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Wirtschaft CS-CEO: «Preiszerfall bei den Aktien ist nicht gerechtfertigt»

Tidjane Thiam hält die negativen Kurskorrekturen bei Bankaktien, insbesondere bei der Credit Suisse (CS), für ungerechtfertigt. Das Bankensystem sei «stärker als 2008», die CS «stärker als je zuvor».

Legende: Video «Credit Suisse unter Druck» abspielen. Laufzeit 1:08 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 10.02.2016.

Allein am Dienstag waren die Credit-Suisse-Aktien um acht Prozent gefallen, etwas weniger deutlich fielen auch die Kurse der Deutschen Bank: minus vier Prozent. Nun meldet sich CS-CEO Tidjane Thiam in der «Financial Times» zu Wort. Seine Analyse der Situation: Die stark sinkenden Aktienkurse haben nichts mit den tatsächlichen Situationen der Banken zu tun.

«Das Bankensystem generell ist viel stärker als in den Jahren 2008 und 2009», so Thiam. So seien die Banken kleiner geworden, gingen weniger Risiken ein und seien besser kapitalisiert. Noch immer gebe es bei den Anlegern aber «viele Erinnerungen» an die Zeit der Finanzkrise, was sich auf die Aktienkurse auswirke. «Die meisten Leute sagen heute, der globalen Wirtschaft gehe es gut», so Thiam. Trotzdem gingen die Märkte von einer kommenden grossen Rezession aus, was zum Preiszerfall führe. Zur CS selbst sagt Thiam, die Bank sei «stärker aufgestellt als je zuvor». Liquiditätsprobleme gebe es keine.

Starke Einbussen am Aktienmarkt

Thiams Offensive kommt nicht von ungefähr: Alleine in der letzten Woche hat die CS an der Börse 20 Prozent an Wert verloren, nachdem die enttäuschenden Jahreszahlen veröffentlicht wurden. Seit Thiams Stellenantritt als CEO der Bank im Juli 2015 haben die Aktien der Bank gar 50 Prozent an Wert eingebüsst.

11 Kommentare

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  • Kommentar von m. mitulla (m.mitulla)
    Das ist genau der Punkt: Seit der "anglifizierung" unserer Finanzwirtschaft sind Real- und Finanzwirtschaft entkoppelt worden. Die Finanzwirtschaft ist zum Casino verkommen. Die Milliardengewinne, die erzielt werden, sind kein real erwirtschaftetes Geld, sondern Geld, das einfach verschoben worden ist - und fehlt schmerzhaft an einem andern Ort. Passen wir auf, dass unsere Pensionskassen nicht unter die Räder kommen!
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    1. Antwort von Nicolas Dudle (Nicolas Dudle)
      Gewinne und Verluste sind heute an der Börse reines Buchgeld. Nicht nur die beiden Märkte haben sich entkoppelt; die Einstellung der Aktienkäufer mutierte von der des Anlegers zu der des Spielers. Dementsprechend trug auch das Depot, das ich zum Erkunden der Funktionsweise des Aktienmarktes eröffnete, den Namen "Casino". Wie sich nach einem halben Jahr herausstellte, absolut zu Recht.
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  • Kommentar von Franz NANNI (Aetti)
    Ist doch alles GEMACHT.. die Superreichen, Firmen wie Private...geben einen Anstoss, verkaufen einen Teil gewisser Anlagewerte billigst.. die Kurse fallen.. ziehen veraengstigte Anleger mit und wenn dann alles "unten" ist wird billig gross eingekauft und Riesengewinne realisiert.. verbietet die Boerse, verbietet Aktienhandel verbietet Uebergewinne und es wird besser (viellecht)
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    1. Antwort von Nicolas Dudle (Nicolas Dudle)
      da sind wir uns ausnahmsweise einig ;-) Zieht Euch warm an, CH-Mittelständler! Auch Ihr werdet das ausbaden müssen.
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  • Kommentar von Hans Haller (panasawan)
    Der Preiszerfall bei den Rohstoffen ist oftmals auch nicht gerechtfertigt, aber der Markt richtet es doch.
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