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Wirtschaft 25 Millionen für den neuen UBS-Investmentchef

Er hat kaum den PC gestartet, und schon kräftig Kasse gemacht: Für UBS-Investmentchef Andrea Orcel gab es vorab 25 Millionen Franken. Daneben sieht sogar das Jahresgehalt von UBS-CEO Ermotti mickrig aus.

UBS-Chef Sergio Ermotti
Legende: Knapp 9 Millionen Franken für 2012: UBS-Chef Sergio Ermotti Keystone

Gut entschädigt für seinen Wechsel zur UBS wurde Andrea Orcel. Er wechselte vom US-Institut Bank of America Merril Lynch zur UBS – für 25 Millionen Franken. Seit November vergangenen Jahres ist Orcel alleiniger CEO der Sparte Investment Banking bei der UBS.

Aktien für 18 Millionen Franken

«Im Einklang mit der Marktpraxis», habe er Geld als Ersatz für aufgeschobene Vergütungen und Nebenleistungen seines Ex-Arbeitgebers erhalten. Diese seien aufgrund des Wechsels zur UBS verfallen. So steht es im Geschäftsbericht der Grossbank für das vergangene Jahr.

Die sogenannten «Ersatzzuteilungen» für Orcel bestanden aus einer Zahlung von 6,364 Millionen Dollar. Hinzu kamen 1‘755‘691 UBS-Aktien. Diese hatten damals einen Wert von 18,5 Millionen Franken. Zwischenzeitlich ist der Wert der Papiere weiter gestiegen. Orcel kann auf das Paket in Tranchen ab den Jahren 2013, 2014 und 2015 zugreifen.

6, 4 Millionen Franken für Ermotti

Die UBS hat ihrem Konzernchef Sergio Ermotti für das vergangene Jahr insgesamt 8,9 Millionen Franken zugesprochen. Nach Angaben der Bank handelt es sich dabei um seine Grundvergütung und um Bonizahlungen.

Wirklich zugreifen kann Ermotti bislang aber nur auf die 2,5 Millionen Franken seines Grundgehalts. Der Rest stehe erst in den späteren Jahren zur Verfügung. Die genaue Summe hänge damit auch vom Erfolg der Bank, heisst es in einer Mitteilung der UBS.

Wie aus der Mitteilung weiter hervorgeht, erhielt Ermotti für das Jahr 2011 6,4 Millionen Franken. Er war im April des Jahres in die Geschäftsleitung der Bank gewechselt.

Ermotti verdient mehr als Grübel

Ermotti verdient damit deutlich mehr als sein Vorgänger Oswald Grübel: Dieser hatte sich mit jährlich 3 Millionen Franken Fixlohn zufrieden gegeben, auf Boni verzichtete er. Grübel hatte im September 2011 nach einem milliardenschweren Handelsverlust in London seinen Hut genommen.

Die Gesamtvergütung der UBS-Konzernspitze blieb 2012 praktisch gleich. Alle Geschäftsleitungsmitglieder, die am 31. Dezember 2012 im Amt waren, erhielten zusammen 70,4 Millionen Franken.

Dazu kommen 1,7 Millionen Franken an jene Topmanager, welche im Laufe des Jahres aus der Geschäftsleitung der Bank ausschieden. 2011 belief sich die Gesamtvergütung für die gesamte Konzernleitung auf 70,1 Millionen Franken, 2010 auf 91,0 Millionen Franken.

Dass die Grossbank UBS trotz eines Reinverlustes von 2,5 Milliarden Franken im vergangenen Jahr der Geschäftsleitung Boni bezahlt, begründet Verwaltungsratspräsident Axel Weber damit: «Wir haben im Jahr 2012 wichtige Weichen für die Zukunft von UBS gestellt und gute Fortschritte bei der Lösung vergangenheitsbzogener Probleme gemacht.»

Goldener Start für Axel Weber

Auch die UBS-Verwaltungsräte haben 2012 gut verdient: Insgesamt wurden sie mit 11,8 Millionen Franken entschädigt – mehr als 2011. Das hat auch damit zu tun, dass der neue Präsident Axel Weber besser entlöhnt wurde als sein Vorgänger. Weber erhielt 3,6 Millionen Franken. Hinzu kam eine Antrittsprämie von 2 Millionen Franken plus 200'000 UBS-Aktien.

