Am 11.11. stürzen sich Chinesen in den Shoppingwahn

Was uns der Valentinstag ist, ist dem Chinesen sein «Tag des Singles». Und der ist am 11.11. Das heisst vor allem: einkaufen, einkaufen, einkaufen. Am liebsten bei der Online-Verkaufsplattform Alibaba. Jetzt ist die chinesische Post gefragt.

Grosses Display mit dem Datum 11.11. unter dem Firmenschriftzug Alibaba Group

Bildlegende: Seit 2009 gibt es bei der chinesischen Online-Plattform das Shopping-Festival. Reuters

Chinesische Online-Käufer haben am «Tag des Singles» bereits in den ersten Stunden Milliarden ausgegeben. Allein beim Anbieter Alibaba betrug der Umsatz in der ersten Stunde zwei Milliarden Dollar, wie der Online-Händler mitteilte. Für den ganzen Tag wird der Umsatz nach optimistischen Schätzungen auf zehn Milliarden Dollar steigen, glaubt SRF-Digitalredaktor Jürg Tschirren. Auf der Plattform seien auch erstmals bekanntere westliche Marken zu finden, fügt er an.

500 Millionen Pakete

Das sei schon mehr als ein Drittel der Summe, die Alibaba am gesamten letztjährigen «Tag des Singles» umgesetzt hatte. Die staatliche chinesische Post rechnet mit dem Versand von 500 Millionen Paketen, das wäre ein Plus von 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dabei kommt auf die chinesische Post einiges zu, sagt Tschirren. Denn es seien nicht nur Chinesen, die bei Alibaba kaufen.

Der Tag war 2009 von Chinas Online-Händlern als Gegenstück zum Valentinstag ins Leben gerufen worden; er liegt wegen der vier Einsen in Folge auf dem 11.11. Mit Sonderangeboten sollen die vielen Unverheirateten des Landes über ihre Einsamkeit hinweg getröstet werden. Der «Tag des Singles» ist der umsatzstärkste Tag in Chinas Online-Handel. Auch im Ausland lebende Chinesen sind angesprochen.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Börse im Alibaba-Fieber

    Aus Tagesschau vom 19.9.2014

    Der chinesische Onlineriese Alibaba hat in New York den bislang grössten Börsengang gestemmt. Bei der Erstnotierung sprang die Aktie zum Handelsstart überraschend deutlich auf 92,70 Dollar. Einschätzungen von Börsenkorrespondentin Mirjam Braun in New York.