Alpiq macht sich auf zu neuen Ufern

Alpiq will sich als Reaktion auf den Wandel in der Strombranche neu ausrichten. Noch steht das genaue Konzept für diese Neuausrichtung nicht. Der Konzern informiert erst nächstes Jahr. Doch der Verkauf von Beteiligungen hat bereits begonnen.

Turbinen im Wasserkraftwerk in Gösgen.

Bildlegende: Der Anteil an erneuerbarer Energie, wie hier im Wasserkraftwerk in Gösgen, konnte zulegen. Keystone

Alpiq weist für das erste Semester 2013 wieder schwarze Zahlen aus. Der Gewinn beträgt 115 Millionen Franken. Der Stromkonzern hat sich damit von den hohen Verlusten in den Jahren 2011 und 2012 erholt. Der Halbjahresumsatz sank aber um 26 Prozent.

Immerhin: Hinsichtlich der anhaltend schwierigen Marktbedingungen sei das Resultat «zufriedenstellend», sagte Alpiq-Chefin Jasmin Staiblin bei der Präsentation der Zahlen in Olten. Schuld am Umsatzrückgang seien Instandhaltungsarbeiten und Sicherheitserhöhungen in der Nuklearenergie. Zudem sei die Bezugsmenge aus langfristigen Verträgen an den Schweizer Grenzen tiefer ausgefallen.

Billiger Strom, teure Stillegung

Positiv ausgewirkt hätten sich dagegen die Massnahmen zur Kostensenkung. Und die Produktionsmenge aus erneuerbaren Energien habe sich erhöht. Insgesamt seien die Strompreise gegenüber dem Vorjahr um mehr als 20 Prozent gesunken. Gleichzeitig hätten sich die Abgaben und Netzbeiträge erhöht, so Staiblin weiter.

Ins Gewicht fiel auch die ungeplant lange Stilllegung des Atomkraftwerks Gösgen diesen Sommer wegen Problemen bei einem neuen Stromgenerator. Für das Gesamtjahr hat Alpiq ein tieferes operatives Ergebnis als 2012 in Aussicht gestellt.

Strategiewechsel angekündigt

Den Halbjahresgewinn von 115 Millionen musste sich Alpiq hart erarbeiten. So wurden Beteiligungen an den Stromunternehmen Repower und Romande Energie Holding verkauft sowie die Netzgesellschaften an Swissgrid übertragen.


Gespräch mit Alpiq-Chefin Jasmin Staiblin

3:24 min, aus SRF 4 News aktuell vom 26.08.2013

Hat sich Alpiq damit schon gesund geschrumpft? «Wir sind kleiner geworden», bestätigte Staiblin gegenüber SRF. «Wir haben uns bis jetzt von finanziellen, nicht strategischen Beteiligungen getrennt. Somit ist unser Kerngeschäft als solches nach wie vor im Herzen unseres Unternehmens.»

Der Konzern habe nun einen umfassenden Strategieprozess gestartet, um den neuen Herausforderungen zu begegnen. Die Gespräche zwischen Geschäftsleitung und Verwaltungsrat seien konstruktiv, sagte Alpiq-CEO Staiblin. Man wolle sich viel Zeit nehmen und mit den Resultaten dieses Umbaus erst an die Öffentlichkeit gehen, wenn alles ausdiskutiert sei. Das werde im Laufe des Jahres 2014 der Fall sein.