Citigroup schliesst Millionen-Vergleich mit geprellten Investoren

Uns trifft keine Schuld. Das der Tenor des US-Finanzkonzerns Citigroup zum Hypothekar-Debakel im Jahr 2008. Dennoch blättert Citigroup 730 Millionen US-Dollar für Investoren hin, die sich von der Grossbank hinters Licht geführt sehen. Noch fehlt aber das grüne Licht des Richters.

Glänzende Fassade einer Citibank-Filiale. Die Glasfassade wird von einer Hebebühne aus gereinigt.

Bildlegende: Kein Schuldgeständnis: Citigroup poliert mit dem Vergleich ihren Ruf bei ernüchterten Investoren auf. Reuters

Die Finanzkrise holt die Wall Street wieder einmal  ein: Die Citigroup will im Rahmen eines Vergleichs 730 Millionen Dollar (564 Mio. Euro) an einstige Investoren zahlen.

Management der Bank im Visier

Die Bank verwehrt sich gegen den logischen Schluss, eine derartige Zahlung sei als Schuldeingeständnis zu deuten. Man wolle lediglich rechtliche Unsicherheiten aus der Welt schaffen, beteuerte das Institut am späten Montagabend in New York. Nachbörslich sank darauf die Aktie leicht.

Die klagenden Investoren hatten Vorzugsaktien und Anleihen der Citigroup gekauft. In der Finanzkrise mussten sie Verluste einstecken. Daran gaben sie dem Management der Bank eine Mitschuld, weil dieses falsche Angaben über das Engagement im Hypothekenmarkt gemacht habe.

Die Millionen aus der Sammelklage sollen nun Investoren zugutekommen, die zwischen Mai 2006 und November 2008 eingestiegen waren. Ein Richter muss den Vergleich aber noch billigen.

Im September 2008 war die US-Investmentbank Lehman Brothers umgekippt. Die Citigroup musste in der Folge von der US-Regierung mit 45 Milliarden Dollar gerettet werden. Inzwischen steht die Bank wieder auf eigenen Beinen und schreibt Gewinne.