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Champions League bei der SRG Der Ball rollt weiter – doch der Markt ist im Umbruch

Die Verhandlungen waren hart, die Erleichterung ist gross: Die «Königsklasse» läuft weiter bei der SRG.

Legende: Video «Champions League auf SRF» abspielen. Laufzeit 1:18 Minuten.
Aus Tagesschau vom 06.07.2017.

In den Fussball-Hochburgen haben private Anbieter die öffentlich-rechtlichen Sender verdrängt: England, Frankreich und Italien zeigen die Spiele der Champions League seit Jahren nur noch im Bezahlfernsehen, bald wird das auch in Deutschland und Österreich der Fall sein.

Nun steht fest: In der Schweiz wird es auch künftig Übertragungen im Free-TV geben. SRF, RTS und RSI werden ab der Saison 2018/19 jeden Mittwoch ein Spiel der Champions League zeigen; auch die Europa League wird jeweils am Donnerstagabend mit einem Spiel abgedeckt.

So wählt die SRG die Spiele aus:

Ein Top-Spiel pro Woche zeigen SRF und die anderen Sender der SRG live im Fernsehen. Welches Spiel, kann die SRG auswählen. Sie hat das Vorwahlrecht im frei empfangbaren Fernsehen. Damit zeigt sie also entweder die Partie mit Schweizer Beteiligung oder – wenn kein Schweizer Team im Einsatz ist – das internationale Topspiel des Tages. Ähnlich sieht es bei der Europa League aus: Ein Spiel pro Woche gibt es auf den Sendern der SRG. Hier kann aber Teleclub zuerst wählen, welches Spiel sie zeigen wollen, sagt Mägerle. Aber: So lange ein Schweizer Team dabei ist, werden wir dieses Spiel zeigen dürfen.

Die Verhandlungen seien hart gewesen, sagt Roland Mägerle, Sportchef der SRG. Umso mehr freut er sich nun: «Es war eine sehr intensive Zeit, aber ich bin umso glücklicher, dass wir auch in Zukunft als einziger Sender in Westeuropa die Champions League im Free-TV haben.»

Unser Budget ist begrenzt. Darum haben wir uns entschieden, ein reduziertes Paket zu einem reduzierten Preis zu erwerben.
Autor: Roland MägerleSportchef der SRG

Neue Player mischen den Markt auf

Die Spiele der «Königsklasse» kauft die SRG nicht etwa bei Teleclub ein, wie das fälschlicherweise in einzelnen Medien berichtet wurde, sondern sie erhält sie direkt vom europäischen Fussballverband UEFA. Der Wermutstropfen: Der Champions-League-Abend am Dienstag entfällt; statt wie bisher zwei Live-Spiele wöchentlich, gibt es nur noch eins am Mittwoch.

Die Rechte seien teurer geworden, sagt Mägerle: «Insbesondere im internationalen Markt und im Bezahlfernsehen sind diese Rechtekosten eindeutig gestiegen.» Denn der Wettbewerb sei härter geworden.

Nebst den Pay-TV Sendern bieten in jüngster Zeit auch Internet-Streamingdienste mit, wenn die heiss begehrten Live-Spiele vergeben werden. Das treibt die Preise in die Höhe.

Alles bleibt anders

Die SRG hingegen könne heute nicht mehr ausgeben für Sportrechte als bisher, so Mägerle: «Unser Budget ist begrenzt. Darum haben wir uns entschieden, ein reduziertes Paket zu einem reduzierten Preis zu erwerben.»

Dass ein öffentlich-rechtlicher Sender die Rechte für die Champions League und Europa League noch erhält, ist also auch in der Schweiz keine Selbstverständlichkeit mehr.

Auch wenn die Live-Spiele nun bis zur Saison 2020/2021 nicht ganz ins Bezahlfernsehen verschwinden.

6 Kommentare

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  • Kommentar von Ismael Abdel Rehim (Ismael Abdel Rehim)
    @SRF: Da seit Ihr nochmals davon gekommen. Viele der Champions League Zuschauer hätten sich gefragt für was sie die 400+ Franken im Jahr bezahlt hätten und der Druck an der Urne wäre gross geworden - ja sehr gross sogar. Aber ich finde es gut, dass Ihr euch eurer "Wähler" bewusst werdet.
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  • Kommentar von Daniel Burkhard (hilti01)
    Ich finde es schade, dass die Billaggebühren für Fussball verschwendet werden.
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    1. Antwort von Henri Jendly (Henri Jendly)
      Mit dieser Meinung sind Sie Gott sei Dank in der Minderheit.
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    2. Antwort von Michel Koller (Mica)
      Ich bezahle auch Billaggebühren und schaue Fussball. Der Service Public soll eben möglichst alle Bedürfnisse abdecken und nicht nur Einzelne. Es ist besorgniserregend zu sehen, wie solche Systeme wie auch das Solidarsystem immer mehr in Frage gestellt werden. Die Leute sind oftmals nur noch auf sich selbst fokussiert.
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  • Kommentar von Ilir Iseni (I.Iseni)
    Schweinerei-Kapitalismus! Wird Zeit, dass die UEFA und FIFA Unternehmenssteuer-rechtlich und nicht mehr wie ein Verein besteuert werden. Sehr wenig Steuern bezahlen und dann noch die Rechte nach Profitgier verteilen. Ich hoffe, dass die grossen Sponsoren das nicht mehr lange mitmachen!
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    1. Antwort von Aurel Specker (Auspec)
      Was zeichnet einen Verein aus? Er darf den Gewinn nicht an "Besitzer" ausschütten sondern muss diesen reinvestieren oder anderweitig mit Projekten Ausschütten. Das trifft alles bei UEFA und FIFA zu. Der grosse Unterschied liegt darin dass beide Vereine um ein Vielfaches grösser ist als die meisten andern. Das einzige was wirklich anzukreiden ist, ist die Intransparenz die vorherrscht. Aber den Status "Verein" zu entziehen wäre reine Willkür!
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