Axpo, Alpiq, BKW verzichten auf Bau von Ersatz-Kernkraftwerken

Die drei Energiekonzerne passen sich, wie sie mitteilen, der veränderten Energiewelt an und ziehen ihre Rahmenbewilligungsgesuche zurück. Damit verzichten sie auf den Bau neuer AKW.

Soll nicht ersetzt werden: das AKW Leibstadt.

Bildlegende: Soll nicht ersetzt werden: das AKW Leibstadt. Keystone

Die Energiegesellschaften Axpo, Alpiq und BKW ziehen ihre 2008 eingereichten und 2011 sistierten Rahmenbewilligungsgesuche für Ersatz-Kernkraftwerke zurück.

Seit der Einreichung der Gesuche für die Ersatzkernkraftwerke im Jahr 2008 habe sich die Energiewelt fundamental verändert, lautet die Begründung. Der Markt sei heute ein anderer, und die Politik habe in der Zwischenzeit die Weichen für eine Zukunft ohne Kernkraft gestellt. Die drei CEOs hätten daher entschieden, gemeinsam die Rahmenbewilligungsgesuche zurückzuziehen. Den Antrag an den Bundesrat habe man heute beim Bundesamt für Energie eingereicht.

Nach dem Reaktorunfall in Fukushima 2011 hatte Energieministerin Leuthard beschlossen, dass die Anträge für die drei neuen Kernkraftwerke nicht mehr weiter geprüft würden. Ende September 2016 hat nun das Parlament das erste Massnahmenpaket der Energiestrategie 2050 beschlossen, wonach ein Bau neuer Kernkraftwerke nicht mehr vorgesehen ist.

Einschätzung von Wirtschaftsredaktor Matthias Heim

Mit dem Rückzug der Gesuche ist auch formell klar, dass in absehbarer Zeit keine neuen AKW in der Schweiz mehr gebaut werden. Wirklich zur Debatte standen sie allerdings schon seit einigen Jahren nicht mehr. Denn als die drei Energiekonzerne ihre Gesuche 2008 einreichten, waren die Vorzeichen andere als heute: Die Preise für Strom waren um ein Mehrfaches höher, und man rechnete mit einem Versorgungsengpass. Und für
die BKW war das Gesuch für eine Erneuerung des AKW Mühleberg ohnehin Makulatur: Der Berner Energiekonzern stellt sein Kraftwerk per 2019 ganz ab.