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Wirtschaft Explosion in Tianjin: Ein Rückschlag für die Wirtschaft

Eine Woche nach der verheerenden Explosion im chinesischen Hafen von Tianjin ist klar: Neben dem menschlichen Leid, das die Katastrophe über die Betroffenen gebracht hat, sind auch hohe wirtschaftliche Schäden zu befürchten.

Reichen ausgebrannter Autowracks.
Legende: Infolge der Explosion wurden tausende neuer Autos zerstört. Reuters

Tianjin ist der zehntgrösste Hafen der Welt und ist wichtig für den Import wie auch für den Export: 4 von 10 Autos, die nach China importiert werden, werden über Tianjin geliefert. VW meldet 2700 zerstörte Autos, Renault deren 1500; nach Schätzungen aus der Versicherungsbranche dürften allein die Schäden an den Autos 200 bis 300 Millionen Franken betragen.

Auch Toyota ist betroffen: In einem grossen Fertigungswerk in der betroffenen Region werden Tag für Tag 1500 Autos gebaut. Die Produktion steht dort zur Zeit still, da viele Menschen noch evakuiert sind und weil die Zulieferketten unterbrochen sind.

In Tianjin werden nicht nur fertige Güter umgeschlagen, etwa Importgüter für die 120 Kilometer entfernte Hauptstadt Peking, sondern auch wichtige Produktionsbestandteile und Rohstoffe wie Öl und Eisenerz. So heisst es etwa beim Schweizer Logistikkonzern Kühne und Nagel auf Anfrage, es komme zu Verzögerungen bei den Lieferungen.

Internationale Konzerne sind gut versichert

Da in der Region viele internationale Konzerne tätig sind, die in der Regel gut versichert sind, wird auch das Ausmass der versicherten Schäden hoch sein. Chinesische Medien schätzen sie auf bis zu 1,5 Milliarden Dollar. Ein Sprecher der Zurich Insurance Group sagte auf Anfrage, man sei noch daran, die Schadenmeldungen zu analysieren, es sei noch zu früh für eine Schätzung.

Auch wenn mittlerweile etliche der Terminals am Hafen von Tianjin wieder funktionieren, dürfte es noch Wochen dauern, bis der Handel wieder normal läuft.

Für den Exportweltmeister China ist die Katastrophe von Tianjin ein weiterer Rückschlag, nachdem gerade erst bekannt geworden war, dass die Exporte im Juli im Vorjahresvergleich um 8 % zurückgegangen sind.

3 Kommentare

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  • Kommentar von C. Szabo, Thal
    CN investiert staatlich und privat sehr viel in wichtige Geschäftsfelder/Projekte. Dass sie dabei ihre Vorteile im Blick haben, ist logisch. Dabei sind sie in vielen Bereichen direkte Konkurrenten des Westens. Das Vertrauen in westliche Länder ist ziemlich beschränkt. Zu lange dauerte die Ausbeutung und Unterwerfung. Es wird Zeit, dass sich diese Länder ihres Wertes bewusst werden. Aber da werden sie sich selber helfen müssen, ohne sich wieder übertölpeln zu lassen.
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  • Kommentar von Harald Girschweiler, 9500 Wil SG
    Aus den Schwellenländern fliessen momentan in wachsender Geschwindigkeit enorme Summen ab. Man spricht von bis einer Billion US$ aus China, Russland, Brasilien und der Türkei. Man sieht es auch klar an der Schwäche der lokalen Währungen an den Devisenbörsen. Höchstwahrscheinlich wird der Effekt noch verstärkt, sobald die Zinssätze durch das FED in absehbarer Zeit erhöht werden. Es kommen stürmische Zeiten auf uns zu.
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  • Kommentar von elize naude, zürich
    "made in china"... vielleicht merken einige habgierige "mehr ist mehr" industrieller das es sich nicht immer lohnt billig, ohne sicherheits und umweltvorschriften zu produzieren... mir tut die chinesische arbeiter leid... sie haben jetze weniger als nichts...
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