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Wirtschaft BSI schon länger im Visier der Behörden

Die Bundesanwaltschaft ermittelt, die Finma zieht einen unrechtmässig erzielten Gewinn ein, und Singapur entzieht der Bank die Lizenz. Doch es ist nicht das erste Mal, dass die Tessiner BSI in die Schlagzeilen gerät. Das Scheitern hat sich quasi über Jahre angebahnt. Ein Überblick.

Schriftzug der BSI unter kahlen Bäumen
Legende: Die älteste Tessiner Bank kommt nicht aus den Schlagzeilen. Keystone

März 2013: Finma leitet Enforcement-Verfahren ein

  • Die Finma nimmt das BSI-Geschäft mit US-Kunden genauer unter die Lupe.
  • Die BSI muss in der Folge ihre Risikokontrolle auf Geheiss der Behörden verbessern. Die Finma macht das allerdings erst 2015 öffentlich.

März 2015: BSI zahlt Busse im US-Steuerstreit

  • Die Tessiner Bank BSI ist die erste Bank der sogenannten «Kategorie 2», die den Steuerstreit mit den USA lösen kann.
  • Sie bezahlt dazu eine Busse von 211 Millionen US-Dollar.
  • Die Finma schliesst das 2013 eingeleitete Enforcement-Verfahren ab und rügt die BSI. Diese habe Risiken mit US-Kunden nicht richtig erfasst und eine «hohe» Zahl an US-Kunden gehabt, deren Geld nicht versteuert war. Ausserdem habe die Bank selbst nach 2009 noch amerikanische Steuersünder übernommen – also nachdem die Grossbank UBS genau wegen dieses heiklen Geschäfts gebüsst worden war und andere Schweizer Banken US-Steuersünder vor die Tür gesetzt hatten.

Februar 2016 : Verkauf der BSI an EFG

  • Die BSI wird an die Privatbank EFG verkauft. Grossaktionärin ist dort die griechisch-schweizerische Reederfamilie Latsis.
  • Die Transaktion soll bis Ende 2016 abgeschlossen sein.
  • Bisherige Besitzerin der BSI war die brasilianische Bank Pactual. Pactual ist in Brasilien in den Korruptionsskandal rund um die Ölfirma Petrobras verwickelt. Als Kaufinteressenten waren auch Schweizer Banken wie Julius Bär, J. Safra Sarasin und die Tessiner Kantonalbank aufgetaucht.

Mai 2016: Bundesanwaltschaft eröffnet Strafverfahren

  • Die Schweizer Privatbank BSI (Banca della Svizzera Italiana) steht im Verdacht, Straftaten im Zusammenhang mit dem Finanzskandal um den malaysischen Staatsfonds 1MDB nicht verhindert zu haben. Der BSI werden «schwerwiegende Mängel in der Geldwäscherei-Bekämpfung» vorgeworfen.
  • Die Finma zieht einen unrechtmässig erzielten Gewinn von 95 Millionen Franken ein. Nach der geplanten Übernahme durch Vermögensverwalterin EFG muss die Bank aufgelöst werden.
  • Singapur entzieht der Bank die Lizenz.