Deutsche Regionen werben um Schweizer Firmen

Angesichts der Frankenstärke werben deutsche Regionen ganz ungeniert um die Ansiedlung Schweizer Unternehmen. Inbesondere Ostdeutschland umschmeichelt Firmen mit Begriffen wie «Arbeitskräftepotential». Hiesige Industrievertreter empfehlen die genaue Prüfung der örtlichen Gegebenheiten.

Peter Dietrich

Bildlegende: Peter Dietrich: Potentiell interessante Regionen genau unter die Lupe nehmen. Keystone

Nach den Regionen Görlitz und Leipzig wirbt nun auch Grossenhain bei Dresden in Zeitungsinseraten um Unternehmen aus der Schweiz: Die Trümpfe: günstige Industrieflächen, «Arbeitskräftepotential» und «vielfältige Fördermassnahmen».

Die Grossenhainer Wirtschaftsfördererin Nadine Richter: «Steuererleichterungen gibt es keine. Das Ganze sind im Prinzip Fördermassnahmen wie Eigenkapitalhilfe, zinsverbilligte Darlehen, Bürgschaften, Garantien und so weiter mit denen der Freistaat Sachsen Investitionen fördern möchte und Unternehmen unterstützt.»

Schweizer Interesse vorhanden

Peter Dietrich vom Verband der Schweizer Maschinen Elektro- und Metallindustrie Swissmem empfiehlt Zurückhaltung. Klar seien die Kosten in der Schweiz hoch, aber: «Man muss diese Standorte auch wieder sehr gut anschauen. Wie werden dort zum Beispiel Sozialpartner-Diskussionen geführt, die hier auf einem anderen Niveau geführt werden in der Schweiz.»

Mit einer grossen Zahl von Abwanderern rechnet der Swissmem-Chef nicht. Grossenhain aber meldet bereits einen ersten Erfolg: Nur einen Tag nach Erscheinen des Inserats, habe sich bereits ein Unternehmer aus der Schweiz gemeldet.