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Gewinnexplosion bei Facebook Facebook verdient fast zehn Milliarden Dollar

Legende: Video Gewinnexplosion bei Facebook abspielen. Laufzeit 00:59 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 02.02.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Internetkonzern Facebook hat im letzten Jahr etwas mehr als zehn Milliarden US-Dollar verdient – und hat damit fast dreimal soviel Gewinn gemacht wie im Jahr zuvor.
  • Im vergangenen Quartal stieg die Zahl aktiver Nutzer bei Facebook um 70 Millionen auf 1,86 Milliarden im Monat.
  • Geschworene in Texas verpassen Facebook einen 500 Millionen Dollar schweren Dämpfer im Streit um die Entwicklungsgeschichte der VR-Brille Oculus VR der Firma ZeniMax.

Facebook ist dank eines starken Werbegeschäfts im vergangenen Quartal überraschend kräftig gewachsen. Für 2017 blieb das weltgrösste soziale Netzwerk aber bei seiner Einschätzung, dass die Werbeerlöse langsamer zulegen würden.

Wachstumstreiber: Werbung über mobile Geräte

Zudem kündigte Facebook-Chef Mark Zuckerberg höhere Ausgaben im laufenden Jahr an. Er will vor allem kräftig in Videos investieren.

Im vierten Quartal per Ende Dezember sei der Umsatz um mehr als 50 Prozent auf 8,81 Milliarden Dollar gestiegen, teilte Facebook nach US-Börsenschluss mit. Die Werbeerlöse übertrafen mit 8,63 Milliarden Dollar die Analystenschätzungen, die bei 8,31 Milliarden lagen. Der Konzern expandiert massiv im Werbegeschäft über mobile Geräte.

Konzerngewinn steigt um 128 Prozent

Bereits im November hatte das Management aber von einer Verlangsamung des Wachstums gewarnt, weil das Unternehmen den Nutzern nicht unbegrenzt Werbeanzeigen zumuten könne. «Wir erwarten weiterhin, dass sich das Wachstum unserer Werbeerlöse im Jahr 2017 deutlich verlangsamen wird», erklärte der Konzern.

Doch der aktuelle Quartalsbericht dürfte entsprechende Befürchtungen dämpfen. Der Anteil der Werbeumsätze über mobile Geräte stieg im abgelaufenen Vierteljahr auf 84 Prozent von 80 Prozent vor einem Jahr. Der Konzerngewinn schoss um 128 Prozent nach oben auf 3,56 Milliarden Dollar.

«Ziemlich beeindruckend»

Auch Analyst Michael Pachter von Wedbush Securities rechnet in diesem Jahr mit einer geringeren Wachstumsrate beim Umsatz. «Aber sie wird sehr hoch bleiben», sagte er. «Sie sind 2016 um 57 Prozent gewachsen, und unser gegenwärtiges Modell legt beim Umsatz ein Plus von ‹nur› 38 Prozent im Jahr 2017 zugrunde. Das ist noch immer ziemlich beeindruckend.»

Für seine Video-Offensive will Facebook-Chef Zuckerberg auch mehr Personal einstellen. Der Fokus werde auf der Entwicklung kurzer Original-Videos liegen, sagte er. Damit könnte Facebook nicht nur der Videoplattform YouTube der Google-Mutter Alphabet Konkurrenz machen. Auch der Online-Videothek Netflix könnte dadurch ein Wettbewerber erwachsen.

VR-Brille: Niederlage vor Gericht

Unmittelbar vor Vorlage der Quartalszahlen verpassten Geschworene in Texas Facebook einen 500 Millionen Dollar schweren Dämpfer. Sie sprachen diese Summe in einem Streit um die Entwicklungsgeschichte der Virtual-Reality-Brille Oculus VR der Spielefirma ZeniMax zu. Oculus-Mitgründer Palmer Luckey habe ein Geheimhaltungsabkommen verletzt – und seine Firma Urheberrechte von ZeniMax, lautete die Begründung.

