Europas Telekombranche im Umbruch

Die europäische Telekombranche steckt in der grössten Umbruchphase seit vielen Jahren, eine Milliardenübernahme folgt der nächsten. Das jüngste Beispiel: Die grösste Telekomgesellschaft Portugals schliesst sich mit der viertgrössten Mobil-Telefoniefirma aus Brasilien zusammen.

Firmen-Logo von Telecom Italia

Bildlegende: Auch auf Italiens Telekom-Gigant lastet immenser wirtschaftlicher Druck. Keystone/Archiv

Aus der Fusion zwischen der Portugal Telecom und der brasilianischen Oi entsteht ein neuer Gigant mit 100 Millionen Kundinnen und Kunden.

Das aktuelle Beispiel zeigt: In der europäischen Telekombranche werden die Karten neu gemischt: Es bilden sich neue Allianzen, es gibt eine Welle der Konzentration. In Deutschland zum Beispiel schliessen sich derzeit die dritt- und die viertgrösste Telefongesellschaft zusammen.

Hintergrund für die Konzentration ist die härtere Konkurrenz und die Wirtschaftsflaute in Europa. Ddie Tarife sinken, die Einnahmen schrumpfen: Dies zwingt die Telekomfirmen, neue Wege zu gehen.

Grosser wirtschaftlicher Druck

Arg in Geldnöten ist zum Beispiel auch die Telecom Italia. Sie hat Schulden von fast 30 Milliarden Euro. Sie braucht neue Geldgeber und ist bei den Spaniern fündig geworden: Die spanische Telefonica hat letzte Woche angekündigt, sie beteilige sich an der Telecom Italia und wolle die Kontrolle übernehmen.

In Italien gibt es Widerstand, die Politiker befürchten, dass die nationalen Interessen gefährdet sein könnten. Der wirtschaftliche Druck ist allerdings so gross, dass solche Ängste zunehmend in den Hintergrund geraten.

Dennoch: In der EU gibt es nach wie vor 40 Telekomgesellschaften. Von Zuständen, wie sie in den USA herrschen – dort gibt es nur noch vier Telekomanbieter – ist Europa also trotz der jüngsten Fusionswelle noch weit entfernt.