Zum Inhalt springen

Wahlen15 Wahlhilfe Christophe Darbellay – ein Optimist in der Niederlage

Nach den letzten Wahlen hatte CVP-Präsident Christophe Darbellay von der neuen Mitte geschwärmt und gehofft, die Partei wieder auf die Erfolgsspur zu bringen. Wo stehen Darbellay und die CVP heute? Rafael von Matt hat den CVP-Präsidenten ins Studio gebeten.

National führt Christophe Darbellay die CVP zwar noch in den Wahlkampf, tritt aber selber bei den Nationalratswahlen im Herbst nicht mehr an. Und im nächsten Frühling gibt er auch das CVP-Präsidium ab. Abtreten von der Politbühne möchte er aber nicht. 2017 will der studierte Agrarwissenschaftler in die Walliser Regierung gewählt werden.

Darbellay ist Präsident einer Partei im Niedergang. Ihr nationaler Wähleranteil hat sich in den vergangenen 30 Jahren fast halbiert. Es ist ihm in den knapp 10 Jahren seiner Präsidentschaft nicht gelungen, eine Trendwende herbeizuführen.

Besonders schmerzhaft war die Niederlage im Kanton Wallis, wo die CVP 2013 nach 150 Jahren die absolute Mehrheit im Kantonsparlament verlor. Darbellay sagte damals: «Das schmerzt. Wir haben das absolute Mehr verloren, aber wir haben nach wie vor 47 Prozent der Mandate. Das ist mit Abstand mehr als die zweitgrösste Partei und mit Abstand mehr als die drittgrösste.»

Wollte Darbelley die bittere Niederlage schönreden? Nein, sagt er heute. Die CVP sei vor den Wahlen knapp die Mehrheitspartei gewesen. Man habe es zwar nicht erwartet und es sei schmerzhaft gewesen. Es sei aber auch die Chance einer Partei, sich neu zu positionieren. «Das stärkt eine Partei, davon bin ich überzeugt», so Darbellay.

Union mit der BDP scheiterte

Aber es gab noch mehr schlechte Nachrichten. Auch das Projekt, in das Darbellay am meisten Hoffnung setzte, scheiterte: die Union mit der BDP. Im letzten Herbst erteilten die kantonalen BDP-Sektionen dem Projekt eine deutliche Absage. Darbellay damals: «Wir sind sehr enttäuscht. Wir waren uns einig, dass es eine gute Sache wäre für die Mitte. Jetzt ist es eine verlorene Chance.»

Bis heute trauert der Walliser dem nach: «Wir hätten die Möglichkeit gehabt, die konfessionelle Hürde zu überspringen. Es ist für mich nach wie vor sehr schade. Wir wären praktisch per Knopfdruck die zweite Kraft der Schweiz gewesen, und die FDP hätte nur zuschauen können.»

Kurzporträt

Christophe Darbellay (*1971), Agrarwissenschafter. Begann seine politische Karriere bei der Christlichsozialen Partei Unterwallis, für die er 1999 für den Ständerat kandidierte. Kurz darauf wechselte er zur grösseren CVP. 2003 für die CVP in den Nationalrat gewählt. Seit 2006 als Nachfolger von Doris Leuthard Präsident der CVP Schweiz. Christophe Darbellay strebt einen Sitz in der Walliser Regierung an und will sowohl aus dem Nationalrat als auch vom Parteipräsidium zurücktreten. Hobbys: Jagd, Skifahren, Bergsteigen.

Blick auf die CVP

5 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von roger blum, rapperswil
    Die CVP ist eine linkslastig gewordene Windfahnenpartei. und Darbellay passt da gut dazu...Nein danke!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von JB Chardin, Basel
      ... diese Partei sei linkslastig? Da lachen doch alle Hühner! Und die grösste Windfahnenpartei - ist nachprüfbar - ist immer noch die Blocherpartei.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Ch. Gerber, Basel
    Herr Christophe Darbellay, grundsätzlich sollte sich Ihre Partei am interesse des Volkes ausrichten, dann gibt es weder ein Untergang noch weniger Sitze, im Gegenteil. Wenn Sie oder auch alle anderen Parteien auf das Volk hören, werden Sie auch gewählt. Sie müssen aber alle Versprechen einhalten, sonst rächt sich dies bei den kommenden Wahlen. So einfach ist das Erfolgsretzept. Und Ja, auch wenn das Volk eine klare direkte sprache Spricht, sollte dem Rechnung getragen und nicht ignoriert werden.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von CHRISTIAN ALEXANDER STAUB, CH-3613 STEFFISBURG
    Ich mag die 13-Sternigen aus der "Innert-Schwyz", ich mag deren melodiösen Dialekt, voller träfer Worte und Begriffe, ich mag deren direkte, konsequente, eigenständige verzworgte Art, ich mag Schwarznasenschafe, die stolzen Eringer Kühe, aber ich mag absolut nicht die walliser notorischen Weinpanscher und opportunistichen Dauermauschler. Darbelet soll nur noch auf die Wolfs-Jagd. Und die CVP muss scharf überdenken, was das C in ihrem Kürzel denn noch bedeuten soll.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von JB Chardin, Basel
      Was das C bedeuten soll? Etwa Waffenexporte oder die Produktion und deren Verkauf von Tretminen ... Oder die Beibehaltung der massiven Steuerungerchtigkeit (s. Pauschalbesteuerung)
      Ablehnen den Kommentar ablehnen