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Wirtschaft Chinas Notenbank senkt Leitzins

Die chinesische Zentralbank reagiert. Im Kampf gegen eine Abschwächung der Konjunktur hat sie die Zinsen gesenkt. Der Leitzins wird um 0,25 Prozentpunkte auf 4,6 Prozent herabgesetzt.

Legende: Video «Chinas Führung verliert die Aura der Unbesiegbaren» abspielen. Laufzeit 1:59 Minuten.
Aus Tagesschau vom 25.08.2015.

Überraschender Zinsschritt in China: Die Notenbank senkt den einjährigen Einlagenzins und die einjährige Kreditrate um je 25 Basispunkte. Die Mindestreserveanforderungen für Banken werden um 50 Basispunkte reduziert, wie die Zentralbank in Peking mitteilt.

Börsen reagieren sofort

Die Börsen reagieren positiv auf den Zinsschritt, der die Wirtschaft mit neuer Liquidität versorgt. Die chinesischen Aktienmärkte und jene in Asien hatten zwar bereits geschlossen, doch in Europa zeigten sich die Anleger erfreut: Die Schweizer Börse erhielt kräftig Schub, und der SMI, Link öffnet in einem neuen Fenster baute seine Gewinne weiter aus. Kurz nach Mittag notierte er um 4 Prozent höher bei 8812 Zählern und schloss letztendlich um 3,42 Prozent im Plus bei 8758,79 Punkten. Damit machte der Leitindex die Einbussen vom Vortag (-3,75 Prozent) beinahe wett.

Der deutsche Leitindex Dax, Link öffnet in einem neuen Fenster kletterte nach der Ankündigung wieder über die Marke von 10'000 Punkten. Er schloss am Ende 5,0 Prozent fester bei 10'128,12 Punkten.

Nicht die erste Zinssenkung

Um zu verhindern, dass sich das Wachstum weiter abbremst, hatte Chinas Zentralbank im laufenden Jahr bereits mehrfach den Geldhahn weiter aufgedreht. Der Zinssatz für Einlagen der Geschäftsbanken wurde am Dienstag ebenfalls um 0,25 Prozentpunkte auf 1,75 Prozent gesenkt.

Wirkung in China könnte verpuffen

Allein mit der Senkung der Mindestanforderungen für die Kapitalreserven
der Geschäftsbanken könnten nach Schätzungen des «Wall Street Journal» 678
Milliarden Yuan (93 Milliarden Euro) für Kredite freigesetzt werden. Experten
zeigten sich allerdings skeptisch, ob die Massnahmen die Talfahrt der Börsen
aufhalten kann. «Theoretisch sollte eine Zinssenkung den Aktienmarkt ankurbeln,
aber die einfachen Anleger sind jetzt schwer in Panik. Deswegen ist ungewiss,
ob dieser Schritt die Stimmung an den Märkten ändern kann», sagte eine
unabhängige Finanzexpertin der Deutschen Presse-Agentur.

1 Kommentar

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  • Kommentar von Urs Keller, Binningen
    Es tobt ein Wirtschafts und Währungskrieg, die USA beschuldigen Russland der Auslöser des Crashes zu sein und China beschuldigt die USA dass die Börsen ausverkaufen wegen der bevorstehenden Zinserhöhung. Wer hat recht. Schwer zu sagen, vielleicht haben beide recht. Nur die Ausschläge an der Börse sind die Folge der Supperschnellen Handelscomputer die sich blitzscnell anhängen um nicht zu verlieren.
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