Brechen Schweizer Rohstoff-Firmen Iran-Embargo?

Mit Sanktionen will die internationale Staatengemeinschaft das iranische Atomprogramm blockieren. Aber längst nicht alle Firmen halten sich an das Embargo. Im Verdacht stehen nun auch Schweizer Rohstoffriesen.

Firmenschild Gelncore.

Bildlegende: Macht Glencore illegale Geschäfte mit dem Iran? Reuters

Ein 49 Seiten umfassender Bericht der Vereinten Nationen bringt brisante Erkenntnisse ans Licht. Demnach sollen Rohstoffkonzerne mittels Tauschgeschäfte die internationalen Sanktionen gegen den Iran umgangen haben.

Im Verdacht stehen Glencore Xstrata und Trafigura. Die Konzerne sollen Aluminium an eine Firma im Iran geliefert, die wiederum Aluminium für das iranische Atomprogramm bereitgestellt hat.

Sowohl Glencore als auch Trafigura räumten ein, Geschäfte mit Iralco gemacht zu haben. Beide Konzerne hätten diese aber vor Inkrafttreten der Sanktionen eingestellt.

Keine Hinweise in der Schweiz

Die Vereinten Nationen kommen zu dem Schluss, dass die Tauschgeschäfte ein Mittel sein könnten, die Handelseinschränkungen zu umschiffen.  Der Iran suche nach immer neuen Wegen, um die Sanktionen zu umgehen, darunter falsche Papiere und Scheinfirmen. Beide Firmen hätten mitgeteilt, diese Geschäfte eingestellt zu haben, hiess es weiter.
 
Schweizer Behörden hatten zuvor erklärt, es gebe keine Hinweise darauf, dass Glencore und Trafigura die internationalen Sanktionen gegen den Iran verletzt hätten.
 

Frisches Geld

Glencore Xstrata bringt fünf Anleihen auf den Markt. Insgesamt will sich der Rohstoffkonzern 5 Mrd. Dollar am Finanzmarkt beschaffen. Die Mittel sollen für die Schuldenreduktion sowie für allgemeine geschäftliche Zwecke ausgegeben werden.