EU erhebt Strafzölle auf chinesische Solaranlagen

Der weltgrösste Hersteller für Solarpanels wird an die Leine genommen. Die EU-Kommission hat grünes Licht für hohe Strafzölle gegen die Einfuhr von billigen Produkten aus China gegeben.

Fabrikgebäude von Suntech in China.

Bildlegende: Im Preiskampf mit der chinesischen Konkurrenz hatten europäische Firmen Beschwerde bei der EU-Kommission eingereicht. Reuters

Trotz Atomausstieg befindet sich die Solarbranche in Europa im Krebsgang. Viele Solarfirmen mussten zuletzt Insolvenz anmelden, wie Solon, Centrotherm oder Q-Cells. 

Grund für die Krise ist nicht etwa die gesunkene Nachfrage, sondern die Konkurrenz aus China. Das Reich der Mitte ist inzwischen der weltweit grösste Hersteller von Solarpanels. Die Produktion wurde in den vergangenen Jahren stark ausgebaut. Das Angebot der chinesischen Hersteller liegt inzwischen über der weltweiten Nachfrage.

Happige Gebühren

Die EU-Kommission schiebt nun dem Billiganbieter den Riegel vor. Ab Juni sollen die Importe aus China mit einem Strafzoll belegt werden.

Den Angaben aus EU-Kreisen zufolge sieht der Beschluss der Kommission folgendes vor: Jene chinesischen Firmen, die bei der Anti-Dumping-Untersuchung mit der EU kooperieren, müssen nur 37 Prozent Strafzoll zahlen. Hingegen sollen chinesische Exporteure, die die Untersuchungen behindern, mit bis zu 68 Prozent Strafzoll belegt werden dürfen.

Offiziell bestätigt ist der Beschluss der EU-Kommission noch nicht. Ein Sprecher sagte, er dürfe aus rechtlichen Gründen nichts über den Beschluss der EU-Kommission sagen. Die endgültige Entscheidung über die Strafzölle soll in der kommenden Woche von den EU-Regierungen getroffen werden.