Doch kein Börsengang Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Umdenken bei der CS

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Börsengang abgeblasen

1:43 min, aus Tagesschau vom 26.4.2017

  • Die Credit Suisse bläst den Börsengang ihres Schweizer Geschäfts ab.
  • Neues Kapital soll stattdessen an den Kapitalmärkten beschafft werden.
  • Die Bank braucht Geld, um ihre Eigenkapitalquote zu erhöhen.
  • Die Börse reagierte positiv auf die Ankündigung.
  • Die wichtigsten Fragen und Antworten

Wo holt sich die Credit Suisse jetzt die benötigten vier Milliarden?

Auf dem Kapitalmarkt. Die Bank hat bereits fixe Zusagen von Investoren. Die CS gibt also neue Aktien heraus, diese werden gekauft und so fliesst der CS neues Geld zu.

Solche Kapitalerhöhungen hat die CS bereits in der Vergangenheit gemacht, letztmals ging es dabei um sechs Milliarden Franken.

Wieso braucht die CS das Kapital?

Die Vorschriften zum Eigenkapital wurden nach der Finanzkrise verschärft. Die CS braucht das Geld, um sie zu erfüllen.

Wie reagiert die Börse darauf?

Positiv. Der Aktienkurs der CS ist in der ersten Handelsstunde um drei Prozent gestiegen. Die CS ist heute der mit Abstand grösste Gewinner der grösseren Aktientitel.

Wieso wollte die CS überhaupt separate Aktien für ihr Schweizer Geschäft ausgeben?

Man wollte eine zusätzliche Kategorie von Aktien erschaffen. Aktionäre hätten damit die Möglichkeit gehabt, sich nur am rentablen Schweizer Geschäft zu beteiligen.

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2:10 min, vom 26.4.2017

Wo ist der Haken daran?

Die zwei verschiedenen CS-Aktien an der Schweizer Börse hätten einen sonderbaren Fremdkörper dargestellt. Sie wären für Laien und Experten eher schwer zu durchschauen gewesen. Ähnliche Konstrukte sind eher selten.

Die Anleger haben erleichtert darauf reagiert, dass ein solches Szenario jetzt vom Tisch ist. Sie können den Entscheid nachvollziehen, weil der Plan zu einer Zeit ausgearbeitet wurde, als es bei der CS gar nicht gut lief.

Wie geht es der CS heute?

Besser. Im ersten Quartal hat die Bank wieder Gewinn geschrieben. Inzwischen hat sich das Umfeld verbessert. Das Bankengeschäft läuft wieder besser, in den USA konnte ein Rechtsstreit beigelegt werden.

Die CS ist deshalb nicht mehr auf den Börsengang ihres Schweizer Geschäfts angewiesen. Sie kann sich direkt neues Kapital beschaffen – auch weil es wieder Investoren gibt, die allmählich wieder an die CS glauben.

Das sieht man auch an der Börse. Den Tiefpunkt hat die CS-Aktie im letzten Sommer erreicht, als sie auf unter 10 Franken fiel. Inzwischen ist sie auf – im langfristigen Vergleich immer noch tiefe – 15 Franken gestiegen. Damit ist immerhin die Talsohle überschritten.