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Euro im Aufwärtstrend Der Euro knackt Marke von 1.15 Franken

Der Euro profitiert vom schwachen US-Dollar und der Erholung des Euroraums. Das freut besonders die Schweizer Unternehmen.

Legende: Video Euro knackt 1.15 abspielen. Laufzeit 2:46 Minuten.
Aus Tagesschau vom 03.08.2017.
  • Der Euro-Franken-Kurs stieg am Mittwochabend erstmals auf 1,15 an.
  • Das ist der höchste Kurs seit der Aufhebung des Mindestkurses durch die Schweizerische Nationalbank (SNB) Anfang 2015.
  • Die Abschwächung des Frankens führen Analysten vor allem auf die politische und wirtschaftliche Beruhigung des Euroraums zurück.

Der Euro wird durch den wirtschaftlichen Aufschwung der Eurozone gestärkt. Das Wirtschaftsklima im Euroraum ist so gut wie seit 17 Jahren nicht mehr. Die Nachfrage nach europäischen Produkten und dem Euro steigt.

Hinzu kommt die politische Beruhigung des Euroraums, wie etwa die Abwendung eines Wahlsieges von Marine Le Pen in Frankreich oder die starken Umfragewerte von Angela Merkel in Deutschland.

Seit Tagen profitiert der Euro zudem von der Schwäche des amerikanischen Dollars. Diese ist auf die politischen Turbulenzen innerhalb der US-Regierung zurückzuführen, die zu mehreren Personalwechseln auf hoher Ebene geführt haben.

Dass die SNB mit gezielten Interventionen den Abwärtstrend des Franken unterstützt, darauf deutet bis jetzt nichts hin, auch wenn Analysten in den letzten Tagen spekulierten. Der SNB käme ein weiterer Kursverfall gelegen, bezeichnet sie doch den Franken als nach wie vor überbewertet.

Dass der Euro in absehbarer Zeit auch die 1.20-Marke knacken könnte, davon gehe im Moment noch niemand aus, sagt SRF-Wirtschaftredaktor Massimo Agostinis. «Man rechnet aber damit, dass 1.18 möglich ist», sagt er.

Das ist eine spürbare Entlastung für die Schweizer Exportindustrie.
Autor: Iwan LieberherrSRF-Wirtschaftsredaktor

Erwartungen übertroffen

Besonders Schweizer Unternehmen freut die Abschwächung des Euros. «Der Euro-Franken-Kurs von 1.15 ist eine spürbare Entlastung für die Schweizer Exportindustrie», sagt Iwan Lieberherr, SRF-Börsenspezialist.

Die Industrie-Gruppe Bucher, die ihre Halbjahres-Zahlen veröffentlicht hat, hat deutlich mehr neue Aufträge erhalten – und mehr Umsatz gemacht.

Der Reingewinn stieg knapp ein Fünftel auf 87 Millionen Franken. «Alles in allem hat Bucher die Erwartungen der Finanz-Analysten übertroffen», so Lieberherr. Und dies, obwohl Bucher zu den Unternehmen gehörte, die besonders unter dem Frankenschock gelitten hätten.

Doppelter Gewinn

Gerade Schweizer Export-Firmen gewinnen im Moment zweimal, falls der Kurs so bleibt. Sie profitieren vom wirtschaftlichen Aufschwung im Euroraum und der dadurch gesteigerten Nachfrage nach Schweizer Maschinen. Und sie verdienen damit auch etwas mehr als gerechnet, da sie ihre Ware in Euros anbieten.

Für einige komme der Aufschwung aber zu spät, sagt SRF-Wirtschaftredaktor Massimo Agostinis. Kleinere Maschinenbau-Firmen seien bereits durch die billigere Konkurrenz ersetzt worden.

12 Kommentare

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  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Da läuft wieder einmal ein riesiger Betrug am Büezer ab . In wenigen Tagen will man uns weiss machen, sei der Euro so stark geworden - nein ist er nicht ! Er ist manipuliert durch Eingriffe von Gross- Spekulanten, die über Nacht wieder Milliarden Euros einkauften - ( Leerverkäufe durch Vereinbarungen hinter den Kulissen ) Das ist die Wahrheit ! Die Grenzgänger verdienen nun 10% weniger und die Wahren sind um das gestiegen im Euroraum -und schleichend auch bei uns ! Der Franken wäre real 2 Euro !
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    1. Antwort von Beat Reuteler (br)
      Wann ersetzen Sie Klarsicht durch Mattscheibe? Aufgrund des Textes könnte man sagen es träfe die Realität besser. Der Euroraum ist etwas gross als dass man den mit ein paar Leerverkäufen gross manipulieren könnte. Mit Betrug Am "Büezer" kann es auch nichts zu tun haben, die sind ja überhaupt nicht betroffen, gerade mit der kleinen Ausnahme der Grenzgänger. Ausserdem ist es offensichtlich dass sich diesmal der € bewegt hat und nicht der CHF, da der Kurs CHF-US$ sich wenig bewegt hat.
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  • Kommentar von H. Wach (H. Wach)
    Erinnerung an den „Schwarzen Mittwoch“ am 16.9.1992. brit. Pfund, ital. Lira, span. Pesetas waren überbewertet. Spekulant George Soros & Co. trieb durch Käufe die Kurse mit Leerverkäufen noch weiter in die Höhe. Am 16.9. war die Wette auf viel tiefere Kurse fällig. Pfund, Lira, Pesetas stürzten ab. Er verdiente Milliarden über Nacht, während Akteure der Realwirtschaft um den Betrag ärmer wurden. Z.Z. ist der EURO in kurzer Zeit z. USD u. CHF hochgeschnellt. Ich wette, Spekulanten sind am Werk!
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  • Kommentar von Robert Frei (RFrei)
    Denken Sie mal nach, wie der Alltag ohne Importe aussehen würde, alles nur zu 100% Made in Switzerland. Nicht mal genug zum Essen hätten wir. Und um das Geld (Devisen) für Importe zu erlangen, muss man das entsprechende Geld durch Exporte ins Land bringen. Die Exportindustrie ist also kein Selbstläufer, sondern eine der wichtigen Lebensadern unseres Landes und betrifft somit jeden von uns.
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    1. Antwort von Fritz Schlittler (fritz.schlittler)
      wenigstens jemand der dies versteht. die meisten denken nur an den billigen einkauf im ausland
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    2. Antwort von Beat Reuteler (br)
      Genau. Jetzt wo endlich eine Bewegung in die richtige Richtung vorhanden ist, wird (fast) nur darüber gelästert. Schön dass es auch Ausnahmen gibt.
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