Bei Raiffeisen klingeln die Kassen

Die Raiffeisen-Gruppe hat im ersten Halbjahr das Geschäftsvolumen weiter ausgeweitet und auch deutlich mehr verdient. Erneut vergab die Bankengruppe mehr Hypotheken.

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Halbjahreszahlen Raiffeisen

1:43 min, aus Tagesschau am Mittag vom 12.8.2015

Die Schweizer Bankengruppe Raiffeisen verwaltete per Ende Juni erstmals Kunden-Vermögen von über 200 Milliarden Franken, das sind knapp zwei Prozent mehr als im Vorjahr. Der Gewinn stieg im ersten Halbjahr kräftig: Er legte um 8,7 Prozent auf 395 Millionen Franken zu.

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Bildlegende: Raiffeisen verwaltet erstmals ein Kunden-Vermögen von mehr als 200 Millionen Franken. Keystone

Der Betriebsertrag – also die Einnahmen aus dem Bankgeschäft – stieg um 7,9 Prozent auf 1,5 Milliarden, wie die Bank mitteilt. Sowohl im Zinsgeschäft als auch im Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft wuchsen die Erträge. Auch im Handelsgeschäft legte Raiffeisen zu.

Ausgaben weniger stark gestiegen

Leicht unterdurchschnittlich zum Betriebsertrag nahm der Geschäftsaufwand zu, und zwar um 5,3 Prozent auf 913 Millionen Franken. Der Aufbau der Sparte Asset Management sowie Investitionen in die IT hätten den Geschäftsaufwand in die Höhe getrieben.

Gleich wie die verwalteten Vermögen liegt auch die Bilanzsummer erstmal über der 200-Milliarden-Grenze: Sie legte um 6,7 Prozent auf 201,3 Milliarden Franken zu. Das Volumen der Hypothekarforderungen erhöhte sich seit Anfang dieses Jahres auf 154,6 Milliarden Franken (+ 2,5 Prozent). Die Bank spricht von einem «soliden Wachstum in einem weniger dynamischen Immobilienmarkt».


Raiffeisen präsentiert gute Halbjahreszahlen

1:14 min, aus SRF 4 News aktuell vom 12.08.2015

Drittgrösste Bank des Landes

Wegen ihrer mittlerweile erreichten Grösse und dem ständig steigenden Hypothekarvolumen hat die Nationalbank Raiffeisen vor genau einem Jahr als systemrelevant für das Schweizer Finanzsystem eingestuft.

Damit befindet sie sich in der gleichen Gruppe wie die Grossbanken UBS und Credit Suisse (CS) sowie die Zürcher Kantonalbank (ZKB). Das bedeutet vor allem schärfere Vorschriften bei den Eigenmitteln, mit denen die Bank ihre Geschäfte unterlegen muss. Dazu hält Raiffeisen in der Medienmitteilung fest, sie erfülle die regulatorischen Vorgaben «ohne weitere Massnahmen problemlos».

Die Raiffeisen-Gruppe ist gemessen an ihrer Bilanzsumme (vergleichbar mit dem Umsatz bei Industrieunternehmen) die drittgrösste Schweizer Bank hinter UBS und CS. Auf den Plätzen 4 und 5 folgen die ZKB sowie Postfinance.