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Wirtschaft Die Schweiz alleine auf weiter Flur

Die Schweiz hat in Sachen Bankgeheimnis ihre letzten Verbündeten verloren. Auch Luxemburg und Österreich sind auf den Kurs der EU eingeschwenkt und sagen Ja zur Erweiterung des Zinsbesteuerungsabkommens. Was verändert sich damit innerhalb der EU und für die Schweiz?

In der EU gilt das Bankgeheimnis für Ausländer de facto künftig nicht mehr. Technisch betrachtet geht es um die Erweiterung der bestehenden, grenzüberschreitenden Zinsbesteuerung innerhalb der EU.

In Zukunft tauschen die Mitgliedsstaaten zum Beispiel nicht nur Informationen über die Zinserträge von Obligationen-Anlagen aus. Sondern die Palette der Finanzprodukte, über die Informationen fliessen, wird viel breiter. Sie umfasst neu beispielsweise auch bestimmte Lebensversicherungsprodukte. Umgesetzt werden soll das Ganze bis in drei Jahren.

Verhandlungen mit der Schweiz gehen weiter

Die Schweiz verhandelt trotz der jüngsten Entwicklungen weiter über die Erweiterung ihres bestehenden Zinsbesteuerungsabkommens mit der EU. Auch hier geht es aus Sicht der EU darum, Steuerschlupflöcher zu stopfen.

Die Schweiz will in den Verhandlungen wenn möglich erreichen, dass die Schweizer Banken weiterhin einen guten Marktzutritt zur EU haben. Die Banken wollen auch künftig ihre Dienstleistungen zur Vermögensverwaltung in der EU anbieten und Geschäfte machen können.

Informationsaustausch wird vorangetrieben

Parallel dazu beteiligt sich die Schweiz an der Ausarbeitung eines internationalen Standards zum Automatischen Informationsaustausch. Es ist die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung OECD, die diesen Standard derzeit entwickelt.

Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf hat unlängst klar gesagt, dass die Schweiz auf diesen Pfad zum Informationsaustausch einschwenken wird – sofern gleiche Regeln für alle Finanzplätze gelten. Denn die Schweiz will als Finanzplatz beim Übergang zum Automatischen Informationsaustausch keinen Konkurrenznachteil erleiden.

EU hält Druck auf die Schweiz aufrecht

Obwohl die Schweiz sagt, sie wolle einlenken, macht die EU weiter Druck. In Brüssel drückt man sich diplomatisch aus: Man wolle «konkrete Fortschritte» sehen, heisst es. Offenbar glaubt die EU der Schweiz erst, wenn sie sieht, dass sich das Land tatsächlich bewegt.

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11 Kommentare

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  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Wie lange ist eigentlich unsere Landesregierung noch EU hörig, wenn deren Länder uns nach und nach im Stich lassen?
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  • Kommentar von m.mitulla, wil
    Die Schweiz dürfte einlenken auf den Standard der OECD, sobald dies die GANZE EU auch tut, das hat die Bundesrätin W-Schlumpf so kommuniziert. Offenbar ist der Zeitpunkt aber noch nicht gekommen und die Schweiz soll nicht im vorauseilenden Gehorsam Recht ändern, ebenso und sehr wichtig: Es darf nicht rückwirkend Recht geändert werden, das macht kein Land freiwillig und dagegen muss sich die Regierung mit Händen und Füssen wehren.
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  • Kommentar von A. Holenstein, Cross'n'Star
    Allein auf weiter Flur... So ein Blödsinn! Auf dem digitalen Weg sind die anderen 4 Kontinente gleich um die nächste Hausecke! Warum benimmt sich die EU immer so wichtig? Von einem Pleitier könnte man doch anderes erwarten, nicht?
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