ZeniMax hatte in der Klage erklärt, die Oculus-Brille sei nur dank bei ihr entwickelter Technologien möglich geworden. Oculus betonte in einer Erklärung nach dem Urteil, dass die Geschworenen zugleich keinen Diebstahl von Geschäftsgeheimnissen festgestellt hätten.

Berufung?

Facebook-Geschäftsführerin Sheryl Sandberg kündigte an, das Online-Netzwerk werde eine Berufung prüfen. Für das Geschäft von Facebook sei der Betrag unerheblich, betonte sie im Technologieblog «Recode».

Facebook hatte Oculus im Frühjahr 2014 für rund zwei Milliarden Dollar gekauft, im vergangenen Jahr war die VR-Brille Rift nach jahrelanger Entwicklung und massiven Investitionen schliesslich in den Handel gekommen. Während des mehrwöchigen Verfahrens war auch Facebook-Chef Zuckerberg in den Zeugenstand gerufen worden, wo er die ZeniMax-Vorwürfe zurückwies.

Mit der VR-Technologie können Nutzer in virtuelle Welten eintauchen. Zuckerberg zeigt sich überzeugt, dass sie viele Lebensbereiche wie Kommunikation und Bildung verändern kann.

Stark wachsende Nutzerzahlen

Im vergangenen Quartal stieg die Zahl aktiver Nutzer bei Facebook um 70 Millionen auf 1,86 Milliarden im Monat. Rund 1,74 Milliarden von ihnen greifen auf das weltgrösste Online-Netzwerk von Smartphones aus zu und über 1,2 Milliarden Nutzer sind täglich bei Facebook.

Die tragende Säule des Facebook-Geschäfts sind nach wie vor die Werbeerlöse, die im Jahresvergleich um 53 Prozent auf 8,63 Milliarden Dollar stiegen. Rund 84 Prozent davon kommen aus Anzeigen auf mobilen Geräten. Facebook hatte in den vergangenen Monaten unter anderem stark das Geschäft mit Video-Werbung und Anzeigen bei seiner Foto-Plattform Instagram mit 600 Millionen Nutzern ausgebaut.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Philipp Etter (Philipp Etter)
    Mich nähme in erster Linie Wunder, wie genau der Datenaustausch zwischen Herrn Zuckerbergs Goldgrube und den US-Geheimdiensten geregelt ist. Fliesst da kein Geld? Werden Zuckerbergs Dienste mit Naturalien abgegolten? Ein bisschen weniger Steuern, etwas laschere Buchprüfung, nötigenfalls Schutz vor Strafverfolgung, wenn's eng würde? Sicherlich wird Herr Zuckerberg auch von dieser Zusammenarbeit profitieren, gratis liefert der nichts.
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  • Kommentar von Tobi Hartmann (Tobias Hartmann)
    Kann mir nicht vorstellen dass das stimmt. Das mit den Nutzerzahlen ist doch bestimmt geschönt und beinhaltet all die millionen von testweise eröffneten Konten die dann nie genutzt werden. Facebook ist seit Jahren auf dem absteigenden Ast, ich kenne jedenfalls niemanden der das immer noch nutzt, der Hype ist längst vorbei.
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  • Kommentar von Christian Szabo (C. Szabo)
    Facebook bietet den Nutzern viele Dienste an, die sich der Konzern über Umwege lukrativ vergelten lässt. Es ist wie Apple eine Marke, die in vielen Kreisen Kult ist. Es ist ein grosses, reizvolles Spiel. Mit Brot und Spielen ließen sich die Massen schon immer begeistern. Die Vernetzung der Menschen wird noch viel weiter fortschreiten. Und damit die Kontrolle über Konsumenten, so dass der Profit mit minimalem Aufwand weiter hoch bleibt.
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    1. Antwort von Daniele Röthenmund (gerard.d@windowslive.com)
      Das machen doch heute alles so! In der Schweiz, siehe Post, SBB, Migros, Coop usw. Wir sind deren Arbeitskräfte und Informationslieferant, und weil wir Brav und korrekt sind zahlen wir für unseren guten Service den wir leisten. Das ist heute die Win Win Strategie, also Migros= Win Win, Kunde = glücklicher, abhängiger Looser!
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