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Flaute bei den Apotheken
Aus Tagesschau vom 21.05.2020.
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Apotheken im Umsatztief Die Ruhe nach dem Sturm

Über fünfzig Prozent sind die Umsätze zeitweise gestiegen – verglichen zum Vorjahr. Doch jetzt der Einbruch. So stark, dass bereits über Kurzarbeit nachgedacht wird.

Nicht nur WC-Papier wurde mit Ausbruch der Coronakrise gehamstert, sondern auch Medikamente – allen voran Schmerzmittel. Mehr als doppelt so viele Packungen wie im Vorjahr gingen davon zeitweise über die Ladentheke, aber auch Erkältungsmittel und Vitaminpräparate waren beliebt.

Irène Weber ist Inhaberin von zwei Apotheken und Drogerien im Kanton Zürich und hat den Umsatzzuwachs hautnah miterlebt. «Wir hatten eine grosse Nachfrage bei allen Schmerzmitteln. Aber auch Medikamente gegen Asthma wurden von Patienten mit Dauerrezepten stark nachgefragt. Sie wollten die Medikamente zu Hause haben, da sie verunsichert waren.»

Umsatzeinbruch seit dem Lockdown

Doch ab dem Lockdown gingen die Verkaufszahlen in den Apotheken schweizweit stark zurück. So stark, dass die im Februar und März zusätzlich erwirtschafteten Umsätze bald wieder aufgebraucht sind. Die Auslastung sei deutlich unter hundert Prozent gefallen, sagt Weber über die aktuelle Situation in ihrer Apotheke und Drogerie. «Die Überstunden vom März wurden im April fast vollständig abgebaut. Wenn die Kundenfrequenz nicht bald wieder besser wird, muss ich mir Gedanken über Kurzarbeit machen.»

Den Umsatzrückgang spürt auch der Schweizerische Apothekerverband pharmaSuisse. Präsident Fabian Vaucher führt das hauptsächlich auf den reduzierten Betrieb in Arztpraxen zurück: «Nach dem Lockdown waren die Ärzte verpflichtet, ihr Angebot zu reduzieren. Und wir haben das in den Apotheken gespürt. Jeder Arztbesuch hat meist auch einen Besuch in der Apotheke zur Folge, und die blieben aus.»

Es gebe jedoch auch starke Unterschiede je nach Standort. Bei Einkaufscentern oder an Bahnhöfen sei der Effekt am grössten gewesen, erklärt Vaucher. Auf dem Land seien die Filialen weniger davon betroffen gewesen, da die Patienten mittels Hauslieferdienst weiter Medikamente bestellt hätten.

Kurzarbeit als Ultima Ratio

Doch der Verbandspräsident appelliert an seine Mitglieder, Kurzarbeit wirklich nur als letzten Ausweg einzuführen. «Zuerst sollen sie Überstunden und Überzeit abbauen. Oder die Öffnungszeiten in Absprache mit den kantonalen Behörden reduzieren.»

Die seit Ende April wieder zugelassenen Arztbehandlungen lassen die Apotheken und Drogerien hoffen, dass die Kundenfrequenz bald wieder ansteigt. Doch mit einem Ergebnis wie im Vorjahr rechnet der Verband nicht mehr.

Tagesschau, 21.05.2020, 19:30 Uhr

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16 Kommentare

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  • Kommentar von Norbert Zehner  (ZeN)
    Die gravierenden Auswirkungen dieses durch Politik (selbstherrlich?) verordneten Lockdowns kommen immer mehr an Oberfläche. Da kommt eine Lawine auf die Bevölkerung zu, von der Politik nun nicht zu träumen wagt und sie immer noch stur verdrängt. In Unschuld werden dieselben im Herbst dann ihre Hände desinfizieren...
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  • Kommentar von Daniel Ackermann  (saskilte)
    Da die Schweizer Apotheken durch Lobbyarbeit einen Schweizer Onlinehandel verboten haben bestelle ich Medikamente ganz legal in Deutschen Apotheken.
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    1. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Daniel Ackermann: Solange sie das selber bezahlen hat niemand ein Problem damit. Viele bestellen noch ganz andere Güter im Ausland oder kaufen gar ihr Auto in Deutschland.
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  • Kommentar von Markus Keller  (markus.keller)
    Apotheken braucht es nicht! Verteuert nur das Gesundheitssystem! Medikamente beim Arzt beziehen. Fertig! Vorallem Rezeptpflichtige! Zahle doch nicht jedes mal noch eine Gebühr für die Rezeptkontrolle!!? Und dann wollen sie das Original-Rezept oft behalten dass man nicht in einer anderen Apotheke das nächste Mal geht. Bei mir geht zum Glück diese Verkaufsmasche nicht!
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    1. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Markus Keller: So einfach wie Sie das schreiben ist es nicht. Oft verhindern die Apotheken, dass bei niederschwelligen Krankheiten die Leute gleich zum Arzt rennen. An Wochenenden gehen dann viele gleich noch zum Notfall. Der Arzt und erst Recht der Notfall ist viel teurer, als sich in der Apotheke, die auch an Weekenden offen hat, ein Medikament zu besorgen und sich dann zu Hause selbst zu heilen. Also bitte: Bevor sie irgendetwas behaupten, bitte zuerst nachdenken.
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    2. Antwort von Hans-Ulrich Rechsteiner  (Rechi)
      Herr Keller, ich bin genau Ihrer Meinung. Ich brauche monatlich verschiedene Medikamente die ich immer beim Hausarzt beziehe. Kein Rezept, keine Beratungsgebühren und anderen Schischi.
      Ich rufe 2 Tage vorher an und hole diese dann ab. Bequem, schnell und zuverlässig.
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