Amazon behandelt Leiharbeiter schlecht

Bei Amazon in Deutschland sollen teilweise schikanöse Arbeitsbedingungen herrschen. Laut einem ARD-Bericht sind vor allem Leiharbeiter aus dem Ausland betroffen. Jetzt hat Amazon reagiert und zwei Dienstleister-Firmen gekündigt.

Blick in das Verteilzentrum von Amazon in Bad Hersfeld. Viele Pakete sind zu sehen.

Bildlegende: Im Versandzentrum von Amazon in Bad Hersfeld herrschten für Leiharbeiter schlechte Arbeitsbedingungen. Keystone

Amazon ist der weltgrösste Internetversand-Händler und beschäftigt in Deutschland rund 7700 Mitarbeiter in sieben Logistik-Zentren. Letzte Woche strahlte ARD eine Reportage über die Arbeitsbedingungen von spanischen und polnischen Leiharbeitern im hessischen Versandzentrum Bad Hersfeld aus.

Zusammengepfercht und schlecht bezahlt

Schlechter bezahlt als vereinbart, auf engstem Raum in Ferienwohnungen untergebracht und von Amazon permanent überwacht – die Vorwürfe waren so happig, dass die deutsche CDU-Arbeitsministerin Ursula von der Leyen Leiharbeitsfirmen mit Lizenz-Entzug gedroht hatte, sollten sie weiter mit Amazon zusammenarbeiten.

In der ARD-Reportage «Ausgeliefert – Leiharbeit bei Amazon» wird der Sicherheitsfirma Hensel European Security Services eine schikanöse Arbeitsweise vorgeworfen. Einzelne Mitarbeiter der Firma hätten sich neonazi-typisch gekleidet und auch Kontakte zur rechtsextremen Szene gepflegt.

Sicherheitsfirma gekündigt

Die Sicherheitsfirma wies diese Vorwürfe zurück. Trotzdem hat Amazon ihr jetzt mit sofortiger Wirkung gekündigt. Amazon quittierte ferner die Zusammenarbeit mit dem Dienstleister, der für Unterbringung, Transport und Einsatz der Sicherheitskräfte verantwortlich gewesen ist.

Besorgt über das drohende Negative-Image stellte das Unternehmen fest: Bei Amazon gilt eine Nulltoleranz-Grenze für Diskriminierung und Einschüchterung.