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Wirtschaft Deutsche Regionen werben um Schweizer Firmen

Angesichts der Frankenstärke werben deutsche Regionen ganz ungeniert um die Ansiedlung Schweizer Unternehmen. Inbesondere Ostdeutschland umschmeichelt Firmen mit Begriffen wie «Arbeitskräftepotential». Hiesige Industrievertreter empfehlen die genaue Prüfung der örtlichen Gegebenheiten.

Peter Dietrich
Legende: Peter Dietrich: Potentiell interessante Regionen genau unter die Lupe nehmen. Keystone

Nach den Regionen Görlitz und Leipzig wirbt nun auch Grossenhain bei Dresden in Zeitungsinseraten um Unternehmen aus der Schweiz: Die Trümpfe: günstige Industrieflächen, «Arbeitskräftepotential» und «vielfältige Fördermassnahmen».

Die Grossenhainer Wirtschaftsfördererin Nadine Richter: «Steuererleichterungen gibt es keine. Das Ganze sind im Prinzip Fördermassnahmen wie Eigenkapitalhilfe, zinsverbilligte Darlehen, Bürgschaften, Garantien und so weiter mit denen der Freistaat Sachsen Investitionen fördern möchte und Unternehmen unterstützt.»

Schweizer Interesse vorhanden

Peter Dietrich vom Verband der Schweizer Maschinen Elektro- und Metallindustrie Swissmem empfiehlt Zurückhaltung. Klar seien die Kosten in der Schweiz hoch, aber: «Man muss diese Standorte auch wieder sehr gut anschauen. Wie werden dort zum Beispiel Sozialpartner-Diskussionen geführt, die hier auf einem anderen Niveau geführt werden in der Schweiz.»

Mit einer grossen Zahl von Abwanderern rechnet der Swissmem-Chef nicht. Grossenhain aber meldet bereits einen ersten Erfolg: Nur einen Tag nach Erscheinen des Inserats, habe sich bereits ein Unternehmer aus der Schweiz gemeldet.

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32 Kommentare

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  • Kommentar von Michael Räumelt Wirtschaftskanzlei, Zillis
    Wenn angeblich in D alles so Super läuft,warum will fast jeder 2 Unternehmer dann weg? Bei fast 70% Steuerlast sowie die unglaubliche Behördenwillkür usw. und abgesehen von der rechtspolitischen Entwicklung gerade in Dresden sollte man vorher den Verstand einsetzen.Im übrigen haben letztes Jahr über 800.000 Deutsche Leistungsträger das Land verlassen!
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  • Kommentar von W. Pip, Züri
    Machen wir uns nichts vor: Trotz steuerlich eiskaltem Umfeld, auf lange Sicht fehlender Rechtssicherheit (in Deutschland macht man gerne mal hü, mal hott) werden einige Schweizer Firmenbosse das Angebot annehmen. Aber die würden auch ihre Grossmutter verkaufen, wenn sie dafür zehn Euro bekämen. Seien wir froh, dass solche Bosse mitsamt ihren mutmasslich eh zugewanderten Mitarbeitern das Land verlassen...
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  • Kommentar von Michael Ende, Zürich
    Na ja, wer gerne mehr Steuern bezahlen und sich von den deutschen Steuervögten und brüsseler Oblasten kujonieren lassen möchte, kann gerne die freie Schweiz verlassen und sich von der US-Konzern-Mafia und ihrem TTIP-Dienstboten-Vertrag unterjochen lassen !
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    1. Antwort von G.Lütolf, 4052 Basel
      Und das wird dann unter dem Motto "Schweizer Qualitätsarbeit" und Schweizer Produkte verkauft !
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