SP, FDP und SVP sind die grossen Wahlgewinner

Die SP gewinnt zwei zusätzliche Sitze im Nationalrat, SVP und FDP gewinnen je einen Sitz dazu. Verluste hinnehmen müssen die GLP, die Grünen und die BDP: Sie verlieren je ein Mandat. Die Mitte-Parteien CVP und EVP können ihre Sitze behalten.

Sieger...

Die SVP hat die 30-Prozent Marke wieder geknackt: Beim Wähleranteil hat sie 0,84 Prozent zugelegt und kann dies in einen zusätzlichen Sitz ummünzen. Besser als erwartet hat die SP abgeschnitten: Sie legt um über zwei Prozent zu und kann bei einem Wähleranteil von gut 21 Prozent zwei Sitze mehr verbuchen. Die FDP hat im Vergleich zu den letzten Wahlen 3,7 Prozent Wähleranteil dazugewonnen und kommt neu auf einen Wähleranteil von gut 15 Prozent. Trotzdem schlägt sich dieser Gewinn nur in einem zusätzlichen Sitz nieder.

...und Verlierer

Zu den Verlierern gehören wie erwartet die Grünliberalen, die Grünen und die BDP. Sie dürfen künftig je einen Nationalrat weniger nach Bern schicken. Das bedeutet auch, dass bisherige Nationalrätinnen und Nationalräte abgewählt werden. Bei den Grünliberalen trifft es den Parteipräsidenten Thomas Maier. Die BDP verliert Nationalrat Rudolf Winkler. Bei den Grünen bleiben die beiden Männer Bastien Girod und Balthasar Glättli übrig. Sollte es Bastien Girod doch noch in den Ständerat schaffen, würde die Gemeinderätin Katharina Prelicz-Huber nachrücken.

SVP: Köppel vorn, Mörgeli hinten - und kein Bauer mehr

Spannend sind auch die Veränderungen innerhalb der Listen. Bei der SVP etwa überholt Weltwoche-Chefredaktor Roger Köppel alle anderen. Mit ihm ziehen auch Hans-Ueli Vogt, Barbara Steinemann, Bruno Walliser, Claudio Zanetti und Mauro Tuena neu in den Nationalrat ein. Christoph Mörgeli hingegen wird nach hinten bis auf Platz 20 durchgereicht und ist damit abgewählt. Auch anderen altgedienten SVP-Nationalräten ergeht es gleich: Ernst Schibli aus Otelfingen und Hans Fehr aus Eglisau haben ihr Mandat verloren. Die Zürcher SVP schickt auch keinen Landwirt mehr nach Bern, Kantonsrat Martin Haab ist erster Ersatz.

SP: alle Bisherigen können sich freuen - und ein paar Neue

Alle SP-Bisherigen (Jacqueline Badran, Chantal Galladé, Thomas Hardegger und Martin Naef) wurden wieder gewählt. Neu in den Nationalrat gewählt sind der ehemalige Berlin-Botschafter Tim Guldimann und die junge Kantonsrätin Mattea Meyer, die Kantonsrätin Priska-Seiler Graf, die Zürcher Gemeinderätin Min Li Marti. Und weil Daniel Jositsch als Ständerat gewählt ist, darf auch SP-Kantonsrat Angelo Barrile nach Bern. Nicht geschafft haben es hingegen der SP-Präsident des Kantons Zürich, Daniel Frei, und der Präsident der Jungsozialisten, Fabian Molina.

FDP neu mit fünf Sitzen

Nebst den Bisherigen Ruedi Noser, Doris Fiala, Hans-Peter Portmann und Beat Walti schaffte Regine Sauter, Direktorin der Zürich Handelskammer, die Wahl in den Nationalrat. Sollte Ruedi Noser im zweiten Wahlgang in den Ständerat gewählt weden, würde auch noch Hans-Ueli Bigler, Direktor des Schweizerischen Gewerbeverbandes, nachrücken.

CVP und EVP in Frauenhand

Bei der CVP hat sich nichts verändert: Barbara Schmid-Federer und Kathy Riklin heisst das CVP-Frauenduo für den Nationalrat. Auch in der EVP bleibt alles beim Alten: Die einzige Nationalrätin ist Maja Ingold.

Die Wahlbeteiligung lag bei gut 47 Prozent, dies sind fast drei Prozent weniger als bei den Wahlen 2011.