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Wahlen15 Aargau Wahl 2015: Aargauer Bürgerliche mit Allianzen weiter als Linke

Bei den letzten Wahlen traten nur fünf Parteien (SVP, FDP, CVP, SP, Grüne) mit Bisherigen an. Dieses Jahr sind es sieben Parteien, neu auch GLP und BDP. Es gibt deshalb mehr Szenarien für Listenverbindungen. Dazu kommt, dass der Aargau einen zusätzlichen Sitz im Nationalrat bekommt.

Alle Parteien und mögliche Listenverbindungen
Legende: Die möglichen Listenverbindungen im Aargau auf einen Blick: Es gibt viele Optionen. Grafik SRF/Logos zvg

Listenverbindungen sind taktische Konstruktionen. Jeder hofft, dass er von Stimmen profitieren kann, die der Partner zwar macht, aber selber nicht brauchen kann. Deshalb müssen alle möglichen Szenarien durchgerechnet werden.

Bei den Wahlen 2015 geht es nicht nur darum, die eigenen Sitze zu halten. Der Aargau hat dann aufgrund der Bevölkerungszunahme einen Sitz mehr zugute. Und wegen diesem zusätzlichen 16. Sitz, ist die Rechnerei noch einmal komplizierter. Und das ganze Prozedere braucht mehr Zeit.

Die Bürgerlichen Parteien wollten ursprünglich im Dezember 2014 über den Abschluss ihrer Listen-Verhandlungen orientieren. Doch daraus wurde nichts. Die Diskussionen laufen immer noch, bzw. sind zum Teil noch gar nicht richtig in Gang gekommen.

Die «Kröte» BDP

Parteilogos mit Seil in Herzform
Legende: SVP und BDP sind zwar nicht verliebt, könnten sich aber trotzdem verbinden bei den Wahlen 2015 im Aargau. Colourbox/zvg/Montage SRF

Die FDP hat schon vor längerer Zeit signalisiert, dass sie an einer grossen Listenverbindung zusammen mit der SVP, CVP und BDP interessiert wäre. Und FDP-Präsident Matthias Jauslin bekräftigt: «Für uns steht nach wie vor die Konstellation SVP-FDP-CVP-BDP im Vordergrund.»

Der Haken dabei: Die BDP ist eine Abspaltung der SVP und als solche ein politischer Feind. Doch die grosse Allianz könnte nur mit der BDP funktionieren, weil sie eine langjährige Partnerin der CVP ist. Und diese beharrt darauf, dass sie die BDP mitnehmen kann.

SVP-Präsident Thomas Burgherr würde die «Kröte» BDP schlucken. «Wir sind bereit, über den politischen Schatten zu springen.» Nur mit einer grossen bürgerlichen Allianz sei garantiert, dass der zusätzliche Sitz ins bürgerliche Lager gehe, argumentiert Burgherr.

Aber die Listenverbindung ist vorerst noch eine Wunschvorstellung der SVP. Die BDP reagiert auf die Avancen der SVP sehr reserviert. BDP-Präsident Bernhard Guhl: «So eine Listenverbindung ist aufgrund der Geschichte natürlich schwierig.»

Guhl arbeitet selber an einer grossen Listenverbindung. Diese sollte nach seiner Meinung alle Kräfte in der Mitte, «jene die konsensorientierte Politik machen», umfassen. Also BDP, CVP, GLP und EVP.

CVP schwankt zwischen rechts und Mitte

Die CVP ist noch sehr unentschlossen. Sie kann sich eine grosse Mitte-Allianz gut vorstellen. Dort müsste aber laut Grossrat Peter Voser auch die FDP mitmachen. Sollte das nicht möglich sein, macht die CVP vielleicht auch bei der Verbindung SVP-FDP-CVP mit. Voser: «Wir sagen ja, wir sind eine bürgerliche Partei. Also können wir auch eine bürgerliche Allianz eingehen.»

In der politischen Mitte des Aargaus und auf der bürgerlichen Seite laufen also Diskussionen über Listenverbindungen und man hat schon recht konkrete Vorstellungen von möglichen Szenarien.

Der Grund für die Eile: Man befürchtet, dass der 16. Nationalratssitz auf der linken Seite landen könnte, bei einer grossen Allianz von SP, Grünen, EVP und GLP. Doch eine solche Allianz ist noch nicht einmal ansatzweise zu erkennen.

Grüne sondieren bei der SP

«Wir waren bis jetzt so stark mit unseren Nominationen beschäftigt, dass wir Listenverbindungen noch gar nicht diskutiert haben», sagt SP-Co-Präsident Cédric Wermuth.

Und wenig Konkretes hört man auch von den Grünen. Man müsse das intern noch genauer ausarbeiten, sagt Wahlkampfleiterin Kim Schweri. Dass aber die SP der Wunschpartner wäre, ist klar. Allerdings hat sich dieser Partner vor vier Jahren einer Verbindung mit den Grünen verweigert.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Kurt Vollmer, Zürich
    Bitte? die wollen ein Bündnis machen SVP mit BDP. War da ncht mal was mit einer Abspaltung wie bei meinen Grünen und Grünliberalen. Und nun wollen die Bürgerlichen Ein Päckli schnüren um die Linken zu verdrängen. Das nenne ich mal einen guten Plan. Würde das bei den Grünen mit den Grünliberalen auch mal machen, wären meine Grünen bei mehr wie 7% Wähleranteil. Aber die sind wohl zu verstritten. Aber auch bei SVP-BDP kann nur in gewissen Punkten eine Zusammenarbeit entstehen. Mal abwarten
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  • Kommentar von Rolf Bolliger, Orpund
    Dieses "Päcklischnüren" könnte am Schluss für ALLE bürgerlichen Parteien bös ins Auge gehen! Vorallem viele SVP-Wähler würden dieses Spiel mit der BDP (die eigentlich seit ihrer Gründung nichts anderes machte, als gegen die SVP zu dräckelen) nie akzeptieren! Thomas Burgherr muss sich diesen politischen "Hochseiltanz" gut überlegen, sonst gehört die wählerstärkste Partei im Aargau bald zu den Verlierern im kommenden Herbst! Das ist nicht bloss eine "Kröte", sondern ein ungewisses, hohes Risiko!
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