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Wirtschaft Der Kampf der Schweizer Metallindustrie

Die Maschinen, Elektro- und Metallindustrie blickt auf ein durchzogenes erstes Halbjahr zurück. Die Umsätze der Firmen sind um 7 Prozent geschrumpft und die Bestellungen haben um knapp 15 Prozent abgenommen. Viele erwarten Ende Jahr rote Zahlen. Schuld ist der starke Franken.

Ein Mann arbeitet an einem grossen Eisenteil.
Legende: Die Metallindustrie ächzt unter dem starken Franken. Keystone

Die Branche der Maschinen, Elektro- und Metallindustrie (Swissmem) gehört zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen der Schweiz, mehr als 300‘000 Menschen arbeiten in diesen Industriebetrieben. Nun ist ein Teil der Stellen gefährdet.

Rückgang verlangsamt sich etwas

Der Umsatz im ersten Halbjahr ist um 7,1 Prozent, die Bestellungen sind gegenüber der gleichen Vorjahresperiode um 14,7 Prozent zurückgegangen, wie der Branchenverband mitteilte. Das bedeutet, die Unternehmen sind weniger ausgelastet, es gibt weniger zu tun.

Die Zahlen sind zwar ernüchternd, aber immerhin hat sich der Rückgang im zweiten Quartal im Vergleich zu den ersten drei Monaten des laufenden Jahres etwas verlangsamt.

Viele arbeiten derzeit mit Verlust

Licht und Schatten gibt es in Bezug auf die wichtigsten Absatzmärkte. Zwar sind die Exporte in die EU von Januar bis Ende Juni um fünf Prozent geschrumpft, andererseits konnte die Maschinenindustrie deutlich mehr Waren in die USA und nach Asien liefern. Somit bleibt bei den Exporten nur noch ein kleines Minus.

In Bezug auf die kommenden Monate zeigt sich die Branche pessimistisch. Nach der starken Aufwertung des Schweizer Frankens gegenüber dem Euro haben viele Firmen die Preise gesenkt und arbeiten nun mit Verlust. Um die Situation zu verbessern, haben viele Firmen Sparmassnahmen geplant.

Viele wollen in Europa produzieren

Laut einer Umfrage von Swissmem bei 400 Unternehmen müssen bei mehr als der Hälfte der Betriebe die Angestellten nach der Aufhebung der Franken-Anbindung an den Euro länger arbeiten. Die verlängerten Arbeitszeiten wurden bereits eingeführt oder sind zumindest geplant.

Die Umfrage zeigt weiter, dass 46 Prozent der Firmen eine Verlagerung der Produktion in den Euroraum auf die Agenda gesetzt haben. Ob dies dann wirklich umgesetzt wird, ist offen.

Die Umfrage wurde im Juni durchgeführt. Seither hat sich der Franken wieder etwas abgeschwächt. So sind das britische Pfund und der amerikanische Dollar wieder in etwa gleich teuer wie zu Jahresbeginn, Euro und Yen hingegen sind rund 10 Prozent schwächer als zu Beginn des Jahres.

16 Kommentare

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  • Kommentar von M.Kaiser, Rebstein
    Es wird in der CH eben vieles falsch gemacht, der Deutsche Arbeiter ist gewaltig unterbezahlt und die EU subventioniert mit Harz 4 und anderen monetären Tricks ihre Wirtschaft . Die SNB muss endlich gleichziehen und Geld drucken, dass die Schwarten krachen, um so den Franken zu schwächen und die Unternehmen mit zinslosen Darlehen stark machen -dann haben wir wieder gleich lange Spiesse ! Lernt von CHINA ! die Chinesen werten einfach ab ! Warum wohl ? damit sie noch billiger anbieten können !
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  • Kommentar von Ruth Zahnd, Vancouver, WA 98661
    Alles wird nun auch in der Schweiz bei China gemacht. Es wird in der Schweiz nicht anders gehen als es hier in der USA geht. Der gute Ruf für Schweizer Produkte ist gefährdet weil sie in China gemacht werden.
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  • Kommentar von Hans Knecht, Torny
    Es wäre hier noch interessant zu betrachten was die Firmen in der Metallindustrie, welche angeblich keine Probleme haben, eigentlich "Produzieren", wer deren Geldgeber ist und was diese sonst noch so anders machen. Ohne eine eigene Industrie muss man noch mehr Importieren, kann weniger Exportieren, braucht wengier Versicherungen, geringere Logistik, weniger Banken und ist letztendlich für ein Land ohne eigene Ressourcen bedenklich.
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