Bald mehr Elektroautos auf Deutschlands Strassen

Ab kommendem Monat werden in Deutschland E-Autos verbilligt. Darauf haben sich die deutsche Bundesregierung und die Autoindustrie geeinigt, wie der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble bekanntgab. Die Förderung ist befristet bis ins Jahr 2019.

Stecker in einem E-Auto

Bildlegende: Elektroautos bis zu einem Neupreis von 60'000 Euros werden in Deutschland künstlich verbilligt. Keystone/Archiv

Die deutsche Regierung hatte als Ziel definiert, dass 2020 eine Million E-Autos unterwegs sein sollen. Zu Jahresbeginn 2016 waren aber erst 25‘500 E-Autos und 130‘000 Hybride zugelassen. In Deutschland sind insgesamt rund 45 Millionen Autos unterwegs.

Um die schleppende Nachfrage nach Autos ohne fossile Brennstoffe anzukurbeln, soll es demnach für reine E-Autos Zuschüsse von 4000 Euro geben, für Hybride 3000 Euro. Hybride sind E-Autos mit ergänzendem Verbrennungsmotor. Die Kosten in Höhe von 1,2 Milliarden Euro sollen sich der deutsche Staat und die Hersteller jeweils zur Hälfte teilen.

Prämien sollen nur für Modelle mit einem Listenpreis von maximal 60'000 Euro für ein Basismodell möglich sein, das bedeutet, dass E-Autos der Luxusklasse von der Prämie ausgeschlossen sind.

«Ungenügende Batterietechnik»

Helmut Becker ist deutscher Autoexperte und Publizist. Er sagt zum Ziel der deutschen Regierung: «Eine Regierung kann dem Markt kein Ziel vorgeben.» Zwar sei die Elektromobilität für die deutsche Autoindustrie die Zukunft, einerseits aus Umweltgründen und andererseits, weil das Erdöl irgendwann zu Ende gehe.

Doch mit der heute existierenden Batterietechnik komme die Industrie nirgends hin. «Die Reichweite der Batterie ist unzulänglich, nicht etwa die Technik, wie man aus Strom Vortrieb macht. Das beherrscht die deutsche Autoindustrie seit 120 Jahren.» Im Wettbewerbsvergleich mit den Verbrennungsmotoren schnitten E-Autos unzureichend ab.

Als den grossen Durchbruch für die E-Autos sieht Becker deshalb die Kaufprämie nicht. «Keine Kaufprämie kann einen Markt in Bewegung setzen.» Das könnte nur ein besseres Produkt, ist er überzeugt.