Es bleibt ein Traum: Haus im Grünen nahe Stadt

Während die Preise für neu gebaute Einfamilienhäuser auf hohem Niveau etwas sinken, steigen die Preise für bestehende Häuser in den Agglomerationen. Doch sind vor allem letztere gefragt, wie das neuste Immo-Monitoring des Beratungsunternehmens Wüest Partner zeigt.

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Run auf Occasionshäuser

1:47 min, aus Tagesschau vom 28.10.2016

Ein Blick auf die gängigen Online-Immobilienportale zeigt: In der Schweiz stehen derzeit einige Zehntausend Einfamilienhäuser in der Preisklasse bis 1,5 Millionen Franken zum Verkauf. Allerdings seien die meisten dieser Liegenschaften für potenzielle Käuferinnen und Käufer uninteressant, sagt Patrick Schnorf, Forschungsleiter beim Beratungsunternehmen Wüest Partner und Mitverfasser des Immo-Monitorings. «Die Häuser stehen häufig in eher peripheren Regionen, weit weg von den Arbeitsplätzen.»

Gesucht sind hingegen Objekte in den Agglomerationen grosser Zentren wie beispielsweise Zürich. Dort sei der Markt praktisch ausgetrocknet, und die Preise für solche raren Häuser stiegen kräftig, sagt Schnorf. Grund für diese Entwicklung sind die neuen Raumplanungsgesetze. Sie verlangen von den Gemeinden, haushälterisch mit dem Boden umzugehen. In Siedlungen soll verdichtet gebaut werden. Pläne für neue Einfamilienhausquartiere haben deshalb einen schweren Stand.

Steigende Preise für Occasionshäuser

Wenn also der Nachschub an neuen Einfamilienhäusern in Agglomerationen fehlt, steigt das Interesse an bestehenden Bauten. Die Folge sei ein regelrechter Run auf ältere Häuser, sagt Schnorf. «Diese Occasionshäuser, insbesondere die freistehenden, sind sehr gesucht.» Dabei handle es sich um das Teilsegment des Schweizer Immobilienmarktes, in dem die Preise am stärksten stiegen. Die Preise für neu gebaute Einfamilienhäuser sinken hingegen leicht.

Die neuen Eigentümer eines Occasionshauses können zwar nicht ihr Traumhaus bauen und müssen auch bei der Raumaufteilung Abstriche machen. Dafür können sie die Kosten für werterhaltende Umbauten von den Steuern abziehen.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

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    Auf ihrem Gipfel in der südchinesischen Stadt Hanghzou wollen die 20 wichtigsten Wirtschaftsmächte der Welt der globalen Konjunktur neuen Schwung verleihen. Die Weltwirtschaft wächst so schwach wie seit fünf Jahren nicht mehr - trotz billigem Geld und Konjunkturprogrammen.

    Maren Peters

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