Im Kanton Bern fasst eine Partei den Schwarzen Peter

Ein Jahr vor den Wahlen sind im Kanton Bern viele Fragen offen: Tritt der bisherige Ständerat Werner Luginbühl erneut an? Kann die BDP ihren Abwärtstrend bei den Nationalratswahlen bremsen? Und wie werden die Kräfte verteilt, wenn nur noch 25 statt 26 Nationalratssitze zu vergeben sind?

Weil die ständige Wohnbevölkerung nicht stark genug gewachsen ist, muss der Kanton Bern bei den Eidgenössischen Wahlen 2015 einen Nationalratssitz abgeben. Dieser geht an den Kanton Wallis. Das heisst: Statt 26 sind nur noch 25 Sitze zu besetzen. Welche Partei diesen Sitz abgeben muss, ist unklar. Zittern müssen nicht nur die kleinen Parteien, wie zum Beispiel die EVP, sondern auch die BDP.

Die BDP steht ein Jahr vor den Wahlen vor einer Weichenstellung: Kann die noch junge Partei den Abwärtstrend der Grossratswahlen aufhalten? Auf der einen Seite will die bernische BDP in den nächsten Monaten ihr Profil schärfen, sich positionieren. Auf der anderen Seite muss sie den Abgang eines ihrer Zugpferde verkraften: Nationalrätin Ursula Haller aus Thun tritt im kommenden Jahr nicht mehr zu den Wahlen an. «Die Situation ist schwierig», sagt BDP-Kantonalpräsdent Heinz Siegenthaler gegenüber dem «Regionaljournal Bern Freiburg Wallis» von Radio SRF. Für die BDP ist klar, dass sie Listenverbindungen eingehen muss. Siegenthaler liebäugelt mit der FDP oder EDU; Gespräche seien im Gang, so der Parteipräsident.

SVP will einen Sitz mehr

Ein Jahr vor den Wahlen hat sich die SVP zum Ziel gesetzt, einen Sitz im Nationalrat dazu zu gewinnen. Bei den Wahlen 2011 sei dieser nur ganz knapp nicht erreicht worden, sagt SVP-Parteipräsident Werner Salzmann. Die SVP will mit einer Liste zu den Wahlen antreten.

Bei der SP geht es darum, ihre sechs Sitze im Nationalrat zu verteidigen. Diesen hat sie laut Parteipräsident Roland Näf nur dank eines Restmandats erhalten. Die SP will mit drei Listen antreten: Einer Frauen-, einer Männer- und einer Biel-Jura-Liste.

Ein zweiter Wahlgang zeichnet sich ab

Bei den Ständeratswahlen zeichnet sich bereits heute ein zweiter Wahlgang ab. Klar ist: Der Bisherige Hans Stöckli (SP) will noch einmal antreten. Der zweite Bisherige, Werner Luginbühl (BDP), will sich für seine Entscheidung bis Ende Jahr Zeit lassen. Sein Rücktritt wäre jedoch eine grosse Überraschung.

Die Grünen haben bereits Christine Häsler nominiert. Bei der SVP wird es voraussichtlich Albert Rösti richten müssen. Die FDP stellt ihren Delegierten drei Personen zur Wahl: Claudine Esseiva, Peter Flück und Adrian Haas. Die FDP-Delegiertenversammlung ist am 5. November.