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Wirtschaft Fed-Chefin Yellen hält Tür für Zinserhöhung offen

Die Finanzmärkte beäugen die US-Notenbank seit Monaten gespannt: Was macht die Fed mit ihren Leitzinsen? Bei der Notenbanker-Tagung in Jackson Hole hat Fed-Chefin Janet Yellen nun eine weitere Zinserhöhung angedeutet. Der Zeitpunkt dafür bleibt dagegen unklar.

Legende: Video Notenbanker-Treffen in Jackson Hole abspielen. Laufzeit 2:08 Minuten.
Aus Tagesschau vom 26.08.2016.

Die US-Notenbank Federal Reserve scheint auf ihre zweite Zinsanhebung nach der Finanzkrise zuzusteuern. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zeigten in die richtige Richtung, sagte Fed-Chefin Janet Yellen bei der internationalen Notenbanker-Tagung in Jackson Hole im US-Bundesstaat Wyoming.

Die Aussagen Yellens wurden an den Märkten als starkes Signal dafür gewertet, dass möglicherweise noch in diesem Jahr mit einer leichten Zinsanhebung zu rechnen ist. Die nächste Möglichkeit dazu bestünde am 21. September.

Yellen
Legende: US-Notenbankchefin Janet Yellen hat eine baldige Zinserhöhung signalisiert. Reuters

Wachstum tiefer als prognostiziert

Yellen begründete ihre Einschätzung voraussichtlich steigender Zinsen mit der absehbaren Entwicklung der US-Wirtschaft. «Im Lichte der fortgesetzten soliden Situation auf dem Arbeitsmarkt und unseren Prognosen für die volkswirtschaftliche Aktivität und die Inflation glaube ich, dass die Argumente für eine Erhöhung der Leitzinsen stärker geworden sind.»

Sie versicherte jedoch, die Federal Reserve werde sich in ihren geldpolitischen Entscheidungen weiterhin von den tatsächlichen Wirtschaftsdaten und nicht von Prognosen leiten lassen. Das Wirtschaftswachstum in den USA hinkt derzeit hinter den Prognosen leicht zurück. Die Geldpolitik der Fed müsse robust bleiben, auch für künftige Schocks gerüstet sein, sagte sie.

Neue Jobs

Am Freitag hatte das US-Wirtschaftsministerium ein auf das laufende Jahr hochgerechnetes Wachstum von 1,1 Prozent bekanntgegeben. Arbeitsmarkt und Inflation tendierten jedoch in Richtung der Zielvorgaben, sagte Yellen.

«Auch wenn das Wirtschaftswachstum nicht besonders schnell war – es war ausreichend, um die Situation am Arbeitsmarkt zu verbessern», sagte Yellen. In den vergangenen drei Monaten seien durchschnittlich jeweils 190'000 Jobs hinzugekommen.

Die Federal Reserve hatte ihren Leitzins zuletzt im Dezember vergangenen Jahres erhöht. Er liegt derzeit auf einem Zielniveau von 0,25 bis 0,5 Prozent. Zuvor hatte ihn die Zentralbank im Zuge der Finanzkrise jahrelang bei praktisch Null belassen.

Die Fed hatte für das Jahr 2016 bis zu vier Zinserhöhungen angedeutet, jedoch bislang keine realisiert. Die nächste Möglichkeit dazu bestünde bei der Sitzung des Offenmarktausschusses am 21. September. Viele Experten gehen jedoch eher von einer weiteren Anhebung des US-Leizinses erst im Dezember aus.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Ich bin überzeugt, wenn Trump in den USA gewählt wird, die Zinsen steigen werden. Die heutige Minuszins-Politik ist ein globales Verteil-Instrument von Obama, Merkel +dem "Papst". Es werden so Gelder von den "Sparern" an die Regierungen verteilt um Flüchtlinge zu finanzieren und Kriege zu führen. Trump wird diesem Spiel ein Ende bieten. Denn er wird wieder den US-Bürger unterstützen und nicht die ganze Welt unter einen Hut zwingen wollen. Er will, dass die US-Bürger Zinse für ihr Geld bekommen.
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  • Kommentar von Bruno Vogt (b.vogt)
    Wer kann die Fed noch ernst nehmen? Schon vor einem Jahr klang es genau gliech, bisher hat es genau 1 Zinserhöhung gegeben. Die Fed ist viel zu abhängig von der globalen Wirtschaft, welche weiter schwächelt, um die Zinsen zu erhöhen. Die Verzerrungen welche diese Nullzinspolitik an den Kapitalmärkten nach sich ziehen werden immer gravierender.
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