Zum Inhalt springen
Inhalt

Wahlen15 Aargau Ständeratswahl: Linke Unterstützung für CVP-Kandidatin bröckelt

Es war ein starkes Zeichen für Ruth Humbel: Die Geschäftsleitung der SP unterstützt sie im zweiten Wahlgang im Rennen auf den Ständerat. Nur einen Tag später sieht es bereits wieder anders aus. Juso und Gewerkschaften stellen sich gegen Humbel.

Die Politikerin Ruth Humbel schaut nach vorne.
Legende: Die Wahl-Chancen von Ruth Humbel sind gesunken. Keystone

Eines ist klar: Ohne Unterstützung anderer Parteien schaffen weder Ruth Humbel (CVP) noch Philipp Müller (FDP) den Einzug in den Ständerat. Umso wichtiger sind vor dem Wahlgang am 22. November die Empfehlungen der anderen Parteien.

Bei der CVP dürfte man sich deshalb am Donnerstag gefreut haben. Die Spitze der SP empfahl Ruth Humbel zur Wahl. Bereits am Tag danach zeigt sich, dass die Linke nicht geeint hinter Humbel steht. Die Jungsozialisten distanzieren sich klar von ihrer Mutterpartei und deren Wahl-Empfehlung. Die Juso spricht vor einem «Kniefall der SP vor der bürgerlichen Mehrheit».

Humbel ist «keine Alternative»

Die Juso ruft dazu auf, einen leeren Wahlzettel in die Urne zu legen. Ganz ähnlich tönt es in einer Mitteilung des Aargauischen Gewerkschaftsbundes. Ruth Humbel sei «keine Alternative», habe eine klare Mehrheit der AGB-Delegierten entschieden.

Humbel wird als «Krankenkassen-Lobbyistin» bezeichnet, sie stehe nicht für eine «offene und soziale Schweiz», heisst es bei den Jungsozialisten. Spannend wird noch, wie sich die Grünen entscheiden.

Diese werden am Montagabend eine Wahlempfehlung abgeben. Wie man von Seiten der Parteileitung hört, ist eine Unterstützung von Humbel ungewiss. Die politischen Positionen lägen doch sehr weit auseinander.

Knecht macht wohl das Rennen

Bleibt noch die Frage, wen die anderen Kleinparteien unterstützen. Die EVP hat sich bereits für Ruth Humbel ausgesprochen. Die Grünliberalen und die BDP wollen in den nächsten Tagen entscheiden.

Ändern dürften die Wahlempfehlungen der kleinen Mitteparteien aber ohnehin nichts mehr. Denn ohne aktive und geeinte linke Unterstützung fehlen Ruth Humbel wichtige Stimmen. Die CVP-Wähler und einige Stimmen aus der Mitte - zum Beispiel von der EVP - reichen nicht.

Ein ähnliches Schicksal blüht vielleicht Phlipp Müller. Er kann als Präsident der Freisinnigen sicher auf die Stimmen aller FDP-Wähler hoffen. Vielleicht gibt es noch einige Stimmen aus der bürgerlichen Mitte dazu. Aber die Wählerbasis von Hansjörg Knecht ist breiter: Wenn alle SVP-Wähler Knecht auf den Zettel schreiben am 22. November, dann wird Hansjörg Knecht zum zweiten Ständerat des Kantons Aargau.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

2 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Markus Berner (Markus Berner)
    Eine Unterstützung der CVP macht für die SP auch wenig Sinn. Gerade im neuen Parlament sind die Vertreter der CVP so weit rechts, dass man nicht mehr von einer Mittepartei sprechen kann - da wäre vielleicht sogar eher eine Unterstützung der FDP ratsam um die vortschrittlich-liberalen Kräfte zu stärken.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Rolf Bolliger (robo)
    1 SP'lerin und 1 SVP'ler wird genau die grössten aargauischen Stimmkräfte nach den Wahlen abdecken! Warum jede Stunde wieder ein neues "Kaffeesatz-Lesen"?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen