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Wirtschaft Am Postschalter gibt es künftig Hörverstärker

Vignetten, Telefone und Lesebrillen – all diese Sachen gibt es bereits bei den etwa 1700 Poststellen in der Schweiz. Nun können Kunden ebenfalls Hörverstärker kaufen. Aber: Dieser Schritt ist nicht unumstritten.

Glückwunschkarten in einer Postfiliale.
Legende: Die Post verkauft nicht nur Papeterie-Artikel, neu hat sie auch Hörverstärker im Sortiment. Keystone

Einzahlungen, Brief-und Paketversand – das spüle zu wenig Geld in die Kasse. Andere Produkte sollten es richten – und der Hörverstärker passe ins Sortiment, sagt Oliver Flüeler, Leiter der Post-Medienstelle. «Wir versuchen uns auf Kommunikationsbereiche zu fokussieren. Von Papeterie-Artikeln über Handys bis hin jetzt zu Hörverstärkern. Es sind ja nicht medizinische Geräte, sondern einfach standardisierte Geräte.»

Sie haben alle drei voreingestellte Programme und lassen sich nicht individuell anpassen – im Gegensatz zu den medizinischen Hörgeräten. Diese müssen zudem vom Eidgenössischen Institut für Metrologie geprüft werden.

Hörverstärker kosten bei der Post zwischen 350 und 700 Franken. Das berichtete die «NZZ am Sonntag». Günstigere Produkte auf dem Gesundheitsmarkt begrüsse man, sagt Michel Rudin vom Konsumentenforum. Doch dieser Preis sei immer noch hoch. Er zweifle, ob die Post die entsprechende Beratung bieten könne.

Kein Fachwissen nötig?

«Wir Konsumentinnen und Konsumenten wollen schliesslich nur etwas kaufen, das uns dann wirklich nützt», sagt Rudin und fügt an: «Ich frage mich, ob die Post der richtige Ort dafür ist und ob sie wirklich technisch affin genug ist, um solche Produkte zu verkaufen.»

Viele Konsumentinnen und Konsumenten würden sich jetzt bereits ärgern, weil sie bei der Post lange anstehen müssten, so Rudin.

Dem entgegnet Flüeler: Es brauche gar keine Fachwissen, keine grosse Beratung. «Ich habe mir sagen lassen, dass es standardisierte Geräte sind und nur vorübergehend als Hilfe und Unterstützung dienen. Wenn jemand mehr Probleme hat, geht er – wie mit der Brille – selbstverständlich zu einem Optiker. Das Gleiche passiert mit diesen Hörverstärkern.»

In der Schweiz bieten seit zwei Jahren einige Apotheken und Optiker solche Hörverstärker an. Noch ist ungewiss, ob solche Produkte bei den Kunden nun vermehrt auf offene Ohren stossen.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Hansruedi Nägeli, Flawil
    Wieso bleibt die Post nicht bei den Kerngeschäften? Man wird in Zukunft noch mehr zur Nummer und mann muss noch länger warten, wenn jetzt neu noch Hörsysteme über den Postschalter Tisch gehen, da ja in diesem Bereich wirklich ohne Beratung einer präzisen und genauen Erklärung welche als Schweizer Bevölkerung immer so gross geschrieben wird in Frage gestellt wird! Einmal mehr werden die CEO und Manager noch reicher und die kleinen Angestellten noch ärmer! Der Staat will dies ja in Zukunft so!
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  • Kommentar von Albert Planta, Chur
    Das Kerngeschäft der Post ist rückläufig. Will die Post ihre Mitarbeiter weiterhin beschäftigen muss man eben Alternativen ins Auge fassen.
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    1. Antwort von M. Tisserand, Schweiz
      ...auch hier zeigt sich die Überbevölkerung! Gewisse Kreise wünschen sich ja 10 Milliarden Einwohner auf der Erde. Was sollen die alle essen - geschweige denn arbeiten?
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  • Kommentar von Ernst Jacob, Moeriken
    Die Post verkauft nicht nur Hörgeräte, sie verkauft auch Elektrovelos und Veloanhänger, Süssigkeiten, Papeterieartikel, Telefone, Pay-TV-Verträge, etc., es wird wirklich langsam Zeit, sich zu fragen, was das Ganze überhaupt soll. Vielleicht ist das der freie Markt, allerdings scheint sich von der hohen Politik auch kein Mensch mehr darum zu kümmern, wichtig ist doch nur, dass schwarze Zahlen geschrieben werden und die Post ihr Briefmonopol behält. Schweizerische Staatswirtschaft in Reinstkultur.
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