Das sagen die Gewerkschaften

Unia-Geschäftsleitungsmitglied Corrado Pardini über die Forderungen der Arbeitnehmervertreter an die Unternehmen.

Corrado Pardini ist Mitglied der Geschäftsleitung und Verantwortlicher des Sektors Industrie bei der Unia. Er sitzt ausserdem für die SP im Nationalrat.

  • Zu möglichen Lohnkürzungen oder Stellenabbau «Die Verkündung solcher Massnahmen ist, als wolle man mit Benzin Feuer löschen. Sie erhöhen bloss die Verunsicherung und verschärfen die Krise weil sie die Binnennachfrage abschwächen.»
  • Zu Alternativen «Mit der Erweiterung der Exportrisikoversicherung, wie ich in einer Motion im Nationalrat verlangt habe, könnten Unternehmen gegen Währungsschwankungen versichert werden.» Auch sollte der Bund seiner Ansicht nach jetzt «massiv in die Forschung und Entwicklung » investieren, damit die Unternehmen nicht den Anschluss verpassen. Eine weitere Massnahme ist für Corrado Pardini die Einführung von Kurzarbeit (wurde am 27. Januar vom Bundesrat bekanntgegeben, Anm. der Red.) «Damit liesse sich die Euro-Krise kurzfristig überbrücken.»
  • Zur Rolle der Nationalbank Exportrisikogarantie und Kurzarbeit hält Pardini nur vorübergehend für geeignete Massnahmen. Die Verantwortung für die Preisstabilität und eine gute Konjunktur sieht der Gewerkschafter bei der Schweizerischen Nationalbank. «Wenn mittelfristig keine Besserung eintritt, muss die Nationalbank den Mindestkurs wieder einführen. Der Franken war während Jahrzehnten an die Deutsche Mark gekoppelt. Das funktionierte bestens und gab unserer Volkswirtschaft die nötige Stabilität.»