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Entwicklung des Ölpreises Russland und Opec dürften Oberhand zurückgewinnen

Der Erdölpreis hat sich in diesem Jahr um rund 20 Prozent auf rund 65 Dollar pro Fass erhöht. Das freut die Förderländer. Doch die Bewährungsprobe kommt erst.

Dass der Ölpreis kontinuierlich steigt, hat vor allem einen Grund: Die Opec und Russland haben sich auf die Drosselung ihrer Fördermengen geeinigt – und halten sich sogar an ihre Abmachung. Dank dieser künstlichen Verknappung gehe es mit dem Ölpreis aufwärts, sagt der anerkannte Erdölexperte Francis Perrin aus Paris.

Die Verteuerung des Erdöls entlastet die Produzentenländer: Vor bald drei Jahren tauchte der Fasspreis von rekordhohen 112 Dollar auf knapp 30 Dollar. Das riss enorme Löcher in die Budgets dieser Länder und führte zu Spannungen, weil sie einen harten Sparkurs einschlagen mussten.

USA machen sich ans Schieferöl

Allerdings: Seit der Preis steigt, fördern auch die US-Erdölproduzenten wieder mehr vom schwarzen Gold. Als der Preis sehr tief war, mussten sie aufgeben. Denn in den USA stammt ein Grossteil des Erdöls nicht aus klassischen Quellen, sondern aus Ölschiefer. Die Gewinnung von Erdöl aus diesem Gestein ist teuer und lohnte sich nicht, als der Fasspreis sehr tief war.

Erdölpumpen in Williston, North Dakota.
Legende: Die Ölreserven der USA neigen sich dem Ende entgegen. Keystone

Der Ölpreis falle jetzt trotz des neuen Öls aus den USA nur deshalb nicht, weil die Opec und Russland ihre Fördermenge gekürzt hätten, sagt Perrin. Der Erdölexperte rechnet allerdings damit, dass die Opec und Russland den längeren Atem haben werden.

Die USA könnten nicht ewig ihre Kapazitäten erweitern. Denn die US-Ölreserven neigten sich dem Ende zu. Blieben Russland und die Opec diszipliniert und erhöhten ihre Produktion nicht, dürfte der Ölpreis stabil bleiben, glaubt Perrin. Sobald die US-Reserven erschöpft sind – Experten rechnen damit in fünf bis acht Jahren – dürften Russland und die Opec wieder die Oberhand zurückgewinnen und den Preis alleine bestimmen können.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Beat Reuteler (br)
    Die Prognosen für Reserven haben noch nie gestimmt. Es war noch immer so, dass am Ende noch weitere Vorkommen entdeckt wurden, mit denen zuvor nicht gerechnet wurde. Deshalb würde die Strategie nicht aufgehen, wollten RU und die OPEC dafür sorgen dass die USA ihre Reserven innert 5 - 8 Jahren aufbraucht. Dieser Vorgang könnte ganz leicht doppelt oder dreifach so vie Zeit in Anspruch nehmen. Ausserdem kann der momentan wieder etwas erhöhte Preis auch den USA nur recht sein.
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    1. Antwort von Robert Meier (R. Meier)
      Mit ihren Aussagen bin ich abgesehen vom letzten Satz einverstanden. Die USA sind NettoIMPORTEUR von Öl. Deshalb ist für sie ein tiefer Preis von Vorteil.
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    2. Antwort von Beat Reuteler (br)
      Hr. Meier, das stimmt, wenn man bloss die Zaheln anschaut. Da die heimische Ölindustrie jedoch mit den vorher sehr tiefen Preisen überhaupt nicht leben kann, bin ich trotzdem der Überzeugung dass es unter dem Strich für die USA vorteilhaft ist wenn der Preis nicht wieder sinkt. Sollte es generell eine preistreibende Wirkung haben, kann der FED ja die Schraube an der Notenpresse etwas langsamer zudrehen als geplant. Das gleicht sich dann aus.
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  • Kommentar von Massimo AGostinis (FInston)
    Im bericht heisst es, die US-Reserven gingen in 5 - 8 Jahren zu Ende (auch Oelschiefer). Davon geht das US-Energieministerium aus. Venezuela hat die grössten Reserven, gefolgt von den OPEC-Staaten.
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  • Kommentar von Peter Amthauer (Peter.A)
    Der Bericht erinnert mich schon an die Vorhersagen, die der Club of Rome getätigt hatte. Richtig ist aber meines Wissens, daß die grössten Ölreserven in den Opec-Ländern liegen. MfG
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