Anstieg der Gesundheitskosten nur vorerst abgebremst

Die vor einem Jahr eingeführten Massnahmen zu Kostensenkung verpuffen nahezu wirkungslos. Ausgaben für Ärzte und Medikamente werden ab 2016 wahrscheinlich massiv steigen. Zu diesem Schluss kommt die Konjunkturforschungsstelle.

Tiefere Medikamentenpreise und moderat steigende Löhne im schweizerischen Gesundheitswesen bremsen das Wachstum der Gesundheitsausgaben in den kommenden Jahren leicht ab. Zu diesem Schluss gelangt die neueste Prognose der Konjunkturforschungsstelle (KOF) der ETH Zürich.

Für das laufende Jahr rechnet die KOF mit einem Anstieg der gesamten Gesundheitskosten von 2,1 Prozent. Im kommenden Jahr sollen diese um 2,8 Prozent steigen. Für 2016 sagt die neueste KOF-Prognose eine Zunahme von 3,7 Prozent voraus. Die Gesundheitsausgaben steigen damit von rund 71,3 Milliarden Franken im Jahr 2013 auf 77,6 Milliarden Franken im Jahr 2016.

Moderate Lohnentwicklung

Zur prognostizierten Abflachung des Kostenanstiegs in den folgenden Jahren tragen laut Projektleiter Marko Köthenbürger die im Juni 2013 in Kraft getretenen Preissenkungen für Medikamente bei. Dazu kommt die Wiedereinführung des Zulassungsstopps für Ärzte.

Schliesslich wirkt sich auch die moderate Lohnentwicklung im Gesundheitswesen auf die Ausgabenentwicklung aus. Da ab 2016 kostendämpfende Faktoren fehlten, sei ab diesem Zeitpunkt von einem beschleunigten Ausgabenwachstum auszugehen.

Ausgaben für Pflegeheim steigen

Einen überdurchschnittlichen Anstieg erwartet die KOF bei den sozialmedizinischen Institutionen wie Pflegeheimen und Spitälern sowie bei der Spitex. Gemäss Prognose werden die Ausgaben für Pflegeheime 2015 erstmals die 10-Milliarden-Franken-Marke übersteigen.

Die KOF publiziert ihre Prognose zur Entwicklung der Gesundheitsausgaben zweimal jährlich. Die Herbstprognose wird vom Internet-Vergleichsdienst comparis.ch und die Frühjahrsprognose von der Firma TopPharm mit einem Forschungsbeitrag unterstützt.