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politbox on tour – Grüsch Wie sicher fühlen sich Jugendliche im Ausgang?

Gewalt im Nachtleben, Überwachungskameras auf öffentlichen Plätzen und Müll auf den Strassen – wie stehen Jugendliche in der Schweiz zu diesen Themen? Dies wollte politbox, das interaktive SRG-Angebot zu den nationalen Wahlen, von Betroffenen wissen.

Legende: Video Fühlst du dich im Ausgang sicher? abspielen. Laufzeit 1:56 Minuten.
Aus Politbox vom 20.07.2015.

Ob kleine Tätlichkeit oder harte Prügelei: Die meisten Jugendlichen in grösseren Schweizer Städten wurden bereits mit Gewalt im Ausgang konfrontiert. 2011 schlug die Schweizerische Versicherungsanstalt (Suva) Alarm und warnte vor zunehmender Gewalt unter Jugendlichen.

Zwei Jahre später präsentierte die Suva neue Zahlen: Das Gefahrenrisiko für junge Männer sei um 20 Prozent zurückgegangen. Doch «noch immer geschehen die meisten gewaltbedingten Verletzungen im Ausgang», hält der Studienverfasser Bruno Lanfranconi fest, Link öffnet in einem neuen Fenster. «Die Spitze ist nachts um 2 Uhr», so Lanfranconi.

Gewalt ja – Angst nein

Wie sehen dies die Jugendlichen selbst? politbox hat dazu den App-Usern in einer nicht repräsentativen Umfrage verschiedene Fragen gestellt.

Warst du im Ausgang schon einmal mit Gewalt konfrontiert?

Mehr als ein Drittel der politbox-User (35%) waren bereits mit Gewalt im Ausgang konfrontiert. Trotzdem fühlt sich mehr als die Hälfte der Befragten (Total: 1315 Personen) im Nachtleben sicher (57%). Gerade mal 7% gaben an, dass sie seit einem gewalttätigen Vorfall im Ausgang nun ängstlicher seien. Zwischen Frauen und Männern, aber auch zwischen der Deutschschweiz und der Romandie gibt es einen geringfügigen Unterschied: Frauen, wie auch Personen aus der Romandie fühlen sich tendenziell etwas weniger sicher.

Die letzte Suva-Studie zeigt denn auch weniger Erfreuliches: So nahmen 2013 vor allem die Gewaltverbrechen an jungen, berufstätigen Frauen zu. Viele junge Frauen werden im Ausgang bedrängt und von betrunkenen Männern belästigt. Dies zeigte jüngst auch ein Beitrag der SRF-Sendung «Rundschau» aus dem Nachtleben in Wil und Zürich.

Legende: Video Anmachen auf der Strasse: Junge Frauen übers Ausgehen abspielen. Laufzeit 9:03 Minuten.
Aus Rundschau vom 17.09.2014.

Alkohol und Drogen senken die persönlichen Hemmungen. Umso stärker werden politische Forderungen, Alkohol nur noch bis zu gewissen Zeiten zu verkaufen. Aktuell sind solche Verkaufszeiten kantonal geregelt.

Doch auch die Verstärkung der Polizeipräsenz in Ausgehmeilen und mehr Überwachungskameras im öffentlichen Raum sollen die Sicherheit erhöhen, fordern vor allem bürgerliche Politiker. Was halten die politbox-User von solchen Vorschlägen?

Fühlst du dich dank Überwachungskameras im öffentlichen Raum sicherer?

Beinahe die Hälfte der politbox-User (46%) sind sich einig: Mehr Überwachungskameras im öffentlichen Raum bedeutet nicht automatisch mehr Sicherheit. 39% der Befragten (Total: 1617 Personen) sind gegenteiliger Meinung, 15% sind sich uneinig und gaben keine Meinung an. Zwischen Frauen und Männern gibt es nur kleine Unterschiede: Frauen fühlen sich mit mehr Überwachungskameras tendenziell sicherer (46% Ja zu 41% Nein).

In einer früheren politbox-Umfrage wollten wir ausserdem wissen, ob Gewalt ein legitimes Mittel des Protests in der Schweiz ist. Hier die Resultate zu diesem Thema.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von J. Gerber, Bern
    Vielleicht sollte alles wieder normaler werden und die Vergnügungslokale bis um 24.00 Uhr geöffnet sein und danach alle heim, das alles ohne Alk, Drogen etc. Es ginge nämlich so. Auch wenn Ihr mich jetzt als Hinterwäldler abtut, aber so wie es jetzt läuft, ist das Nachtleben aus dem Ruder gelaufen.
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  • Kommentar von Freddy tobler, Zh
    Ich (m) habe früher selber einige male eine kassiert im Ausgang, vor gut 10Jahren. Was ich gelernt habe ist die Relevanz der eigenen Ausstrahlung, der äusserlichen und der inneren. Innere Haltung: Die eige Ego- oder Opferhaltung zieht Täter an, ohne Zielscheibe bietet man keine Angriffsfläche und Schläger merken selber wie hohl sie sind. Äussere Haltung: wer sich aufbrezelt als hübsches Mädel soll sich nicht über Blicke nerven oder ein paar blöde Sprüche, mehr passiert nur in Menschenmengen=s.o.
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  • Kommentar von Tom Duran, Basel
    Alles hausgemacht. Ungebildete Ausländer mit anderer (keiner) Erziehung und fehlendem Respekt (ja genau, Respekt), dumme TV Serien und Movies, Gewalt am TV und am Computer bis zum abwinken (heute geht ja kein Spiel mehr, ohne das einer den anderen fertig macht) und eine fehlende Solidarität machen das aus, was wir heute sehen. Zwanghafte Politikerinnen mit null Perspektive, aber um so mehr Verboten und Regeln, machen das Leben zur Hölle. Es wollen aber nicht alle zum Bünzli degenerieren!
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