Die EU deckelt Banker-Boni

Historischer Durchbruch? In der EU sollen die Boni der Banker begrenzt werden. Die Verhandlungen waren lang und zäh. An vorderster Front der Gegner: Grossbritannien.

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Einschätzung von SRF-Korrespondent Jonas Projer in Brüssel

1:28 min, aus Tagesschau vom 28.2.2013

Der Lohn und dann noch ein Mehrfaches davon als Bonus dazu. Das soll in der EU künftig nicht mehr möglich sein. Die Banken müssen ihre Zahlungen an Manager begrenzen. Darauf haben sich das EU-Parlament, die Kommission und die EU-Mitgliedstaaten geeinigt.

Aktionäre müssen zustimmen

Die EU legt keine Maximalbeträge für Banker-Boni fest, sondern ein Verhältnis: 1:1. Die zusätzlichen Zahlungen sollen nicht höher sein als der Grundlohn. Mehr Bonus muss von einer klaren Mehrheit der Aktionäre bewilligt werden. Auch mit dem OK der Aktionäre dürfen die Boni höchstens doppelt so hoch sein wie der Grundlohn.

In zähen Verhandlungen haben die EU-Parlamentarier diese Regeln durchgedrückt. Angeführt von Grossbritannien haben aber einige Mitgliedstaaten bis zuletzt um eine sanftere Regel und Schlupflöcher gefeilscht. Doch das Parlament blieb wohl ziemlich hart – und hat fast alle Staaten auf seine Seite gezogen. Offenbar will sich keine Regierung den Vorwurf einhandeln, sie schone die Banker.

Man hat sich also auf einen Kompromiss geeinigt. Doch wie grosse Schlupflöcher lässt der Kompromiss zu? Das ist noch nicht bekannt.

Cameron fürchtet um Finanzplatz

Es deutet aber alles darauf hin, dass Grossbritannien einsam dasteht. Die Regierung des konservativen Premierministers David Cameron fürchtet um die Zukunft des Finanzplatzes London. Das Argument: Banken könnten abziehen. Und hohe Boni spornen Banker doch eigentlich zu Höchstleistungen an.

Genau das bestreiten Kritiker: Wegen der Boni seien die Banker extreme Risiken eingegangen. Risiken, die unter anderem zur Finanzkrise geführt hätten, zu deren Überwindung viele Regierungen enorm viele Steuergelder eingesetzt hätten.

Der jetzt gefundene Kompromiss muss noch vom Parlamentsplenum und den Finanzministern der EU-Länder bestätigt werden.