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Wirtschaft Drohende Rezession: Wie verunsichert sind die Konsumenten?

Die Konjunkturforschungsstelle der ETH (KOF) erwartet, dass die Schweizer Konjunktur im Sommerhalbjahr eine kurze Rezession durchmachen wird. Dies als Folge der Aufhebung des Euro-Franken-Mindestkurses. Andere Prognostiker sehen nicht ganz so schwarz.

Baukrane vor abendlichem Himmel
Legende: Die KOF erwartet, dass die Schweizer Wirtschaft im Jahr 2015 um 0,5 Prozent schrumpft. Keystone

Die Konjunkturforschungsstelle der ETH (KOF) sieht schwarz für die Schweizer Wirtschaft. Sie rechnet damit, dass das Land im Sommerhalbjahr in eine kurze Rezession schlittern wird. Grund: Die Aufhebung des Euro-Franken-Mindestkurses durch die Schweizer Nationalbank (SNB) sei für die Wirtschaft ein wahrer Schock.

Im Gesamtjahr 2015 soll das Bruttoinlandprodukt (BIP) – also die Wirtschaftsleistung unseres Landes – um 0,5 Prozent schrumpfen, prognostiziert die KOF. Vor dem SNB-Entscheid waren deren Ökonomen noch von einem Wachstum von 1,9 Prozent ausgegangen.

Andere Institute optimistischer

Die Konjunkturexperten der ETH sind damit deutlich pessimistischer als ihre Kollegen bei den Banken UBS und ZKB: Diese Institute haben ihre Prognosen nach dem Nationalbankentscheid ebenfalls schon revidiert, rechnen aber beide für das Gesamtjahr noch mit einem moderatnen Wachstum der Wirtschaft von 0,5 Prozent.

Auch SRF-Wirtschaftsredaktor Reto Lipp relativiert die KOF-Prognose: Rezession bedeute technisch gesehen zwei Quartale in Folge mit einem negativen Wirtschaftswachstum. «In Tat und Wahrheit werden wir über das ganze Jahr gesehen aber immer noch ein – wenn auch schwaches – Wachstum von 0,5 bis 0,8 Prozent haben. Denn das erste Quartal wird immer noch ein gutes Wachstum bringen, der Kostenschock macht sich erst ab dem zweiten oder dritten Quartal bemerkbar.»

Lipp weist zudem auf die Unsicherheiten der Prognosen hin. Alle Prognostiker seien von der Aufhebung der Franken-Untergrenze überrascht worden und müssten nun ihre Voraussagen anpassen.

Mehr Arbeitslose, sinkende Investitionen

Insbesondere die Exportwirtschaft dürfte leiden, schreibt die KOF. Sie rechnet dort wegen des starken Frankens mit einem Einbruch von 1,4 Prozent. Auch der Tourismus und Finanzdienstleistungen würden leiden.

Gleichzeitig belaste der Zerfall des Ölpreises das BIP. Denn: Ein Grossteil des internationalen Ölhandels wird in der Schweiz abgewickelt.

Auch das Inland dürfte leiden, so die KOF. Die Arbeitslosenzahlen steigen an, Investitionen nehmen ab. Der Konsum werde nur noch leicht zunehmen.

Auch Konsummotor stottert

Der private Konsum ist eine wichtige Stütze für das BIP. Wenn Güter wegen des starken Frankens nun auch im Inland billiger werden, dann dürften die Konsumenten auch vermehrt einkaufen. Damit können sie den BIP-Rückgang abfedern.

Kommen allerdings Rezessionsängste auf, werden auch die Konsumenten weniger Geld ausgeben, obwohl dies bei den tiefen Zinsen kaum etwas bringt. Dazu Reto Lipp: «Es ist jetzt natürlich auch nicht besonders klug, schon von Rezession zu sprechen. Das führt dazu, dass Konsumenten verunsichert werden, worauf sie mit mehr Sparen reagieren».

Leichte Aufhellung im kommenden Jahr

Mittelfristig sehen die Konjunkturforscher der KOF aber weniger schwarz. Zwar rechnen sie auch für 2016 mit einer Stagnation – bei der letzten Prognose war noch von einem Plus von 2,1 Prozent die Rede. Doch das internationale Umfeld werde sich verbessern, wovon wiederum die Exporte profitieren.

25 Kommentare

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  • Kommentar von Wolfgang Blum, Basel
    Private Konsumenten/Konsumenten werden hier dargestellt wie Maschinenteilchen. Es könnte sich dabei doch eigentlich auch um Menschen/Bürger handeln!? Aber stopp ... ganz vergessen dass der Mensch ja gar keine Rolle mehr in diesem Wahnwitz spielt. Also liebe Konsumenten ... konsumiert was das Zeug hält ... kauft euren 3. Fernseher, das 5. Smartphone, die 12. Jeans und natürlich nicht zu vergessen die neue Playstation um vollständig zu verblöden und gänzlich zu verarmen!
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  • Kommentar von Regina Fürst, Chur
    Das eine ist, der Export. Aber was ist mit dem Import? Die Industrie braucht Rohmaterial, das vom Ausland importiert wird. Und? Viele Produkte im Handel kommen vom Ausland. Und? Ich höre und lese nur Schwarzmalereien. Und wieder einmal mehr müssen die Arbeiter den Kopf hinhalten; die Schweizerlöhne sind zu teuer, müssten reduziert werden. Unglaublich. Und die Bänker, Versicherer, Manager & Co kassieren weiterhin ihre hohen Saläre & Boni und die unteren,die arbeiten,werden zur Kasse gebeten...
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  • Kommentar von M. Fischer, Buchs
    Her-je, man könnte beinahe meinen die Welt geht unter. Tz!.. Journalisten...
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