Philipp Müller geniesst höchste Glaubwürdigkeit

Wie glaubwürdig sind unsere Parteipräsidenten? FDP-Chef Philipp Müller steht in der öffentlichen Wahrnehmung am besten da. SVP-Parteipräsident Toni Brunner hingegen gilt am unglaubwürdigsten.

Die höchste Glaubwürdigkeit bei den Wahlberechtigten insgesamt geniesst FDP-Parteipräsident Philipp Müller. 48 Prozent der Befragten halten ihn für glaubwürdig. Dies zeigt das letzte SRG-Wahlbarometer vor den Wahlen, durchgeführt vom Forschungsinstitut gfs.bern.

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Trends und Analysen zum letzten Wahlbarometer vor dem Urnengang

11 min, aus Wahlbarometer vom 7.10.2015

Das Resultat erstaunt: Denn Philipp Müller war am 10. September in einen schweren Verkehrsunfall verwickelt. Aus noch ungeklärten Gründen geriet der FDP-Präsident in Lenzburg (AG) mit seinem Mercedes auf die Gegenfahrbahn und verletzte eine junge Rollerfahrerin schwer. «Einen Unfalleffekt gibt es aber nicht. Philipp Müller bleibt der glaubwürdigste Parteipräsident», erklärt Politikwissenschafterin Martina Mousson von gfs.bern.

Auf dem zweiten Rang folgt CVP-Präsident Christophe Darbellay zusammen mit SP-Präsident Christian Levrat (je 47 Prozent) vor SVP-Präsident Toni Brunner (37 Prozent). Brunner erhält gleichzeitig die höchste Bewertung bei der Unglaubwürdigkeit – mehr als jeder Dritte hält den SVP-Chef für nicht glaubwürdig. Auf Platz 2 steht hier Christian Levrat mit nur 16 Prozent.

Rote Laterne parteiintern für die Grünliberalen

Am wenigsten Glaubwürdigkeit mit nur 28 Prozent geniesst das Grüne Co-Präsidium. Noch immer mangelt es den beiden Präsidentinnen Regula Rytz und Adèle Thorens an Bekanntheit. Auch die GLP und die BDP kämpfen mit diesem Problem.

Betrachtet man die Glaubwürdigkeit der jeweiligen Präsidenten aus Sicht der Parteiwähler, sieht die Sache anders aus. Christophe Darbellay und Christian Levrat schneiden mit je 80 Prozent Glaubwürdigkeit am besten ab, direkt dahinter folgt Toni Brunner (77 Prozent). Damit ist das SVP-Elektorat dem eigenen Parteipräsidenten weitaus wohlwollender gesinnt, als die Gesamtheit der Wahlberechtigten.

Das Schlusslicht bildet hier GLP-Präsident Martin Bäumle. Nur von 56 Prozent seiner Wählern wird er für glaubwürdig gehalten. Doch auch dies hängt massgeblich mit seinem Bekanntheitsgrad zusammen: 28 Prozent der Grünliberalen-Wählerschaft kennen Bäumle nicht.

Eckwerte des Wahlbarometers

Die Umfrage wurde im Auftrag der SRG SSR vom Forschungsinstitut gfs.bern zwischen dem 23. und 30. September 2015 durchgeführt. Befragt wurden 2011 Personen. mehr

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • FOKUS: Politiker im Wahlkampf-Schlussspurt

    Aus 10vor10 vom 7.10.2015

    Sie verteilen auf der Strasse Flyer, Äpfel, Schokolade: Die Kandidatinnen und Kandidaten fürs Parlament. Die Parteien und ihre Helfer buhlen kurz vor den Wahlen aktiv um jede Wählerstimme. «10vor10» macht eine Tour durch die Schweiz im Wahlkampf-Endspurt.

  • FOKUS: Trend zum Rechtsrutsch bestätigt

    Aus 10vor10 vom 7.10.2015

    Im letzten Wahlbarometer vor den eidgenössischen Wahlen zeichnet sich der Trend zu einem Rechtsrutsch weiter ab. Wäre Ende September gewählt worden, hätte die SVP knapp 28 Prozent der Stimmen erhalten.

  • Letztes Wahlbarometer vor den Wahlen am 18. Oktober

    Aus Tagesschau vom 7.10.2015

    Wäre bereits Ende September gewählt worden, wäre die SVP die stärkste Schweizer Partei geblieben und hätte um 1,3 Prozentpunkte zugelegt. Auch die SP und die FDP hätten Anteile gewonnen. Verloren hätten die Grünen.

  • Am 18. Oktober wählt die Schweizer Stimmbevölkerung ein neues Parlament.

    Letztes Wahlbarometer vor den Wahlen

    Aus Echo der Zeit vom 7.10.2015

    Am 18. Oktober wird in der Schweiz gewählt. So wie es aussieht, gibt es rechts zwei Gewinner und links einen Verlierer. Zu diesem Schluss kommt das letzte Wahlbarometer des Forschungsinstituts gfs Bern, im Auftrag der SRG.

    Sarah Nowotny