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52 Kommentare

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  • Kommentar von Alois Wutz, Gerlafingen
    Wie schon Einstein sagte: die menschliche Dummheit ist unendlich... Aber die Dummheit der UBS-Führung scheint dies noch zu toppen. Die haben sich wohl gedacht, dass wenn der Vasella zehn mal mehr bekommt, können wir uns dieses Hungerlöhnli wohl ohne Problem ausbezahlen lassen... An alle, die mit der Steuerzahler-Masche kommen: Glauben Sie im Ernst, dass diese Leute all das Geld so brav versteuern? Die haben ihre Steuern längstens "optimiert" und bezahlen oft weniger als ein Büezer...
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  • Kommentar von W. Helfer, Zürich
    Niemand in der CH hat zuwenig Geld um zu leben, aber viele haben zuwenig Geld für Luxus und das können leider Viele nicht mehr ertragen. Ich würde gerne mal sehen, wieviele der grossen Schreiern bereit wären, wenn sie Fr. 15'000.00 p.Mt. hätten und man ihnen sagt, du musst es mit Jemandem teilen und mind. Fr. 4000.00 davon abgeben. Wäre sehr interssant, wer von den grossen Schreiern freiwillig bereit wäre Fr. 7'500.00 oder gar mehr, weil es sein Gegenüber gerade nötiger hätte abzugeben...
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    1. Antwort von H. Bernoulli, Zürich
      Der zu verteilende Kuchen ist begrenzt. Wenn sich eine Minderheit sehr viel davon abschneidet, ohne entsprechend beizutragen, dann müssen dafür andere viel dazu beitragen, ohne entsprechend entschädigt zu werden. Zu ihrem Beispiel: weil sich Wenige soviel vom Kuchen abschneiden können, müssen viele arbeiten ohne entsprechend entlohnt zu werden. Hat nichts mit Neid zu tun, sondern dass eine Minderheit auf Kosten der Mehrheit lebt. Die Minderheit gibt nicht zu wenig ab, sondern nimmt zuviel.
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    2. Antwort von W. Helfer, Zürich
      Schade H. Bernoulli, dass Sie auf mein Bespiel nicht konkret antworten. Z.B. Wie Sie sich verhalten würden, wenn Sie ein Stück vom Kuchen bekommen würden. Gross zu schreien, was Andere mit ihrem Stück Kuchen machen sollten ist sehr einfach. Es würde mich viel mehr interessieren, was die grossen Schreier machen würden, wenn sie selbst ein grosses Stück Kuchen bekommen.
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    3. Antwort von Lotti Stadtland, Ennet dem Berg
      Sie verkennen wohl etwas die Dimensionen Herr oder Frau Helfer. Hier geht es um ganz andere Beträge, und diese sind stossend. CHF 15'000.-- pro Monat sind zwar auch schon sehr fürstlich, aber sehr tief im Vergleich mit dem, was diese unverschämten Banker sich einfach nehmen. Und schauen Sie mal hin, was man denen noch gibt für ihre Altersversorgung, dann werden auch Sie das Kotzen bekommen.
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    4. Antwort von Lotti Stadtland, Ennet dem Berg
      ...und übrigens wird uns laufend der technische Zinssatz der Rentenrücklagen gesenkt, weil wir an der Urne den Umwandlungssatz gesichert haben. Das ist Rentenklau durch die Hintertür. Und gleichzeitig kassieren jene ab, welche die künftige AHV- und Pensionskassenmisere zu verantworten haben und selbst nicht darunter leiden. Solche Typen sitzen auch im Parlament und werden mit Überzeugung gewählt. Das ist es, was stört. Kein Empfinden, keine Solidarität, nur Egoismus und sonst gar nichts.
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    5. Antwort von O.Notter, Zürich
      @ W.Helfer/Sind sie sicher,dass in der Schweiz niemand zu wenig Geld hat um zu leben?Die Zahlen sprechen aber eine andere Sprache.Warum kann z.B.ein Drittel der Schweizer Bevölkerung die Krankenkasse nicht mehr aus der eigenen Tasche bezahlen?Was ist mit all den Ergänzungsleistungen und Sozialhilfe-Fällen?Ab wann wird etwas als Luxus bezeichnet.Ein Dach über dem Kopf,genug zu essen,evtl.Ferien oder drei und mehr Luxus-Limousinen in der privaten Einstellhalle?Geld,ein absolut relativer Begrif...
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  • Kommentar von Hans Haller, Kölliken
    Meines Erachtens sollte man allen Firmen, die im Namen auf die Schweiz hinweisen, nahe legen sich auch schweizerisch zu verhalten, oder auf den Begriff Schweiz oder schweizerisch gänzlich zu verzichten. In der Folge der Ereignisse rund um die UBS und Boni etc. denke ich wäre es sicherlich nun auch nach der Annahme der Minder-Initiative angemessen, der UBS nahezulegen auf das "S" inskünftig verzichten zu müssen. - Vielleicht sollte dann auch Economiesuisse auf das Suisse verzichten....???
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    1. Antwort von Lotti Stadtland, Ennet dem Berg
      Ja, das wäre konsequent. Denn mit unserer Schweizer Kultur (unseren Werthaltungen, Traditionen, Empfindungen und Verhalten) haben diese Kreise schon längst nichts mehr zu tun. Man müsste es denen verbieten können!
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