Nationalrat Baselland: Alle Bisherigen wiedergewählt

Im Baselbiet kommt es zu einem Rechtsrutsch, an der Sitzverteilung ändert sich jedoch nichts. Gewinnerin ist die FDP, die über 4 Prozent gewinnt. Auch die SVP legt rund 3 Prozent zu. Trotzdem können die Linken und die CVP ihre Sitze verteidigen.

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Maya Graf holt am meisten Stimmen

2:35 min, vom 18.10.2015

Nach Auszählung aller 86 Baselbieter Gemeinden ist nun klar: Im Baselbiet legt die Rechte zu, die SVP bleibt klar stärkste Partei. Sie kommt auf 30 Prozent Stimmenanteil, dies sind rund drei Prozent mehr als vor vier Jahren. Auch die FDP kann sich steigern und holt über vier Prozent mehr als 2011.

Die CVP kann um rund ein Prozent zulegen und die Grünen holen praktisch gleich viele Stimmen wie vor vier Jahren. Verlierer sind die SP (minus 2,3 Prozent) sowie die Mitte-Parteien Grünliberale, BDP und EVP, die alle fast die Hälfte ihrer Stimmen einbüssen.

Sitzverteilung bleibt gleich

An der Sitzverteilung ändert sich dennoch nichts. Die SP und die SVP bleiben bei jeweils zwei Sitzen. CVP, Grüne und FDP haben je einen Sitz. Das SVP-Mandat, das durch den Rücktritt von Nationalrat Christian Miesch frei wurde, erhält Landrätin Sandra Sollberger aus Bubendorf.

«  Die Freude ist riesig, aber ich habe eine erste schlaflose Nacht vor mir. »

Sandra Sollberger
Neugewählte Nationalrätin SVP BL

Alle anderen Sitze gehen an Bisherige. Dies bedeutet auch, dass die frühere Nationalratspräsidentin Maya Graf (Grüne) ihren Sitz verteidigen kann. Nach der Niederlage bei den Landratswahlen im Februar ist dies für die Baselbieter Grünen ein grosser Erfolg. Diesen verdanken sie wohl vor allem Maya Grafs ausgezeichnetem persönlichem Resultat: Mit 36'043 hat von allen Baselbieter Kandidatinnen und Kandidaten am Besten abgeschnitten. Graf und ihre Partei führten einen sehr intensiven Wahlkampf.

Graf selbst freut sich enorm über dieses Ergebnis: «Das ist eine wunderschöne Bestätigung für meine Arbeit und das Resultat der guten Teamarbeit in der Partei.»

«  Ich arbeite sehr gerne in Bern für unsere Region und es erfüllt mich mit Freude, dass ich das für weitere vier Jahre tun darf. »

Elisabeth Schneider
Wiedergewählte Nationalrätin CVP BL

Auch Elisabeth Schneider (CVP), deren Sitz ebenfalls als gefährdet galt, darf den Kanton Baselland für weitere vier Jahre im Nationalrat vertreten.

Wie erwartet schafften auch Thomas De Courten (SVP), Daniela Schneeberger (FDP), Eric Nussbaumer (SP) und Susanne Leutenegger Oberholzer (SP) die Wiederwahl.

Rechtsrutsch reicht nicht für Sitzgewinn

Für die Bürgerlichen reichte es nicht zu einem weiteren Sitz, obwohl sie im Vergleich zu 2011 deutlich zulegen. Laut SRF-Redaktor Patrick Künzle liegt das vor allem daran, dass die FDP schlechter abgeschnitten hat als noch bei den Landratswahlen im Februar: «Die SVP konnte ihr Ergebnis noch einmal verbessern, die FDP hat hingegen weniger Stimmen gemacht als im Februar - vielleicht auch, weil die Wahlkampagne der FDP nicht besonders inspiriert gewirkt hat.» Eine gute Kampagne sei dagegen den Grünen gelungen: «Sie haben den Wahlkampf völlig auf die beliebte Maya Graf zugeschnitten.»

Der grosse Verlierer des Wahltags ist für Patrick Künzle Wirtschaftskammer-Direktor Christoph Buser (FDP): «Er hat nicht nur die Wahl in den Ständerat klar verpasst, sondern es auch nicht geschafft, in der Nationalratswahl seine Parteikollegin Daniela Schneeberger zu überholen.»

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