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Legende: Video Italienische Banken am Abgrund abspielen. Laufzeit 02:21 Minuten.
Aus Tagesschau vom 12.07.2016.
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Wirtschaft Europäisches Bankensystem ist nicht krisenrobust

Italiens Banken haben nach offiziellen Angaben faule Kredite in Höhe von 360 Milliarden Euro angehäuft. Die Krise in Italien ist kein Einzelfall – die Probleme im europäischen Bankensystem sind struktureller Natur. In Italien verschärfen jedoch hausgemachte Probleme die Situation.

«Man hat es in Europa verpasst, nach der Finanzkrise grundlegende strukturelle Reformen anzugehen und durchzuführen, auch wenn sie schmerzhaft sind», so Manuel Ammann, Professor am Institut für Banken und Finanzen der Universität St. Gallen.

Die Probleme der italienischen Banken seien keineswegs neu. Im Prinzip sei man gleich weit wie bei der Finanzkrise, die mit dem Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers im September 2008 ihren Höhepunkt erreichte.

Italien-spezifische Probleme

Italienische Banken leiden unter einem grösser werdenden Berg von notleidenden Krediten – Schuldner bezahlen die Zinsen nicht mehr. Bei fast jedem fünften Kredit in Italien ist die Rückzahlung in Gefahr. Die faulen Kredite sollen sich insgesamt auf 360 Milliarden Euro belaufen – was einem Drittel der gesamten Problemdarlehen in der Eurozone entspricht.

Italien leidet seit Jahren unter der schwächelnden Wirtschaft. Dadurch geraten viele Unternehmen in Schwierigkeiten und können Kredite nicht mehr zurückzahlen.

Interessenskonflikt der EZB

Allerdings seien auch zu viele und nicht gute Kredite vergeben worden. Dazu hat auch die Europäische Zentralbank (EZB) beigetragen: Die expansive Geldpolitik animiert Banken, mehr Kredite zu vergeben.

Gleichzeitig kommt der EZB in der Europäischen Union auch die Rolle der Bankenaufsicht zu. In dieser Rolle sollte sie die Kreditvergabe eigentlich kritisch prüfen und kontrollieren. Der Interessenskonflikt habe wohl dazu beigetragen, dass nicht mehr so streng kontrolliert wurde, so Professor Ammann.

Das Problem lasse sich nicht auf die Schnelle lösen, sagt Ammann. Vielmehr müssten endlich die notwendigen Restrukturierungen durchgeführt werden. Dabei würden auch einige italienische Banken von der Bildfläche verschwinden, da sie schlichtweg zu ineffizient seien. Die verbleibenden Banken müssten zwingend mit mehr Eigenkapital ausgestattet werden, um krisenresistenter zu sein.

Wer den Nutzen hat aus einer Investition, der sollte auch den Schaden tragen, wenn es zu einer Krise kommt.
Autor: Manuel AmmannProfessor am Lehrstuhl für Finance an der Universität St.Gallen

Die italienische Regierung will den Banken mit staatlichen Hilfsgeldern unter die Arme greifen. Dies widerspreche jedoch nicht nur den neuen EU-Bankenrichtlinien, sondern verstosse auch gegen ein marktwirtschaftliches Gesetz: «Wer den Nutzen hat aus einer Investition, der sollte auch den Schaden tragen, wenn es zu einer Krise kommt.», so Ammann. In erster Linie müssten Eigentümer und die Gläubiger für den Schaden aufkommen.

Politischer Aspekt

Bei den italienischen Regionalbanken halten viele Sparer deren Anleihen – was dem Ganzen politische Brisanz verleiht. Setzt Regierungschef Matteo Renzi die EU-Regeln um, verlieren die Kleinanleger ihr Geld.

Renzi wiederum steht innenpolitisch unter Druck: Sollte er eine von ihm angesetzte Volksabstimmung im Oktober verlieren, sind Neuwahlen kaum zu vermeiden. Europaskeptische Parteien wie die Fünf-Sterne-Bewegung könnten dann deutliche Zuwächse verbuchen.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Michael Räumelt  (Wirtschaftskanzlei)
    Draghi hatte in den Jahren vor seiner Zeit bei Goldman als Generaldirektor im italienischen Finanzministerium die Privatisierung italienischer Staatsbetriebe vorangetrieben – sehr zur Freude der Finanzhaie der Welt. Manche, wie der republikanische Präsidentschafts-Kandidat Mitt Romney, machten dank Draghi ein Millionenvermögen auf Kosten der italienischen Steuerzahler.Das alles hat nichts mit Krisenrobustheit zu tun, sondern mit kriminellen Machenschaften der Elite auf kosten der Menschen.
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  • Kommentar von Michael Räumelt  (Wirtschaftskanzlei)
    Älteste Bank d. Welt, Banca Monte dei Paschi di Siena ,von knallharten Investmentbankern und grenzenlos dummen sozialistischen Politikern zu Fall gebracht,denn Sie entschied sich zum Kauf der Banca Antonveneta. Der sagenhafte Kaufpr.: 9 Milliard. €. - Preis gilt heute als eines der gr. Rätsel der ital. Bankengeschichte. Wenige monat. zuvor hatte span. Santander Antonveneta gekauft für 6,6 Milliard. €. Draghi spielte eine Schlüsselr. beim MPS-Debakel, ist heute der mächtigste Mann in Europa
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    1. Antwort von Jean-Philippe Ducrey  (Jean-Philippe Ducrey)
      Vielleicht beglückt uns ja SRF irgendwann mit einer Darstellung, mit Namen wie Prodi, Draghi, Monti, Issing, Weber, Schröder, Chirac, Merkel etc. die Rolle von Banken wie Goldman Sachs, Deutsche Bank, etc. und den Nationalbanken in Sachen Einführung des Euro. Das dürfte zeigen, dass Unfähigkeit gepaart mit Korruption, ähnlich der UdSSR, den Weg der EU in den kommenden Untergang leitet. Die Frage ist nicht ob, sondern wie (friedlich?) die EU auseinander fällt.
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    2. Antwort von Nicolas Dudle  (Nicolas Dudle)
      @Räumelt: Diese italienischen Politiker waren ebenso wenig "sozialistisch" wie es Schröder und seine Kumpane in Deutschland waren. Der Name der Partei sagt in diesen Fällen nichts über die Einstellung der Politiker. Das ändert aber nichts an Ihrer obigen Einschätzung dieser Personen, die ich teile. Besser lässt sich Kriminalität nicht verkaufen als mit der Legitimation über eine Wahl in ein politisches Amt.
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