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Wirtschaft EZB-Entscheid: Das sind die Auswirkungen auf die Schweiz

Die EZB will Staatsanleihen in Höhe von 1140 Milliarden Euro kaufen. Was bedeutet das für die Schweiz?

Ein Älpler in Brüssel.
Legende: Das Euroland ist günstig geworden: Doch nicht alle Schweizer nehmen den EZB-Entscheid so gelassen. Keystone
  • Franken weiter gestärkt

Mit dem Entscheid der EZB ist der Schweizer Franken weiter gestärkt worden. Sein Kurs bewegt sich derzeit im Bereich der Parität von 1:1 gegenüber dem Euro. «Für die Schweizer Wirtschaft ist das eine schwierige Situation», sagt Economiesuisse-Präsidentin Monika Rühl. Vielerorts werden Lohnsenkungen diskutiert. Die Schweizerische Nationalbank geht aber immer noch davon aus, dass der Euro-Kurs nicht auf Dauer knapp unter einem Franken bleibt, sondern sich wieder erholt.

  • Tiefe Zinsen bleiben
Legende: Video Strafzinsen treffen auch Pensionskassen abspielen. Laufzeit 02:06 Minuten.
Aus 10vor10 vom 22.01.2015.

Weil die EZB sehr viel Geld in den Umlauf bringt, muss die Schweizerische Nationalbank die Zinsen weiterhin tief halten. Der Leitzins ist derzeit bei minus 0,75 Prozent. Wenn die Nationalbank den Zins nicht so tief halten würde, dann würde sich der Franken noch mehr aufwerten. Hypotheken für den Hauskauf sind derzeit so billig zu haben wie selten zuvor.

  • Glückliche Konsumenten

Schweizer Konsumenten können sich weiterhin am schwachen Euro freuen. Ferien im EU-Raum sind billig wie nie zuvor. Zudem haben Detailhändler wie Coop und Migros einige Produkte aus dem Euroraum bereits verbilligt. Auch die SBB bietet ab Februar Bahnreisen im europäischen Ausland zu niedrigeren Tarifen an.

  • Exportwirtschaft unter Druck

Der Druck auf die Exportwirtschaft, den Tourismus und somit auf die Arbeitsplätze bleibt hoch. Schweizer Fabrikate werden wegen des starken Frankens teurer, Skiferien in der Schweiz für Ausländer ebenfalls. «Für die Unternehmen ist es schwierig, planen zu können», sagt SRF-Wirtschaftsredaktorin Marianne Fassbind. «Die Firmen wissen nicht, wo sich der Euro-Frankenkurs stabilisieren wird. Das mindert die Wettbewerbsfähigkeit.»

Die Schweizer Uhrenindustrie hat auf die Misere bereits reagiert und die Europreise ihrer Luxusuhren angehoben. Economiesuisse-Chefin Monika Rühl hält einen runden Tisch für die Sozialpartner in Monatsfrist für praktikabel.

  • Unruhige Schweizer Börse

Der Leitindex SMI reagierte unruhig auf den EZB-Entscheid. Er vollführte einen veritablen Zickzackkurs, erholte sich aber gegen Abend auch dank guter Vorgaben aus New York zusehends. Bei Börsenschluss hatte er mit einem Minus von nur noch 0,11 Prozent den Vortagesverlust (-2,08 Prozent) gebremst.

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31 Kommentare

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  • Kommentar von Urs Keller, Binningen
    Nun 1450 Milliarden € ist peanuts und die Schweizer SNB hatte ein Drittel von dem Betrag in ihrer Bilanz. Damit will man alle maroden Staaten retten und die Kredite für die Wirtschaft ankurbeln. Nur, das ist etwa ein Viertel von dem Bedarf der etwas bewegen könnte, andererseits sind die Zinsen nicht mehr zu Bewirtschaften. Die EU ist in der Stagflation angekommen. Da ist nur eine Finanzreform die richtige Lösung.
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  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Frappant: Medien und Politik machen Reklame für Auslandshopping. Dann muss man sich nicht wundern, wenn aufgrund der Verluste Arbeitsplätze abgebaut werden, ja gar die Produktion ins Ausland verlagert wird. Im "Rede-vous" wurde uns soeben ein Vorschlag zur Lohnkostensenkung weis gemacht: Entlassungen und wenn die Wirtschaft wieder auf Kurs ist, billige und junge Arbeitskräfte aus dem Ausland einstellen, Na dann, liebe Hiesige, macht Euch gefasst auf eisige Zeiten!.
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  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Eh, wie meinte das Herr Wirtschaftsminister JSA zur Schlagzeile im Tages Anzeiger: "Man muss über Lohnkürzungen diskutieren". Im Gespräch mit dem Radiomoderatoren intervenierte et, man habe ihn wohl falsch verstanden. Man müsste einfach die Löhne nicht mehr erhöhen. Dann sollen er und seine G'spänli bitte schön mit dem guten Beispiel vorangehen Und auch unsere Volksvertreter sollen auf eigenständig beschlossene (!!) Lohnerhöhungen verzichten. Wir Landeskinder danken es ihnen.
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