Freiburger Politiker gehen zweisprachig auf Stimmenfang

Im Kanton Freiburg sind zwei Drittel der Bevölkerung französischsprachig. Die Deutschsprachigen sind in der Minderheit. Das müssten auch National- und Ständeratskandidaten berücksichtigen, wie unsere Wahlbeobachter feststellen.

Die Wahlbeobachter haben einige Internetseiten von deutschsprachigen Kandidatinnen und Kandidaten angeschaut. «Alle Inhalte beispielsweise von FDP-Kandidat Markus Ith und CVP-Nationalrätin Christine Buillard Marbach sind zweisprachig», stellt der 17jährige Malte Watzek fest.

Nicht alles übersetzt habe jedoch die SP-Nationalrätin Ursula Schneider Schüttel. «Ihre politische Meinung ist nur auf Deutsch.» Die französischsprachige SP-Nationalrätin Valérie Piller Carrard hat gar nichts auf Deutsch übersetzt. «Die ist wohl im Sense-und Seebezirk unbekannt», vermutet der 18jährige Muhamet Krasniqi. Er hat Verständnis dafür, dass nicht alle alles übersetzen. «Das ist aufwendig und teuer.»

Spezialfall Stadt Freiburg

Der Kanton Freiburg ist offiziell zweisprachig, nicht jedoch die Stadt. Das macht sich auch auf den Wahlplakaten bemerkbar, stellt Wahlbeobachter Malte Watzek fest. «In der Stadt sind fast alle Plakate nur auf Französisch.» So steht neben der deutschsprachigen Nationalrätin Christine Buillard Marbach «vivons nos valeurs» und SP Ständerat Christian Levrat ist «pour Fribourg».

Einzig SVP Ständeratskandidat Emanuel Waeber tritt konsequent zweisprachig auf, auch in der Stadt Freiburg. «Die anderen denken wohl, dass fast nur französischsprachige Leute in der Stadt sind», hält Muhamet Krasniqi fest.

Die Wahlbeobachter

Die Wahlen 2015 durch die Brille junger Erwachsener: Auszubildende und Maturanden verfolgen den Wahlkampf, fühlen den Kandidaten auf den Zahn und berichten von ihren Erlebnissen. Die Serie entsteht in Zusammenarbeit mit den Berufsschulen Bern und Freiburg und mit dem Kollegium Brig.

Weitere Berichte finden Sie unter srf.ch/wahlen bei Ihrem Kanton.