Dieser Kunstschnee freut Mutter Natur

Schneekanonen haben den Ruf, Energiefresser zu sein. Doch es gibt auch Kunstschnee für das grüne Gewissen: Ein Luzerner Unternehmen hat eine Beschneiungsanlage entwickelt, die keine Energie benötigt.

Eine Schneekanone auf einer Langlaufloipe aus Kunstschnee.

Bildlegende: Viele Skigebiete verwenden den Öko-Schnee aus Imagegründen. Keystone/Symbolbild

Leise rieselt er nicht – der künstlich produzierte Schnee. Aber ökologisch, denn die Produktion verbraucht keinen Strom. Bruno Koch, Chef der Schneeproduktionsfirma Bächler Top Track, erklärt seine Null-Energie-Schneelanze, die Wasser aus einem mindestens 200 Meter höher gelegenen Reservoir bezieht. «Ist das Wasserreservoir 200 Meter höher als die Schneelanze gelegen, erhalten wir 20 Bar Wasserdruck. Mit diesen 20 Bar wird Druckluft generiert und so können wir mit Luft und Wasser Schnee produzieren.»

Umkämpfter Markt

Herkömmliche Anlagen fressen für diesen Vorgang bis zu 25 Kilowatt. Vor allem das Erzeugen des Luft- und Wasserdrucks braucht viel Energie. Das Prinzip ist aber bei allen Anlagen gleich. Mit Luftdruck und Wasser werden feine Wassertropfen in die kalte Luft gesprüht, sie gefrieren und landen als Kunstschnee am Boden.

Das Geschäft mit dem Kunstschnee ist hart umkämpft und der Markt wird in Europa unter wenigen Anbietern aufgeteilt, sagt Firmenmitinhaber Claus Dangel: «Auf dem gesamten Markt gibt es noch vier grosse Firmen: Drei ganz grosse Unternehmen, die sich gegeneinander mit dem Preis bekämpfen. Wir konzentrieren uns auf diejenigen Kunden, die sich dem ökologischen Gedanken verschrieben haben und rechnen können.»

Auch China setzt auf Öko-Schnee

Denn weniger Stromkosten bringen mehr Gewinn. Zudem legen sich immer mehr Skigebiete in der Schweiz auch aus Imagegründen solche Anlagen zu. Die Firma Bächler Top Track beschäftigt zurzeit zwölf Mitarbeiter, die 300 bis 600 Schneelanzen pro Jahr fertigen. Verschickt werden sie in die ganze Welt. Auch nach China, wo man ebenfalls umweltbewusst Schnee produzieren will.

Ohne dieses Ökoargument, könnte der Schweizer Hersteller nicht überleben, sagt Dangel: «Würden wir uns auf die gleiche Energieebene wie unsere Konkurrenten begeben, hätten wir überhaupt keine Überlebenschance.» So kann sich die kleine Firma aus Emmenbrücke neben den grossen Anbietern behaupten. Mit Kunstschnee, der zwar nicht leise rieselt, aber immerhin zuverlässig und ökologisch.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

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