Absturz der Solarinitiativen schadet Nationalrat Böhni

Dem grossen Prestigeprojekt der Thurgauer Grünliberalen droht der Totalabsturz. Nach dem wuchtigen Nein in Romanshorn, wurde die Initiative in Amriswil und Frauenfeld zurückgezogen. Für den Nationalratswahlkampf der Grünliberalen sind das schlechte Nachrichten.

Thomas Böhni

Bildlegende: Thomas Böhni bangt um seine Wiederwahl in den Nationalrat. Keystone

Die Solarinitiativen hatten zum Ziel, zehn Quadratmeter Solarfläche pro Einwohner zu betreiben. Das Anliegen sollte über Initiativen in den einzelnen Gemeinden und nicht mit einer kantonalen Initiative erreicht werden. So erhofften sich die Grünliberalen grössere Erfolgschancen, weil ein Nein in einer Gemeinde noch nicht das ganze Projekt zum Absturz bringt.

Danach sieht es jedoch derzeit aus: Romanshorn verwarf die Initiative im März wuchtig. Nun wurden die Initiativen in Amriswil und Frauenfeld zurückgezogen. In Weinfelden ist noch eine Initiative hängig, welche sich allerdings nicht mehr nur auf die Solarenergie bezieht. Es sei schwierig, dieses Thema den Menschen zu erklären, sagt Parteipräsident Stefan Leuthold. Man wolle den Aufwand für den Abstimmungskampf nicht betreiben, weil man keine Chancen sehe.

Wenig sichtbare Erfolge

Das Scheitern des Prestigeprojekts schwächt die Grünliberalen im Thurgau weiter. Leuthold räumt ein, dass eine Wiederwahl von Thomas Böhni in den Nationalrat unter den aktuellen Voraussetzungen nochmals schwieriger werde. Die Solarinitiativen sind eines der wenigen Themen, mit welchen man Böhni in Verbindung bringt. Zudem haben die Grünliberalen noch keine Verbündeten.