @Roli Schmid: Gegen AKW's, gegen Offroader, gegen Blocher, gegen eine liberale Wirtschaftsordnung, gegen... Merken Sie etwas? -Jeder Politiker, der FÜR etwas kämpft, ist gleichzeitig GEGEN viele andere Ansichten und Positionen. "Es ist sinnvoll, mit offenen Augen durchs Leben zu gehen. Ist man aber Pirat und trägt eine Augenklappe, so sieht man trotzdem nur die Hälfte."
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    3. Antwort von Rolf Bolliger, Orpund
      Eine leidige Realität, "M. Strehler": Links/grüne Politiker können noch so vieles fordern und verlangen, für sie gilt es ideologisch ausnahmslos als einen "Für-Kampf". Die konservativ/bürgerliche Seite wird immer als "Gegner" für ALLES hingestellt! Wer Probleme beim Namen nennt, kritisiert und nach Abhilfe sucht, ist und kämpft einfach DAGEGEN! Ach wäre doch die Politik so einfach, wie es uns die linken Kampfschreiber tagtäglich manipulativ unterjubeln wollen!
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  • Kommentar von M. Steiner, Winterthur
    Die Gilde der Dichter und Denker (ohne Bodenhaftung) versuchen sich gerade flächendeckend in der Politik zu etablieren. Sie sind die Totengräber der Parteipolitik, weil Parteien jedwelcher Couleur durchgehend unwählbar und damit unwichtig werden. Das freut mich. Es lebe die direkte Demokratie.
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