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Lukratives Karriere-Ende Ex-Politiker erhalten Hunderttausende pro Auftritt

Das Wichtigste in Kürze

  • Geld statt Macht – zurückgetretene Politiker sind als Redner gefragt.
  • Je bedeutender die Funktion war, desto höher fallen die Summen aus.
  • Barack Obama könnte alle Rekorde brechen.
  • Schweizer Ex-Politiker rangieren unter «Ferner liefen».

Bill Clinton vielleicht? Oder Nicolas Sarkozy? Konferenzen und Konzerne schmücken sich gerne mit jenen, die einst an den Schalthebeln der Macht sassen. Wenn Staatschefs oder Minister ihren Stuhl räumen müssen, können sie richtig Geld verdienen – und müssen dafür erst noch weniger arbeiten.

«Ein ehemaliger Präsident oder Premierminister eines wichtigen Landes erhält schnell einmal einen 6-stelligen Betrag», sagt Tom Kenyon-Slaney. Er vermittelt mit seinem «London Speaker Bureau» Hunderte Persönlichkeiten aus Kultur, Sport, Wirtschaft – und natürlich auch aus der Politik. Zwischen 100‘000 und 250‘000 US-Dollar pro Rede seien üblich für jene, die eine bedeutende Position inne hatten.

Knackt Obama die Millionengrenze?

Dass die Ehemaligen diese Gelegenheiten nutzten, wundere ihn nicht: «Jahrelang haben sie Reden gehalten, ohne sie speziell vergütet zu bekommen.» Ein Politiker im Amt darf sich für öffentliche Auftritte nicht bezahlen lassen.

Frisch auf dem Markt ist Barack Obama. Er könnte nach Meinung von Tom Kenyon-Slaney für einen neuen Rekord sorgen. Der Ex-Präsident der Vereinigten Staaten werde sich erst einmal zurückhalten, was solche Engagements angehe, glaubt Kenyon-Slaney. Dann aber könne er für den Auftritt auf internationalen Konferenzen wohl 1 Million US-Dollar erhalten.

Schweizer Politiker nicht in dieser Liga

Legende: Video Pascal Couchepin über bezahlte Auftritte (frz.) abspielen. Laufzeit 0:52 Minuten.
Vom 23.01.2017.

Für Schweizer Politiker sind solch exorbitante Beträge abwegig. Alt-Bundesrat Pascal Couchepin etwa spricht von «einigen Tausend Franken» für Auftritte bei einer der Schweizer Grossbanken. Genauer will er sich nicht äussern: «Ich will ja den Markt für meine Nachfolger nicht beeinflussen.» Couchepin sagt, er lasse die Beträge stets einem wohltätigen Zweck zukommen.

Dass Schweizer Ex-Politiker keine hohen Summen erhalten, liegt nicht nur an ihrer Bescheidenheit. Man kennt sie auch schlicht nicht auf dem internationalen Parkett. Als Tom Kenyon-Slaney ein Bild von Johann Schneider-Ammann sieht, fragt er: «Wer ist das?» – und schätzt, nach Klärung dieser Frage, den Marktwert nach einem Rücktritt auf 10‘000 Euro pro Auftritt.

7 Kommentare

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  • Kommentar von Bruno Hochuli (Bruno Hochuli)
    Zuerst werden die Damen und Herren zu Teufel gewünscht und nachher bezahlt man ihnen hunderttausende damit sie das verkünden, was sie schon früher gesagt haben. Es würde wohl sonst niemand an soche Anlässe gehen. Die Wirtschaft verfügt anscheinend noch über sehr viel Geld, das sie zum Fenster hinaus werfen können. Der Charakter ändert sich nicht und ihre Aussagen nicht gross anders.
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  • Kommentar von Jean-Philippe Ducrey (Jean-Philippe Ducrey)
    Naja, SRF geht ja mit fragwürdigen Berichten / Interviews von Widmer-Schlumpf, Calmy-Rey, Dreyfus und Konsorten mit bestem Beispiel voran......
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  • Kommentar von Margot Helmers (Margot Helmers)
    Ernst Wolff ist freier Journalist und Autor des Buches „Weltmacht IWF – Chronik eines Raubzugs“ hat das perfekt in einem Aufsatz beschrieben: "Wahlen ändern nichts".
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