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Wirtschaft Birgt Zypern die Lösung der Eurokrise?

In der Euro-Zone herrscht Alarmstufe Rot: In Zypern droht nach dem Ultimatum der EZB der System-Kollaps. Eine mögliche Pleite des Landes bietet laut Experten aber auch Chancen.

Eine Grundvoraussetzung für die Rettung von Krisenstaaten mit EU-Finanzmitteln ist der Nachweis, dass bei dem betroffenen Land die «Systemrelevanz» gegeben ist. Taumelnde Banken und Euro-Krisenländer sollen also erst dann gestützt werden, wenn eine Pleite sonst das gesamte Eurosystem erschüttern würde.

Ist die Krise in Zypern nun systemrelevant für den Euro als Ganzes oder nicht? Jeroen Dijsselbloem, Chef der Euro-Gruppe, sagt: Ja. «Die aktuelle Situation stellt definitiv ein systemisches Risiko dar. Die Unruhe in den letzten Tagen hat dies bewiesen», sagte Dijsselbloem gestern in Brüssel vor Abgeordneten des Europaparlaments. Auch die Europäischen Zentralbank war bis anhin dieser Ansicht.

Konsequenzen aus der Finanzkrise

Der EZB war am Donnerstag aber der Geduldsfaden gerissen. Sie stellte ein Ultimatum und drohte, die Hilfen für die zyprischen Banken einzustellen, sollte bis Montag kein Hilfsplan stehen. Lässt die EZB die Pleite Zyperns tatsächlich zu, sieht sie sich dem Vorwurf ausgesetzt, das Land trotz der vermeintlichen Systemrelevanz fallengelassen zu haben.

Auf der anderen Seite sei es ein wichtiger Schritt für die EZB, sagt Oliver Stock vom deutschen Handelsblatt zu SRF: «Sie hat viel zu lange zugeschaut und sich ein Stück weit der Politik untergeordnet.» Dieser Entwicklung trete sie jetzt entgegen. Es gäbe erhebliche Ansteckungsrisiken wenn Zypern bankrott gehen würde, denkt auch der Experte. Auf der anderen Seite rechne die EZB laut Stock mit einer endgültigen Lösung der Eurokrise.

Es liessen sich Konsequenzen aus der Finanzkrise ziehen, wenn man zeigen könnte, dass man systemrelevante Banken tatsächlich schliessen und abwickeln könne, betont er weiter. Die EZB würde zeigen, dass auch die grossen Banken nicht so wichtig sind, als das man sie nicht zumachen könnte. «Die EZB hätte so praktisch in einem Versuchslabor einen Erfolg erzielt, der weltweit für Erleichterung sorgen würde», sagte er. Die Frage sei nur, wie sich die Zyprer dabei fühlen würden.

13 Kommentare

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  • Kommentar von Tarkan Ülkücü, Zürich
    Südzypern kann ja staatliche Ländereien verkaufen. Ich bin sicher, dass die Türkei und die Türkische Republik Nordzypern grosses Interesse an einem Kauf hätten.
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    1. Antwort von A. Schweigler, Zürich
      Tönt nicht schlecht aber der Stolz würde das nie zulassen und wohin mit den Menschen die vorher zwangsenteignet werden müssten ???
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    2. Antwort von Harald Girschweiler, Zürich
      @Tarkan Uelkücü: Da werden die Zyprioten im Süden eher Gras fressen als Sie das Land an die Türken verkaufen werden.
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    3. Antwort von Tarkan Ülkücü, Zürich
      @Girschweiler: Nicht Gras fressen, lieber rauchen.
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  • Kommentar von Manfred BÖTTCHER, 44809 Bochum
    Was nun ,wenn Zypern die EURO-Zone verlässt,freiwillig (oder gezwungen) die EIGENE WÄHRUNG wieder einführt und nach einiger Zeit stellt sich raus : ZYPERN GEHT ES BEI WEITEM BESSER : Glaube auf Grund der Erfahrungen in dem vor EURO -Europa ist diese Annahme wahrscheinlicher . .Könnte ja auch für alle EURO-Staaten von interesse sein.
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    1. Antwort von A. Schweigler, 44809 Bochum
      Mit einer eigenen Währung könnte Zypern die Schulden niemals zurückzahlen. Und niemand würde sein Geld in Zypern lassen nicht mal die Einheimischen. Zypern währe am ENDE für lange Zeit. Vergleichsweise mit Rumänien. Es würde auch kein Turi mehr kommen da kein Geld für Sicherheit da sein würde. Also ........was wird ?????
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    2. Antwort von A. Schweigler, 44809 Bochum
      Wiedereinführund eigener Währungen würde so manches Land ( Wie zb. Deutschland ) in den Abgrund Stürzen. Ein paar 100 Milionen Arbeitslose mehr in Europa und als Folge ev. sogar neue Kriegerische auseinandersetzungen die niemand mehr will mitsichbringen. Also Zwickmühlensituation . Ich denke momentan den Ball flachhalten und schlimmeres versuchen zu vermeiden.
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    3. Antwort von Harald Girschweiler, 44809 Bochum
      @Schweiger: Wenn CY bankrott ist ist der Staat bankrott u. kann die Schulden so oder so nicht vollständig zurückzahlen. Möglicherweise einen Teil ohne Zinsen u. einen cut auf langjährige Verschreibungen. wie man es in ARG. machte. Ich glaube schon, dass diese Möglichkeit eine Alternative ist, da muss ich dem Erzbischof von CY recht geben. Den Inseleinwohnern dürfte es im Augenblick egal sein, ob DE in Folge darauf Probleme haben oder nicht.
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  • Kommentar von Harald Girschweiler, 9500 Wil SG
    Etwas zeigt die heutige Lage klar: 1. Die CH als Kleinstaat, darf nie der EU, oder sonst einem Staatenbund angehören. 2. Die CH muss das Finanzwesen in eigener Kompentenz selbst regeln u. die Banken mit griffigen, klaren Gesetzen ausstatten damit der Finanzplatz eine Zukunft hat. Die Gesetzgebung müssen alle invol. Kreise ausarbeiten u. mittragen. 3. Die Sicherstellung der Devisenreserven mit dem Nationalbank-Gold muss mind. 20% betragen (Initiative).
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